Darum gehts
- Lara Gut-Behrami tritt nach Knieverletzung zurück, sie gewann zweimal den Gesamtweltcup der Frauen
- Sieben weitere Schweizer Profis, darunter Hintermann, Hählen und Rochat, treten ebenfalls zurück
- Auch weitere Ski-Stars wie Alexia Pinturault sagen dem Ski-Sport Adieu
«Ich hatte das Glück und die Ehre, eine sehr lange und intensive Karriere erleben zu dürfen, meine Träume und Wünsche durch meine Fahrten auszudrücken und diese Reise an der Seite aussergewöhnlicher Menschen zu bestreiten», so erklärte Lara Gut-Behrami (35) im August ihren Rücktritt in einem Video.
Zuvor hatte sie nach einem Kreuzband- und Innenbandriss im linken Knie im November 2025 monatelang um ein Comeback gekämpft – leider erfolglos. Die Tessinerin holte zweimal die grosse Kristallkugel für den Gesamtweltcup (2016 und 2024), sechsmal die Super-G-Kugel und in der Saison 2023/24 gewann sie den Riesenslalom-Weltcup.
Mit ihrem Abschied hinterlässt Gut-Behrami eine grosse Lücke im Schweizer Skisport. Sie ist jedoch nicht die Einzige, die ihre Karriere vor der Saison beendet hat.
Sieben weitere Schweizer sagen Adieu
Auch Niels Hintermann (31) zog im März einen Schlussstrich. «Ich bin fertig mit Skifahren», sagte der ehemalige Abfahrtsprofi gegenüber SRF. Zuvor hatte er nach einer überstandenen Krebserkrankung noch einmal ein Comeback gegeben. Zu seinen grössten Erfolgen zählen die Abfahrtssiege in Kvitfjell 2022 und 2024 sowie der Kombinationssieg in Wengen 2017.
Ebenfalls zurückgetreten ist Speed-Spezialistin Joana Hählen (34). Nach ihrer Verletzung vor zwei Jahren habe sie alles unternommen, um mental und körperlich wieder an ihre Grenzen zu kommen. «Doch Kopf und Körper wollten das Risiko nicht mehr tragen», erklärte sie auf Instagram. Hählen fuhr in ihrer 2013 begonnenen Karriere fünfmal auf ein Weltcup-Podest.
Im April 2026 endete auch die Karriere von Slalom-Ass und WM-Bronze-Gewinner Marc Rochat (33). Ausschlaggebend waren die nachlassenden Leistungen in der vergangenen Saison – in zehn Rennen war er nur einmal in die Punkte gefahren. Riesenslalom-Spezialistin Andrea Ellenberger (33) beendete ihre Laufbahn aus gesundheitlichen Gründen. Mehrere Verletzungen, darunter ein Beinbruch 2024 und ein Kreuzbandriss, erschwerten die Aussicht auf ein Comeback.
Komplettiert wird das Schweizer Rücktrittsjahr durch jüngere Athleten wie den Riesen-Spezialisten Livio Simonet (28), Daniel Sette (34) und Speed-Star Christophe Torrent (27).
«Fehlende Risikobereitschaft» beim österreichischen Speed-Star
Auch in Österreich gibt es prominente Abschiede. Die Salzburgerin Mirjam Puchner (34) hängt die Ski an den Nagel – aufgrund fehlender Risikobereitschaft. Zu ihren grössten Erfolgen zählen der zweite Platz an der Heim-WM in Saalbach 2025 sowie Silber im Super-G bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking. Auch die Tirolerin Christina Ager (30) gab ihren Rücktritt bekannt. Beide waren während 13 Jahren im Spitzensport aktiv.
Zudem muss Österreich künftig auf Daniel Danklmaier (33) und Max Franz (37) verzichten. Letzterer hat nach Jahren von Rückschlägen und Verletzungen – am schwersten sein Sturz im Abfahrtstraining in Copper Mountain (USA), wo er sich beide Beine brach – im Oktober sein Karriereende bekannt gegeben.
Alexis Pinturault fährt kein Profi-Ski mehr
Auch Frankreich verliert mehrere bekannte Namen. Alexis Pinturault beendet im Alter von 34 Jahren seine Karriere. Der Gesamtweltcupsieger von 2021 gehörte zu den vielseitigsten und erfolgreichsten Fahrern der modernen Skigeschichte. Mit Weltmeistertiteln, Olympia-Medaillen und 34 Weltcupsiegen in fünf verschiedenen Disziplinen hinterlässt er eine grosse Lücke im Weltcup.
Ebenfalls nicht mehr dabei ist Adrien Théaux (42). Nach seinem schweren Sturz im Jahr 2021 fand er nicht mehr dauerhaft zurück. Im französischen Technik-Team fällt zudem Clara Direz (31) weg. Die Riesenslalom-Spezialistin gewann unter anderem einen Parallel-Riesenslalom im Weltcup.
Weitere namhafte Rücktritte
Weitere Rücktritte betreffen bekannte Namen aus verschiedenen Nationen. Dave Ryding (39), sein Spitzname war «The Rocket Dave», schrieb 2022 in Kitzbühel Geschichte, als er als erster Brite überhaupt einen Weltcup-Slalom gewann. Ohne klassische Skination im Rücken zeigte der auf Kunststoffmatten gross gewordene Techniker, dass auch ein ungewöhnlicher Weg an die Weltspitze führen kann.
Für Aufsehen sorgte auch der gebürtige Grieche AJ Ginnis (31), der 2023 WM-Silber im Slalom für Griechenland holte und es in den Weltcup aufs Podest schaffte. Damit brachte er ein Land ohne grosse alpine Tradition auf die Skikarte.
Zu den weiteren Athletinnen und Athleten, die ihre Karriere beendet haben, zählen die Sloweninnen Ana Bucik-Jogan (33) und Ilka Stuhec (35) sowie der Nationenwechsler Romed Baumann (40), Super-Gler Jared Goldberg (35) und Simon Maurberger (31). Damit verliert der alpine Skisport in kurzer Zeit zahlreiche prägende Figuren.