Giger bodigt Schlegel nach erfolgreichem Konter
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Neuauflage ESAF-Schlussgang:Giger bodigt Schlegel nach erfolgreichem Konter

Der grosse Schwing-Check
Tolle Giger-Geste, das Schlegel-Problem und ein Ärgernis

Das Wochenende war mit drei Kranzfesten vollgepackt mit Action im Sägemehl. Das hat in und um die Arenen zu reden gegeben – hier kommt der Schwing-Check.
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Darum gehts

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Königsschreck trainiert im Ausland

Bei seinem ersten Auftritt als Schwingerkönig bei einem Kranzfest wird Armon Orlik Zweiter. Dass es mit zwei Gestellten und vier Siegen nicht ganz für den Triumph reicht – Damian Ott hat einen Punkt Vorsprung – liegt unter anderem an Andy Signer. Der 1,83 Meter kleine und etwas mehr als 80 Kilogramm schwere Ostschweizer ärgerte den König im vierten Gang. Wie man es von dem Verteidigungskünstler kennt, drehte er sich mehrfach blitzschnell aus. Durch den zweiten Gestellten – nach jenem im Anschwingen gegen Domenic Schneider – fällt Orlik aus dem Schlussgang-Rennen. Signer dürfte in diesem Jahr noch den einen oder anderen Favoriten zur Verzweiflung bringen. Auch, weil er seit letztem Winter beim Rotor-Team in Liechtenstein trainiert. Damit stemmt er neuerdings am gleichen Ort Gewichte wie ESAF-Schlussgänger Werner Schlegel. Die Investition in ein hochprofessionelles Training scheint sich auszuzahlen.

Signer (unten) trotzt König Orlik einen Gestellten ab.
Foto: BENJAMIN SOLAND

Technische Probleme bei Premiere

Remo Käser tritt auch neben dem Sägemehl in die Fussstapfen seines Vaters Adrian. Der Königssohn ist neu als Experte bei Tele Bärn im Einsatz. Seine Premiere feierte er am Emmentalischen in Oberdiessbach. «Es war mega spannend, aber auch sehr anstrengend», sagt Käser am Tag danach. «Ich war etwas nervös, weil ich die Abläufe noch nicht auswendig kannte.» Und dann streikt bei seiner Premiere auch noch die Technik. Bei der ersten Schaltung war er nicht zu hören. «Ich habe sofort gemerkt, dass etwas nicht stimmt.»

Moderatorin Natalie Barros reagierte schnell und half mit ihrem Mikrofon aus. Die Aufgabe als Experte zwischen den Gängen stellt für ihn eine besondere Herausforderung dar. Es sei ganz anders als das Kommentieren der Live-Situation. «Man muss extrem konzentriert sein. Es gibt keinen Bildschirm, nichts zum Nachschauen.» Den Leuten scheint der Auftritt von Käser gefallen zu haben. «Es gab einige positive Rückmeldungen.»

Auch sein Vater zeigte sich zufrieden. Käser sagt dazu lachend: «Ob er mich kritisiert hätte, wenn es schlecht gewesen wäre, weiss ich aber nicht.» Zu sehen und zu hören ist Käser bereits am Montag im Schwingtalk, bevor er am kommenden Sonntag am Mittelländischen wieder im Einsatz steht.

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Remo Käser bei seinem ersten Einsatz als Tele-Bärn-Experte mit Moderation Natalie Barros.

Fragwürdige Einteilung

Der Blick auf die Rangliste am Emmentalischen Schwingfest überrascht – im negativen Sinn. Matthias Aeschbacher hat bei seinem Heimfest den Kranz verpasst. Der letztjährige Schwarzsee-Sieger schrammte einen Viertelpunkt an der Auszeichnung vorbei. Zu reden gibt dabei sein Notenblatt. Einige Experten rümpfen darüber die Nase. 

Nach der Startniederlage gegen Matthieu Burger bekommt Aeschbacher mit Ivan Thöni einen äusserst unbequemen Gegner vorgesetzt. Als dieser Gang gestellt endet, hängt der Kranz bereits am seidenen Faden.

Die Einteilung bleibt happig. Weitere unangenehme und starke Normalkranzer folgen. Für Stirnrunzeln sorgt vor allem der Vergleich mit anderen Schwingern, welche die Auszeichnung gewonnen haben. Teilweise mussten diese gegen drei Nichtkranzer antreten. Festzuhalten bleibt, dass Aeschbacher nicht nur an sich selbst gescheitert ist, sondern auch kein Einteilungsglück hatte.

Giger-Geste berührt Ex-Teamkollegen

Im Januar zog Thomas Burkhalter einen Schlussstrich. «Es geht einfach nicht mehr», erklärte der siebenfache Kranzgewinner im Blick. Sein Körper streikte – erneut. Vier Monate sind seither vergangen. Eigentlich genug Zeit, um sich vollständig zu erholen. Doch statt topfit beim Thurgauer Kantonalen aufzutauchen, humpelt der Sohn des Schwägalp-Champions Stefan Burkhalter über den Platz. Sein linker Fuss ist bandagiert.

Ausgerechnet der Körper, der ihn zum Rücktritt zwang, bremst ihn erneut. «Der Zehennagel ist eingewachsen und musste deshalb rausoperiert werden», erklärt er. Von dieser Blessur lässt sich Burkhalter seine gute Laune jedoch nicht vermiesen. «Mir geht es grossartig. Der Entscheid, vom Schwingen zurückzutreten, war richtig.» Wenn er noch einmal auf diese emotionalen Tage zurückblickt, dann bleibt ihm ein Telefonat in besonders positiver Erinnerung. «Sämi Giger hat sich bei mir gemeldet und mir alles Gute gewünscht. Das hat mich sehr gefreut.» Diese tolle Geste hat ihn auch deshalb berührt, weil sonst nur wenige Rückmeldungen aus der Schwingerszene kamen. «Einige Kollegen haben mir eine Nachricht geschrieben. Von vielen hörte ich nichts, das sagt dann halt auch vieles aus.» Sobald der Fuss einsatzfähig ist, will er sich wieder intensiver mit dem Kraftsport auseinandersetzen.

Thomas Burkhalter wird auch nach der Karriere vom Körper ausgebremst.
Foto: Sven Thomann

Der etwas andere Muni

Lebendpreise gibts beim Solothurner Kantonalen nicht. Der Siegermuni ist stattdessen ein Kunstwerk aus Holz. Sieger Sinisha Lüscher scheint das nicht zu stören. «Wenn ich ihn nach Hause nehmen darf, weiss ich einen Platz», meint er bei Tele M1 darauf angesprochen. Er sei sich zwar nicht sicher, ob die Idee auch seine Mutter freut, «aber an der Strasse vorne kommt er hin», so der nun zweifache Kranzfestsieger.

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König Orlik leidet mit

Die Nordostschweizer erleben einen Saisonstart zum Vergessen. Und das nicht, weil sie schlecht schwingen würden. Vielmehr schlagen die vielen Verletzungen den Athleten und Funktionären aufs Gemüt. Nachdem sich Schwägalp-Champion Marcel Räbsamen das Kreuzband gerissen hat und die ganze Saison verpasst, wächst das Lazarett am Thurgauer Kantonalen weiter an. Eidgenosse Fabian Kindlimann musste das Fest mit Verdacht auf eine Innenbandverletzung abbrechen. Jeremy Vollenweider kann den Sägemehlring nicht einmal mehr selbstständig verlassen. Er wird mit einer schweren Knieverletzung auf einer Trage aus der Arena gebracht. «Das zu sehen, macht traurig und tut mir sehr leid. Ich wünsche allen gute Besserung», sagte König Orlik nach dem Fest. Auch er weiss, dass sie diese starken Schwinger im Kampf gegen die Berner schmerzlich vermissen werden.

Jeremy Vollenweider verletzt sich im 1. Gang.
Foto: BENJAMIN SOLAND

Festsieger Ott erklärt Griff-Ärger

Das Thurgauer Kantonale wurde von den Duellen zwischen Damian Ott und Samuel Giger geprägt. Neben hochklassigen Angriffen sorgte auch das teilweise sehr lange Grifffassen für Gesprächsstoff. So dauerte es einmal fast 30 Sekunden, bis der Kampfrichter das Duell freigab. Als es ihm zu bunt wurde, richtete er deutliche Worte an beide Schwinger. «Von aussen war das sicher nicht schön anzusehen, aber da geht es um jeden Millimeter. Wenn ich ihn machen lasse, dann lande ich wenig später auf dem Rücken», erklärt Ott nach seinem Festsieg.

Das sehr lange Grifffassen zwischen Giger (l.) und Ott sorgt für Gesprächsstoff.
Foto: BENJAMIN SOLAND

Der stolze Papa Stucki

Dreimal hat Christian Stucki das Emmentalische (2003, 2008 und 2018) gewonnen. Auch nach dem Karriereende lässt sich der Schwingerkönig das Fest nicht entgehen. Als er nach der Mittagspause von Tele Bärn interviewt wird, kann er zum bisherigen Verlauf nicht viel sagen. Denn Stucki ist erst kurz vorher auf dem Festgelände eingetroffen. Er müsse nun ja nicht mehr frühmorgens da sein, erklärt er. Und fügt an, dass er bereits am Vortag in Oberdiessbach gewesen sei. Denn da hat der Emmentalische Nachwuchsschwingertag stattgefunden, an dem Stuckis Sohn Elia teilgenommen hat. Und der Zehnjährige scheint dessen Talent geerbt zu haben. «Er machts immer super, hat dieses Mal einen guten Tag erwischt», erzählt Papa Stucki nicht ohne Stolz. Mit einem verlorenen und fünf gewonnenen Gängen ist Elia in der Kategorie Jahrgang 2015-2016 Zweiter geworden. Wie erlebt Stucki die Einsätze seines Sohnes? «Eine gesunde Unterstützung muss da sein, aber ich bin immer ein bisschen nervös», erzählt er. Das sei bei seinem Vater aber auch nicht anders gewesen.

Elia Stucki (vorne rechts) eifert im Sägemehl seinem Papa nach.
Foto: Sven Thomann

Schlegel muss ein Problem lösen

Wer sich im Umfeld der Nordostschweizer Spitzenschwinger umhört, dem begegnet immer wieder folgende Aussage: «Werner Schlegel ist brutal stark. Im Training überzeugt er am meisten.» Entsprechend reist der Toggenburger als einer der grossen Favoriten ans Thurgauer Kantonale. Doch statt zu dominieren, erlebt Schlegel einen Fehlstart. Bereits im ersten Gang liegt er auf dem Rücken – sauber ausgekontert von Samuel Giger, der selbst noch Trainingsrückstand hat. Es bleibt nicht der einzige Dämpfer. Im dritten Gang folgt ein Gestellter gegen Andrin Habegger. Bereits am Mittag fällt Schlegel aus der Entscheidung. Und alle fragen sich: Was war los mit dem neunfachen Kranzfestsieger?

Sein Team sieht die Gründe unter anderem darin, dass er noch ein gutes Stück von seiner Topform entfernt ist. Schliesslich konzentriert auch er sich wie alle Top-Schwinger auf das Kilchberger Anfang September. Mehr zu denken gibt jedoch ein Muster. Bereits nach dem Jubiläumsfest 2024 und dem Innerschweizer im letzten Jahr verliert Schlegel erneut nach einem suboptimalen ersten Gang etwas den Faden. Es wirkt so, als würde er durch den Frust über sich selbst eine Menge Energie verpuffen. Ob es ein mentales Problem ist oder andere Faktoren eine Rolle spielen, dürfte genau analysiert werden. Sicher ist, dass Schlegel eine Reaktion zeigen wird.

Giger bodigt Schlegel nach erfolgreichem Konter
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Die Kilchberg-Champions

2021 haben Samuel Giger, Damian Ott und Fabian Staudenmann punktgleich den Kilchberger Schwinget gewonnen. Auch fünf Jahre später gehören sie noch immer zu den Schwingern, die es zu schlagen gilt. Anfang September wollen sie ihren Titel verteidigen. Grund genug, ihre Kranzfestsaison genauer unter die Lupe zu nehmen. Zwei von ihnen sind an diesem Wochenende gestartet. Und haben einen starken Eindruck hinterlassen. Ott triumphiert mit fünf Siegen und einem Gestellten am Thurgauer Kantonalen. Im Schlussgang bodigt er Giger, nachdem die beiden im 4. Gang schon gegeneinander gestellt haben. Giger seinerseits gewinnt seine anderen vier Gänge, legt in der Neuauflage des ESAF-Schlussganges etwa Werner Schlegel aufs Kreuz und beendet das Fest auf Rang 3. Staudenmann steigt kommendes Wochenende beim Mittelländischen erstmals in die Zwilchhosen.

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