Wegweisender Anruf um 00.30 Uhr
Party-Nacht veränderte das Leben von Schwinger Lüscher

Eine Homeparty, eine zufällige Begegnung und ein Telefonat nach Mitternacht. So begann die besondere Beziehung zwischen Schwinger Sinisha Lüscher und seinem heutigen Athletiktrainer Jürg Monhart.
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In dieser Saison hat Sinisha Lüscher so manchen Eidgenossen besiegt. So beispielsweise Christian Gerber auf der Rigi.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Nächtlicher Anruf bringt Schwinger Sinisha Lüscher und Jürg Monhart zusammen
  • Monhart ist Coach und Freund – unterstützt Lüscher ohne finanzielle Gegenleistung
  • Lüscher feiert 2026 zwei Kranzfestsiege, strebt Königstitel mit seinem Trainer an
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Nicola AbtReporter Sport

Das Handy von Jürg Monhart klingelt. Es ist 00.30 Uhr. Auf dem Display erscheint der Name seiner Tochter Elin (20). Monhart erschrickt. «Ich dachte zuerst, es sei ein Notfall.» Elin beruhigt ihn und sagt: «Ich habe da jemanden für dich.» Am anderen Ende der Leitung meldet sich Sinisha Lüscher. Beide können in diesem Moment nicht ahnen, was dieser nächtliche Anruf auslösen wird.

Heute besitzt der Spitzenschwinger einen Schlüssel zu Monharts Haus und sitzt regelmässig mit seiner Familie am Esstisch. «Diese Party hat mein Leben verändert», sagt Lüscher. «Ich weiss nicht, wo ich ohne Jürg heute stehen würde. Ihn kennenzulernen, war ein riesiges Geschenk.» Dabei hätte es diesen Anruf beinahe nie gegeben.

Ungläubiger Blick von Lüscher

Lange war nämlich nicht einmal klar, ob Elin an diesem Abend im Jahr 2021 überhaupt zur Homeparty gehen würde. «Es war eine kurzfristige Entscheidung», erinnert sie sich. Von Lüscher weiss sie lediglich, dass er ebenfalls in Zofingen zur Schule geht – und dass er schwingt.

Die beiden kommen ins Gespräch. Elin spricht ihn auf den Nationalsport an und erzählt, dass ihr Vater Schwinger trainiert und sie selbst früher in einer Trachtengruppe war. «Sinisha wollte mir das fast nicht glauben. Äusserlich sehe ich aber auch nicht wie die typische Schweizerin aus», meint Elin lachend.

Grosse Erfahrung im Athletikbereich

Also liefert sie Lüscher den Beweis. Sie nimmt ihr Handy hervor und ruft ihren Vater an. Monhart und das Schwing-Talent vereinbaren noch am Telefon ein Treffen. Kurz darauf sitzen sie bei Lüschers Mutter Petra zu Hause und besprechen eine mögliche Zusammenarbeit.

Monhart bringt diesbezüglich einiges an Erfahrung mit. Der ehemalige oberste SBB-Polizist trainierte einst den Schweizer Profiboxer Stefan Angehrn und arbeitete später auch mit Spitzenschwingern wie Stefan Burkhalter und Samir Leuppi. Bei Lüscher geht seine Rolle aber längst weit über die des Athletikcoaches hinaus.

Viel Liebe, aber auch Diskussionen

«Ich war sehr froh, als Jürg in unser Leben kam», sagt Mutter Petra. «Er gab Sinisha den Halt, der ihm bisher fehlte, und zeigte ihm klare Grenzen auf.» Monhart verlangt für seinen Aufwand kein Geld. Die Zusammenarbeit ist für ihn eine Herzensangelegenheit.

Ganz ohne Reibung funktioniert sie nicht. Der von Militär und Polizei geprägte Monhart pocht auf Pünktlichkeit und Verbindlichkeit. Lüscher nahm das zu Beginn lockerer. «Wir haben immer wieder Diskussionen. Aber das gehört dazu.»

Es wird auch um 23 Uhr telefoniert

Wie eng die Beziehung geworden ist, zeigt sich vor allem abseits des Trainings. «Er ruft mich einmal am Tag an und fragt, ob ich genug geschlafen habe und wie es mir geht», erzählt Lüscher. Und wenn den Schwinger spätabends etwas beschäftigt, wartet er nicht bis zum nächsten Morgen. «Wenn Sinisha eine Frage mitten in der Nacht hat, dann ruft er Jürg an», sagt Mutter Petra.

Sie habe ihren Sohn schon darauf hingewiesen, dass er ihn doch nicht um 23 Uhr anrufen könne. Lüscher tut es. Monhart nimmt ab. «Wir sind ein Team und immer füreinander da», sagt der Athletiktrainer. Lüscher formuliert es ähnlich: «In schwierigen Phasen steht er immer hinter mir. Ich verdanke ihm unheimlich viel.»

Sportliche Erfolge und ein grosses Ziel

Für Elin ist diese Nähe zunächst gewöhnungsbedürftig. Plötzlich verbringt ihr Vater teilweise mehr Zeit mit Lüscher als mit ihr. «Am Anfang war das nicht immer einfach.» Heute sind Elin und Lüscher sehr gute Kollegen. «Es fühlt sich an, als wäre er schon immer Teil unserer Familie gewesen.»

Auch sportlich hat die gemeinsame Reise Spuren hinterlassen. Im vergangenen Jahr feierte Lüscher seinen ersten Kranzfestsieg und holte sich den eidgenössischen Kranz. In dieser Saison folgten zwei weitere Kranzfestsiege und der erste Schlussgang an einem Bergfest. Doch Monhart und Lüscher wollen mehr. Ihr gemeinsames Ziel ist der Königstitel.

Und Elin? Sie denkt manchmal zurück an jene Nacht im Jahr 2021. Was, wenn sie damals doch zu Hause geblieben wäre? «Vielleicht hätten sich mein Papi und Sinisha gar nie kennengelernt.»

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