Schlussstrich mit 28 Jahren
Schwingerkönig Wicki beendet Karriere per sofort

Der Schwingsport verliert eine seiner prägendsten Figuren. König Joel Wicki hängt die Zwilchhosen an den Nagel.
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Aus und vorbei: König Joel Wicki zieht sich als Athlet aus dem Schwingsport zurück.
Foto: BENJAMIN SOLAND

Darum gehts

  • Joel Wicki beendet mit 28 Jahren seine Schwingkarriere – per sofort
  • 2022 gewann er in Pratteln BL die Königskrone nach historischem Kampf
  • Die Bilanz seiner Karriere: 76 Kränze, 3 Eidgenössische, 28 Kranzfestsiege
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Nicola AbtReporter Sport

Der König tritt ab. Joel Wicki beendet seine Karriere per sofort. Das verkündet der Luzerner am Sonntagabend im Sportpanorama. Mit 28 Jahren zieht er einen Schlussstrich unter eine Karriere, die ihm so nur wenige zugetraut hatten.

Der Landwirt aus der Innerschweiz galt mit seinen 1,83 Metern als zu klein für den ganz grossen Wurf. Doch gemeinsam mit seinem Freund und Trainer Daniel Hüsler machte Wicki das scheinbar Unmögliche möglich.

Ein gewaltiger Palmarès

In Pratteln 2022 setzt er sich sensationell die Königskrone auf. Und das nach einem Kampf für die Geschichtsbücher. Mehrfach brachte ihn Matthias Aeschbacher (33) an den Rand einer Niederlage. Doch letztlich setzte sich das Kämpferherz von Wicki durch. 

Damit machte sich der Innerschweizer unsterblich. Seine Karriere-Statistik liest sich beeindruckend: 76 Kränze, 3 Eidgenössische und 28 Kranzfestsiege. Zudem erhielt er am ESAF in Zug 2019 den Titel als Erstgekrönter. 

Damals verlor er nach einem gigantischen Wettkampf den Schlussgang gegen Christian Stucki (41). Mit seiner spektakulären Schwingweise begeisterte Wicki das Publikum Wochenende für Wochenende. Nun ist damit Schluss.

Nächster Verlust für die Innerschweiz

Der Brünig-Triumphator wird sich in Zukunft voll und ganz seiner zweiten ganz grossen Leidenschaft widmen: der Landwirtschaft. Wicki besitzt einen eigenen Hof und führt zudem ein Baggerunternehmen. 

Für die Innerschweiz ist sein Rücktritt ein weiterer Nackenschlag. Nach Pirmin Reichmuth (30) verliert sie innert kurzer Zeit auch ihr zweites grosses Aushängeschild. Während Reichmuth neuerdings SRF-Experte ist, darf man gespannt sein, ob und in welcher Form Wicki dem Schwingsport erhalten bleibt. 

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