Darum gehts
- Marius Frank fokussiert sich auf Schwingsport und verlässt Jubla nach 13 Jahren
- Frank gewann 2026 bereits sechs Kränze, ist zweimal im Schlussgang unterlegen
- Der Weissenstein-Schwinget ist für den Eidgenossen etwas ganz Besonderes
Seit seinem achten Lebensjahr gehörte die Jubla zu Marius Franks (21) Leben. Erst als Mitglied, später als Leiter. Nun hat der Eidgenosse mit der langjährigen Leidenschaft vorerst abgeschlossen. «Es war ein längerer Prozess», erzählt er.
Immer häufiger überschnitten sich die Termine. Während die Jungwacht Blauring (Jubla) am Mittwochabend Höcks organisierte oder samstags Anlässe durchführte, stand für Frank Schwingtraining oder Wettkampfvorbereitung auf dem Programm. «Ich wollte weder die Jubla noch das Schwingen nur halbherzig machen.»
Der Traum vom Königstitel
Den endgültigen Entscheid fällte er Anfang dieses Jahres. Besonders ein Erlebnis blieb ihm in Erinnerung. Im vergangenen Sommer fand ein Lager der Jubla in der Nähe seines Wohnorts statt. Morgens schaute Frank vorbei, anschliessend fuhr er nach Hause und am Abend ging es direkt ins Training. «Das war mühsam. So machte es keinen Sinn. Auch wenn die Leute dort unglaublich cool sind.»
Weil am Wochenende dann meistens noch ein Schwingfest anstand, lag sein Fokus stets woanders. «Ich war zwar da, aber mit den Gedanken nicht richtig dabei.» Da sei ihm klar geworden, dass er sich entscheiden müsse.
Im Schwingsport möchte er noch grosse Ziele erreichen, weshalb er diese nun noch konsequenter verfolgen will. «Natürlich träumt man vom Schwingerkönigstitel», sagt Frank. «Ich investiere sehr viel in den Sport und möchte das Bestmögliche herausholen.»
Spezielle Verbindung zum Weissenstein
Der zusätzliche Fokus macht sich bislang bezahlt. Frank gewann in dieser Saison bereits sechs Kränze und stand zweimal im Schlussgang. Beide Male musste er sich allerdings Nick Alpiger geschlagen geben. Unter der Woche findet er den nötigen Ausgleich an der Universität.
Nach seiner Lehre als Kaufmann im Treuhandbetrieb von Eidgenosse Thomas Zindel absolvierte er die Passerelle. Seit Herbst 2024 studiert er Geschichte mit Nebenfach Sport. Später möchte er einmal als Gymnasiallehrer arbeiten. Am Samstag folgt nun einer der Höhepunkte seines Schwingsommers.
Seit Frank acht oder neun Jahre alt ist, hat er kein Weissenstein-Schwinget verpasst. Früher stand er mit seiner Familie als Zuschauer am Sägemehlring, heute gehört er selbst zu den grossen Hoffnungen der Nordwestschweiz. Gemeinsam mit Nick Alpiger, Sinisha Lüscher und Co. will er auf seinem Lieblingsberg die starken Nordostschweizer um Schwingerkönig Armon Orlik herausfordern.