Darum gehts
Irgendetwas stimmt da nicht. Zumindest aus der Sicht des normalen Fitnessbesuchers. Obwohl Sinisha Lüscher mit aller Kraft gegen eine auf den Schultern liegende Stange drückt, bewegt sich diese keinen Millimeter.
Dieser auf den ersten Blick sinnlos erscheinende Akt ist im Profisport weit verbreitet. Und hat mittlerweile auch das Schwingen erreicht. Seit diesem Winter arbeitet Lüscher intensiv mit dem Kantonsspital Aarau zusammen.
Im Leistungszentrum wird an diesem Donnerstagmorgen exakt erfasst, wie viel Kraft im Körper des Eidgenossen steckt. Im oben beschriebenen Fall ist die Stange fest montiert, sodass der Druck gemessen werden kann, den Lüscher dagegen aufbaut.
Trainer und Athlet sind zufrieden
Die Daten werden in Echtzeit auf den Laptop übertragen. Welche Zahlen dabei zu sehen sind, bleibt geheim. Die Reaktion von Trainer Jürg Monhart reicht als Einordnung. Er nickt zufrieden. Neben der Beinkraft von Lüscher wird auch die Verfassung seines Oberkörpers gemessen.
Nach knapp zwei Stunden ist der Leistungstest abgeschlossen. «Es war hart. Aber die Werte sind sehr positiv», sagt Lüscher im Anschluss. Er fühle sich besser als noch im letzten Frühling. Und das will etwas heissen. Denn in der vergangenen Saison gewann er sein erstes Kranzfest und sicherte sich am ESAF in Mollis GL den Kranz.
Dass Lüscher in diesem Winter noch einmal besser wurde, bestätigt auch sein langjähriger Trainer. «Der Leistungstest war beeindruckend. So stark wie aktuell war Sinisha noch nie. Er konnte sich in allen Bereichen verbessern.»
Rückschlag im Winter
Trotz der starken Ergebnisse sieht Monhart nach wie vor Steigerungspotenzial. Dank der Auswertung weiss er nun, wo noch die grössten Schwächen sind. «Ich lasse diese Analyse direkt ins Training einfliessen», erklärt er.
Bereits im Januar hatte sich Lüscher einer ersten solchen Analyse unterzogen. Davor war er jedoch knapp drei Wochen krank und verlor etwa acht Kilo. Auch deshalb machte er seither einen gewaltigen Sprung.
Starke Auftritte stimmen positiv
Obwohl damit zu rechnen war, fühle es sich dennoch gut an, so Lüscher. Die Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Aarau bewertet er bisher als sehr positiv. «Es ist ein weiterer Schritt in Richtung der Professionalität, die ich mir vorstelle.»
Nun geht es darum, die tolle körperliche Verfassung in starke Leistungen im Sägemehl zu übertragen. Das gelang ihm im Frühjahr mehrheitlich sehr gut. Eines der drei Rangschwingfeste konnte Lüscher für sich entscheiden. Auch am Solothurner Kantonalen Anfang Mai traut man ihm den Sieg zu. Sein Körper scheint auf jeden Fall bereit zu sein.