Hier macht Burkhalter einen 250-Kilo-Deadlift
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So wurde er Weltmeister:Hier macht Burkhalter einen 250-Kilo-Deadlift

«Dieses Ende tut brutal weh»
Schwinger Burkhalter beendet mit 23 Karriere per sofort!

Starke Schmerzen nach mehreren Verletzungen zwingen Thomas Burkhalter zum frühen Karriereende. «Dieses Ende tut brutal weh – aber ich habe noch ein ganzes Leben vor mir», sagt er. Noch vor wenigen Monaten verpasste er den begehrten ESAF-Kranz knapp.
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Für Thomas Burkhalter geht die Reise im Sägemehl bereits im Alter von 23 Jahren zu Ende.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

  • Schwinger Thomas Burkhalter beendet Karriere wegen zahlreicher Verletzungen
  • Die Ärzte entdeckten unter anderem Meniskusschäden und eine Zyste im Gehirn
  • Nun will sich Burkhalter auf seine anderen Leidenschaften konzentrieren
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Nicola AbtReporter Sport

Es ist eine Sprachnachricht, die knapp drei Minuten dauert. Und die alles beendet. Schwinger Thomas Burkhalter (23) schickt sie dem Blick-Reporter am Montagmorgen. Seine Stimme wirkt ruhig. Und doch ist sofort klar: Das hier fällt ihm brutal schwer. 

Nach wenigen Sekunden kommt Burkhalter zum Punkt. «Ich überlege seit einem Jahr, mit dem Schwingen aufzuhören. Nun habe ich mich entschieden. Es geht einfach nicht mehr», erklärt der siebenfache Kranzgewinner. Respekt hatte er vor der Reaktion seines Vaters. 

Der zweifache Schwägalp-Sieger Stefan Burkhalter (51) hat seinen Sohn zu jedem Schwingfest begleitet. Dank ihm kümmerte sich der dreifache Eidgenosse Enrico Matossi um die Fitness von Thomas. Nun muss dieser seine Karriere beenden, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat.

Ein Leben lang eingeschränkt

Wer Burkhalter in den letzten fünf Jahre verfolgt hat, den überrascht dieser Entscheid nicht. Die Liste der Verletzungen ist lang – und erschreckend. 2022 spürte Burkhalter seine Beine nicht mehr. «Ich hatte Angst, querschnittgelähmt zu sein.»

Ein Jahr später riss das Kreuzband. 2024 folgte eine Rückenoperation. «Ich fühlte mich wie ein Pflegefall. Meine Freundin musste mir die Socken anziehen.» Letzten Winter kam eine Fuss-OP hinzu. Nun haben die Ärzte ausserdem Meniskusschäden in beiden Knien entdeckt. Zu allem Übel wächst in seinem Gehirn auch noch eine Zyste. Ein harter Aufprall oder ein Schlag – und es droht eine Hirnblutung.

Einige dieser Verletzungen werden Burkhalter ein Leben lang begleiten. «Die Mobilität in den Füssen von früher werde ich nie mehr zurückbekommen. Ich werde mein Leben lang geschädigt sein.» Daran wird er jeden Morgen erinnert. «Ich wache immer mit Schmerzen auf. Ich spüre die Arthrose in meinem Genick. So kann man keinen Kampfsport ausüben.» Um weitere Spätfolgen zu verhindern, zieht Burkhalter nach 16 Jahren einen Schlussstrich. 

Was folgt auf den Weltmeistertitel?

Seinen letzten Kampf bestritt der Thurgauer am ESAF in Mollis GL. Dort verpasste er sein grosses Ziel – den eidgenössischen Kranz – nur ganz knapp. «Dieses Ende tut brutal weh. Aber ich habe noch ein ganzes Leben vor mir. Das will ich in einem körperlich gesunden Zustand geniessen können.» 

Burkhalter träumt von einem Ausbau des Hofs, den er gemeinsam mit seinem Vater führt. Auch sportlich hat er sich bereits wieder neue Ziele gesetzt. «Ich werde versuchen, mich im Powerlifting in der Weltspitze zu etablieren.» Kontrolliert Gewichte zu heben, sei für ihn kein Problem. «Seit ich schweres Kreuzheben mache, hatte ich nie mehr Rückenschmerzen.» 

Was für ein grosses Potenzial in ihm steckt, bewies die Weltmeisterschaft im vergangenen Herbst. Dort triumphierte Burkhalter in der Gewichtskategorie bis 125 Kilogramm. Der Abschied vom Schwingen bleibt dennoch schmerzhaft. Stefan Burkhalter zeigte übrigens grosses Verständnis für den Entscheid seines Sohnes.

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