Kampf um Kilchberger-Selektion
Eidgenosse Odermatt muss sich Kilo-Kritik anhören

Es geht in die heisse Schwing-Phase. Am Nordwestschweizer muss Adrian Odermatt um das Kilchberger Ticket zittern. Zudem wird er für sein Gewicht kritisiert.
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Der Eidgenosse Adrian Odermatt (oben) blickt auf eine durchzogene Saison zurück.
Foto: keystone-sda.ch

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Nicola AbtReporter Sport

Am Sonntag geht es für Eidgenosse Adrian Odermatt (25) um mehr als einen weiteren Kranz. Am Nordwestschweizer Schwingfest fällt die Entscheidung, welche acht Schwinger den Teilverband Anfang September am Kilchberger vertreten dürfen. «Sechs Plätze sind schon fast vergeben. Zwei sind noch offen», erklärt der technische Leiter Remo Stalder. 

Gesetzt sein dürften Nick Alpiger, Sinisha Lüscher, Marius Frank, Lars Voggensperger, Joel Strebel sowie Andreas Döbeli.

Dahinter kämpft unter anderem Odermatt um das begehrte Kilchberger-Ticket. «Klar, macht man sich darüber einige Gedanken. Ich will mich aber auch nicht zu sehr unter Druck setzen», erklärt der Baselbieter. 

Zwei Schwinger lauern dahinter

Dass überhaupt noch zwei Plätze frei sind, hängt auch mit den Verletzungen von Tim Roth und Lukas Döbeli zusammen. Roth wäre nach seinen Leistungen in dieser Saison wohl dabei gewesen. Döbeli empfahl sich mit dem Bergkranz auf dem Weissenstein. Beide mussten ihre Saison inzwischen beenden. 

Dadurch gehören Odermatt und Jonas Glutz zu den ersten Anwärtern auf die beiden freien Plätze. Glutz holte auf der Rigi seinen ersten Bergkranz. Für Stalder hat dieser Erfolg besonderes Gewicht. «Für mich ist ein Bergkranz nach dem Kranz am ESAF das Wertvollste.» Eine solche Auszeichnung fehlt Odermatt.

Hinter den beiden lauern Valentin Scherz und Kaj Hügli. Scherz hat in dieser Saison wie Odermatt vier Kränze gewonnen, Hügli deren drei. Für zusätzliche Brisanz sorgt Stalder selbst. «Wenn es die Situation ergibt, bin ich nicht abgeneigt, Paarungen zwischen den Schwingern zu machen, die sich um die letzten Kilchberger-Plätze duellieren.»

Einige Ausrufezeichen von Odermatt

Einen ersten direkten Vergleich hat Odermatt bereits für sich entschieden. Am vergangenen Sonntag bezwang er Scherz im Schlussgang eines Rangschwingfests. Auch sonst lieferte der Baselbieter in dieser Saison einzelne starke Argumente für seine Selektion.

Am Basellandschaftlichen stand er im Schlussgang, am Nordostschweizer bezwang er mit Werner Schlegel sogar den späteren Festsieger. Trotzdem ist Stalder mit Odermatts Saison nicht restlos zufrieden. «Adrian blieb resultatmässig sicher unter seinem Leistungsniveau. Er hat aber in einzelnen Gängen gezeigt, was in ihm steckt.»

Mögliche Veränderungen im Winter

Auf der Suche nach Gründen für Odermatts teilweise verhaltene Auftritte ist immer wieder von seinem Gewicht die Rede. Mehrere Kenner der Szene und Funktionäre sind der Meinung, dass er ein paar Kilos zu schwer ist.

Der Baselbieter widerspricht nicht. «Vielleicht wäre es wirklich nicht schlecht, ein paar Kilos zu verlieren», sagt er selbstkritisch. Abnehmen sei allerdings leichter gesagt als getan. «Ich versuche immer wieder, Dinge zu optimieren. Da gibt es bestimmt auch bei der Ernährung Verbesserungspotenzial.»

Kurz vor dem wichtigsten Wettkampf der Saison will Odermatt allerdings nichts Grundlegendes mehr verändern. Dafür bleibt im Winter Zeit. Am Sonntag zählt, was er in seiner aktuellen Verfassung aus sich herausholen kann.

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