Darum gehts
Auf wen trifft Schwingerkönig Armon Orlik (31)? Wer muss gegen Top-Favorit Fabian Staudenmann (26) antreten? Und welchen Gegner erhält Titelverteidiger Samuel Giger (28) nach seiner langen Verletzungspause? Über die Spitzenpaarungen wird vor dem Kilchberger hitzig diskutiert.
Die Antworten kennt Fridolin Beglinger. Als neuer Technischer Leiter des Eidgenössischen Schwingerverbands darf er den ersten Gang ganz allein einteilen. Das sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Diskussionen.
Premiere am Kilchberger
Sein Vorgänger Stefan Strebel pfiff auf ungeschriebene Gesetze. So teilte er am letzten Eidgenössischen beispielsweise den damaligen Nicht-Eidgenossen Michael Moser gegen Schwingerkönig Joel Wicki ein. Auch Revanchen gehörten zu Strebels Handschrift.
Nach einem Gestellten betonte er immer wieder, dass ein Duell für ihn «noch nicht fertig» sei, und liess die beiden Schwinger beim Saisonhighlight erneut aufeinander los. Beglinger übernahm das Amt im Frühjahr vom mittlerweile verstorbenen Strebel.
Der Kilchberger ist sein erster eidgenössischer Anlass als oberster Einteiler. Entsprechend gespannt ist die Schwing-Szene, nach welchen Prinzipien der Glarner einteilen wird. Gegenüber Blick verrät er seine Überlegungen.
Auf König Orlik wartet ein starker Gegner
Anders als Strebel ist Beglinger kein riesiger Fan von Revanchen. «Mir gefällt es, Schwinger aufeinander loszulassen, die schon länger nicht mehr gegeneinander gekämpft haben. Das verspricht zusätzliche Spannung.»
Für den Glarner steht über allem, dass die Zuschauer attraktive Gänge zu sehen bekommen. Deshalb will er angriffslustige Schwinger aufeinander loslassen. Wer eher defensiv schwingt, muss mit einem Gegner rechnen, der ähnlich agiert.
Im Unterschied zu Strebel betont Beglinger, dass ihm die ungeschriebenen Gesetze durchaus wichtig sind. «Der König muss mit einem der Stärksten dieser Saison zusammengreifen.» Eine klare Ansage macht Beglinger auch beim Thema Giger.
Ist der Schwinger-Boss parteiisch?
Der Unspunnensieger musste wegen seiner Verletzung lange pausieren. Deshalb wird spekuliert, dass der Thurgauer möglicherweise einen leichteren Auftaktgegner erhält. Beglinger schüttelt den Kopf: «Sämi wird genauso hart eingeteilt wie alle anderen Spitzenschwinger. Als Titelverteidiger erhält er einen Brocken.»
Dass Giger erst vor kurzem ins Sägemehl zurückgekehrt ist, spielt für ihn keine Rolle. «Wenn jemand antritt, dann ist er fit. Da nehme ich keine Rücksicht.» Beglinger weiss, dass seine Arbeit genau beobachtet wird.
Schliesslich war er vor seinem Wechsel zum Eidgenössischen Verband Technischer Leiter der Nordostschweizer. Den Verdacht, dass Giger und Co. deshalb Vorteile geniessen könnten, weist er entschieden zurück. «Ich bin sicher nicht parteiisch.»
Enthüllung live im TV
Als er vom Glarner zum Nordostschweizer Technischen Leiter aufstieg, habe er die Glarner auch nicht bevorteilt. «Genauso werde ich jetzt die Nordostschweizer keinesfalls bevorzugen.» Klartext spricht er aber nur diesbezüglich. Wer mit wem zusammengreift, lässt sich Beglinger nicht entlocken. «Das werden wir am Mittwoch sehen.» Um 18.30 Uhr wird er die zehn absoluten Spitzenpaarungen live auf SRF bekannt geben. Und damit wohl einige Diskussionen auslösen.