Darum gehts
Wenn Leonardo Genoni (39) am 5. September in der Schwing-Arena von Kilchberg ZH auftaucht, wartet ein besonderer «Göttibueb» auf ihn. Ultimo heisst der 1300 Kilogramm schwere Muni, der dem Sieger des Kilchberger Schwingets gehört. Genoni ist sein Munigötti. Er teilt sich das Amt mit der Zürcher Regierungsrätin und Gesundheitsdirektorin Nathalie Rickli (49).
Der Eishockey-Goalie ist eng mit dem Ort verbunden. «Ich bin in Kilchberg geboren, aufgewachsen und wohne seit sieben Jahren wieder hier», erzählt er im Gespräch mit Blick. Den Ort des traditionsreichen Kilchberger Schwinget, das Stockengut, kennt er sehr gut. «Das ist eigentlich der Bauernhof, bei dem ich als Kind häufig vorbeigelaufen bin oder gespielt habe.» Heute kommt er mit seinen eigenen Kindern immer wieder dort vorbei. Umso spezieller sei es, zu sehen, was nun auf dem Gelände für einen Tag aufgebaut wird.
Als ihn das Organisationskomitee im vergangenen Herbst fragte, ob er Munigötti werden wolle, sagte er sofort zu. Auch weil der Kilchberger nur alle sechs Jahre stattfindet, sei die Rolle etwas Besonderes. «Ein Teil davon zu sein, ist natürlich schön.»
«Ich muss aufpassen, dass er mir nicht auf die Füsse tritt»
Seinen Göttibueb hat Genoni inzwischen kennengelernt. Beim ersten Treffen musste er sich an dessen Dimensionen gewöhnen. «Sie haben mir gesagt, ich müsse aufpassen, dass er mir nicht auf die Füsse tritt», erzählt er. Er habe zwar gedacht, mit einer etwas grösseren Kuh vielleicht noch «fertig werden» zu können. Bei Ultimo sei das aber definitiv anders: «Das ist schon ein grosser Brocken.»
1300 Kilogramm bringt der Koloss auf die Waage. «Es ist wirklich eindrücklich, wie gross das Tier ist.» In die Arena begleiten wird Genoni seinen Göttibueb deshalb nicht. «Das kann ich nicht. Er ist wirklich recht gross!»
«Ich würde gerne einmal gegen Stucki schwingen»
Mit dem Schwingsport verbindet Genoni inzwischen mehr als nur sein neues Amt. «Ich bin einer von denen, die sich in den letzten Jahren immer mehr dafür interessiert haben.» Mehrmals hat er Schwingfeste besucht, unter anderem in Kilchberg und im Sertig bei Davos GR. Besonders fasziniert ihn die Mischung aus Kraft und Technik: «Es ist unglaublich, was für eine Kraft hier im Spiel ist. Und gleichzeitig ist es technisch, die ganzen Züge.»
Einmal versuchte sich Genoni selbst im Sägemehl. Im vergangenen Jahr trat er mit kompletter Ausrüstung gegen einen Jungschwinger an. Das Resultat? «Ich war einfach chancenlos.» Das Erlebnis habe ihm gezeigt, wie viel Kraft und Technik hinter dem Sport stecken.
Trotzdem würde er sich noch einmal ins Sägemehl wagen. Sein Wunschgegner: Ex-Schwingerkönig Christian Stucki (41). «Ich würde gerne einmal gegen Stucki schwingen.» Genoni weiss allerdings: «Ich müsste schauen, dass er mich nicht umlegt.»
Am 5. September will er nun erst einmal zuschauen. Nach einem Testspiel mit dem EV Zug in Deutschland und einer Rückkehr um 4 Uhr morgens wartet um 7 Uhr bereits Kilchberg. «Das gibt eine sportliche Nacht», ahnt Genoni. Dass er es auf sich nimmt? Keine Frage.
Sein Favorit? Fabian Staudenmann (26). «Was er bis jetzt geleistet hat, ist schon sehr eindrücklich.» Vor allem aber freut sich Genoni auf eines: «Ich hoffe einfach auf grandiose Kämpfe.»

