Drei Könige feiern den Einstieg
Wie die Schwing-Legenden den McDonald's-Hammer sehen

Ungläubiges Lachen, überraschte Blicke und eine klare Meinung: Der McDonald's-Deal fürs ESAF 2028 beschäftigt den Schwingsport. Die Legenden Schläpfer, Sempach, Forrer und Matossi äussern sich.
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Der Einstieg von McDonald's in den Schwingsport wirbelt mächtig Sägemehl auf.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • McDonald's wird Königspartner des ESAF 2028 in Thun
  • Die Schwing-Szene reagiert überrascht – Legende Matossi freut sich
  • McDonald's investierte bereits einmal in den Schwingsport

Schwing-Legende Enrico Matossi braucht einen Moment, um diese Nachricht zu verarbeiten. Als Blick ihn mit dem McDonald's-Hammer konfrontiert, fragt er geschockt: «Wie bitte?!» Mit dem Fast-Food-Riesen als neuem Königspartner des ESAF 2028 hat in der Schwing-Szene niemand gerechnet.

Mit seiner ersten Reaktion steht Matossi nicht alleine da. Auch andere Schwing-Grössen zeigen sich überrascht. Nach kurzer Bedenkzeit fällt Matossis Urteil aber klar aus. «Warum auch nicht? Es muss ja nicht immer eine Bank oder eine Versicherung sein», sagt der dreifache Eidgenosse.

Es gibt auch kritische Stimmen

Für ihn zeigt der Deal, dass sich der Schwingsport öffnet. «Wenn jetzt der grösste Vegi-Brötli-Hersteller eingestiegen wäre, dann hätte ich das eher kritisch gesehen.» Für Matossi passt McDonald's hingegen gut zum Nationalsport. «Hand aufs Herz: Fast jeder Schwingfan war doch schon einmal dort.» König Nöldi Forrer geht gar einen Schritt weiter und sagt: «Ich kenne keinen Schwinger, der nicht schon mal im McDonald's war.»

Ganz so locker nehmen das allerdings nicht alle auf. Einige Schwinger finden zumindest hinter vorgehaltener Hand, der Fast-Food-Deal passe nicht zu einer Sportart, die sich immer stärker zum Leistungssport entwickelt. König Matthias Sempach streicht aber etwas anderes hervor. «Für die Schweizer Landwirtschaft ist McDonald's einer der wichtigsten Partner. Deshalb passt das aus meiner Sicht sehr gut.»

Auch Stoos- und Rigi-Sieger Benji von Ah sieht den Einstieg gelassen. «Du musst die Gelder nehmen, wenn du sie bekommst. Ein solcher Grossanlass kostet mittlerweile enorm viel.» Und mit einem Schmunzeln fügt er an: «Einen Hamburger würde ich am ESAF schon essen.»

Auch der Ostschweizer Ernst Schläpfer, seines Zeichens zweifacher König zu Zeiten, als Kommerzialisierung noch ein Fremdwort war, nimmt die Nachricht gelassen zur Kenntnis. «Das finde ich nicht besonders krass, sondern ist vielmehr eine logische Entwicklung im Sponsoringbereich, wenn man immer weiter wachsen will. Irgendwann kommen die Amerikaner und irgendwann vielleicht auch die Chinesen.»

Dass das Image als bodenständiger Sport leidet, kann sich Schläpfer nicht vorstellen. «Ich sehe keine Gefahr. Der Sport in der Arena bleibt ja, wie er ist.»

Die Legende aus Schaffhausen betont auch: Der Deal sei auf das Eidgenössische beschränkt.

Grosse Ausstrahlung und Attraktivität

Beim Eidgenössischen Schwingerverband will man den Deal nicht bewerten. «Der ESV mischt sich nicht in die Vermarktung des ESAF ein. Die Akquisition von Partnern liegt in der Verantwortung des Organisationskomitees», sagt Reto Bleiker, der Geschäftsführer des Verbands.

Eines hält er aber fest: «Eine solche Partnerschaft zeigt, dass das ESAF und der Schwingsport eine grosse Ausstrahlung und Attraktivität geniessen – und dies nicht nur für Schweizer Unternehmen, sondern auch für international tätige Marken.»

Laimbachers wurden schräg angeschaut

Ganz neu ist die Verbindung zwischen McDonald's und dem Schwingsport nicht. Bereits vor rund 20 Jahren unterstützte der Fast-Food-Riese mit Martin Grab, Heinz Suter sowie den Brüdern Philipp, Ivo und Adi Laimbacher gleich mehrere Spitzenschwinger.

Möglich machte dies der Unternehmer Peter Kilchenmann, der damals mehrere McDonald's-Filialen führte und ein grosser Schwingfan war. «Der eine oder andere hat damals schon etwas schräg geschaut, als plötzlich das goldene M auf unseren Sponsorenhemden prangte», erinnert sich Philipp Laimbacher. «Wir hatten aber eine sehr angenehme Zusammenarbeit.»

Schwinger gehen ab und zu in den McDonald's

Vom Sponsoring profitierten die Schwinger auf verschiedene Weise. «Wir konnten beispielsweise gratis bei McDonald's essen. Nach den Trainings sind wir deshalb schon ab und zu gemeinsam dort vorbeigefahren», erzählt Laimbacher und lacht.

Trotzdem habe man natürlich auf die Ernährung geachtet. «Man geht ja nicht jeden Tag.» Dass McDonald's nun Königspartner des ESAF wird, freut Laimbacher. «Das bringt frischen Wind in die Sponsorenlandschaft.»

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