Darum gehts
- Sinisha Lüscher pausierte wegen Grippe wochenlang
- Der Eidgenosse verlor deswegen acht Kilo
- Noch bleibt ihm genug Zeit bis zum Saisonstart
Mit dem Start der Hallenschwingfeste beginnt auch das grosse Rätselraten. Auf den Tribünen und an den Stammtischen wird gewerweisst, welche Schwinger die kommende Saison prägen werden. Ein Name fällt dabei besonders häufig: jener von Sinisha Lüscher (20).
Schliesslich hat der KV-Absolvent im letzten Jahr für mächtig Furore gesorgt. Lüscher triumphierte erstmals an einem Kranzfest. Sein Meisterstück lieferte er am ESAF in Mollis GL ab. Der Shootingstar bodigte im siebten Gang Schwägalp-Champion Marcel Räbsamen und sicherte sich damit bereits vor seinem letzten Kampf den eidgenössischen Kranz.
Dementsprechend viel trauen ihm Fans und Experten in diesem Sommer zu. Was bisher aber niemand wusste: Lüscher wurde während seiner Saisonvorbereitung böse ausgebremst. Zwischenzeitlich musste er wochenlang pausieren. «Der Körper holte sich, was es brauchte», erklärt er.
Ärger wegen verpasstem Schwingfest
Zum unangenehmen Zwischenfall kam es kurz vor Weihnachten. Eine hartnäckige Grippe setzte Lüscher ausser Gefecht. «Er verlor in dieser Zeit acht Kilo», schildert sein Trainer Jürg Monhart. Statt 114 wog sein Schützling plötzlich nur noch 106 Kilo.
Sie mussten drei Wochen mit dem Training aussetzen. «Es war brutal uncool», so Lüscher. Er sagte deswegen seine Teilnahme am Berchtoldschwinget Anfang Jahr ab. «Das nervte mich. Ich wäre dort gerne angetreten.»
Mittlerweile glaubt er zu wissen, weshalb ihn der Virus derart hart attackierte. «Ich hatte ein hohes Trainingsvolumen mit viel Stress und wenig Erholung.» Vor allem der September forderte nach der starken Saison noch einmal Substanz.
Noch mehr Zeit im Sägemehl verbracht
Nach seinem Durchbruch standen wichtige Zukunftsgespräche an. Mittlerweile konnte Lüscher mehrere neue Sponsoren präsentieren. Dass der Körper nach dieser intensiven Phase eine Pause brauchte, nahm sein Trainer gelassen zur Kenntnis.
Vor allem, weil sie bis dahin alles wie geplant durchziehen konnten. «Eine Verletzung wäre viel schlimmer gewesen. So wurden wir nur leicht zurückgeworfen.» Dank mehrerer qualitativ hochwertiger Wochen in Magglingen BE fühlt sich Lüscher bereits wieder sehr gut und verrät: «Ich habe noch mehr geschwungen als im letzten Winter. Mir war es wichtig, neue Techniken zu lernen.»
Damit diese Automatismen im Wettkampf greifen, ist jedoch noch viel Arbeit nötig. «Du musst einen Schwung tausendmal gemacht haben, bis er richtig gut funktioniert.» Wenn die Zeit reicht, wird Lüscher in der kommenden Saison also den einen oder anderen Überraschungsangriff lancieren.
Worauf sich die Gegner in Zukunft einstellen müssen, wird vielleicht ein erstes Mal Ende März beim Hallenschwinget in Lenzburg AG ersichtlich.