Darum gehts
- Hermann Maier erlitt am 24. August 2001 einen schweren Motorradunfall in Radstadt
- Der «Herminator» überlebte trotz schwerer Verletzungen und kämpfte sich zurück
- 521 Tage später gewann er den Super-G in Kitzbühel am 27. Januar 2003
25 Jahre ist es auf den Tag genau her, als einer der dramatischsten Momente des Skisports die Welt bewegte. Hermann Maier (53), der damals auf dem Höhepunkt seiner Karriere war, verunglückte am 24. August 2001 mit seinem Motorrad schwer. Die österreichischen Medien kannten kaum mehr ein anderes Thema als das Unglück des «Herminators».
Im österreichischen Radstadt übersah ein deutscher Tourist den Ski-Star auf dem Motorrad. Maier versuchte auszuweichen und landete im Strassengraben. Dabei zog er sich einen Unterschenkelbruch im rechten Bein, schwere Prellungen und Quetschungen zu. Es ging zunächst nicht um die Rückkehr in den Ski-Weltcup, sondern ums Überleben.
Sein damaliger Leibarzt Artur Trost erinnert nun an die dramatischen Szenen. Zur österreichischen «Krone» sagt er: «Hermann spürte seine Beine nicht mehr. In der Klinik wurden schwerste innere Blutungen festgestellt und wir mussten ihn verlegen, ohne dass es die Journalisten mitbekommen.»
Der «Herminator» machte sich unsterblich
Bereits auf der Intensivstation trainierte Maier mit einem Handergometer. «Ich war einer der wenigen, die daran glaubten», sagt Trost weiter. «Ich habe erst Jahre später erfahren, dass er mich belogen hat. Ich fragte ihn an einem Tag, nachdem er seine Beine nicht mehr spürte, ob er wieder fühlen würde. Der Ski-Star meinte Ja. Das war gelogen.»
Für ihn war Aufgeben keine Option. Er kämpfte sich Schritt für Schritt zurück und 521 Tage nach dem schrecklichen Unfall kehrte er zurück an die Ski-Weltspitze. Am 27. Januar 2003 gewann er den Super-G von Kitzbühel und sprach selbst vom grössten Sieg seiner Karriere. Beachtlich für jemanden, der bis zu seinem Unfall bereits drei Gesamtweltcups und zwei Olympia-Goldmedaillen gewonnen hatte. Nach seinem Schicksalsschlag folgten weitere Erfolge wie ein weiterer Gesamtweltcup oder die Goldmedaille im Riesenslalom an der WM 2005.
2009 hing Maier seine Ski an den Nagel und lebt nun mit seiner Frau und drei Töchtern in Flachau. Jahre später sagte der Salzburger: «Ganz unten zu sein, macht menschlich. Ich habe Demut gelernt, selbstverständlich ist für mich nichts mehr.»