«Könnten bei Organisation noch etwas vom ESAF abschauen»
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Schwingerkönig an Olympia:«Könnten bei Organisation noch etwas vom ESAF abschauen»

König Orlik kritisiert Olympia-Organisation
«Sie sollen sich am ESAF ein Vorbild nehmen»

Schwingerkönig Armon Orlik begibt sich auf ungewohntes Terrain. Bei den Olympischen Spielen in Italien erlebte er einige negative Überraschungen.
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Riesiger Frust: Schwingerkönig Armon Orlik (l.) und Athletiktrainer (r.) Robin Städler nach dem Aus von Dario Caviezel im Achtelfinal.
Foto: © PASCAL MORA

Darum gehts

  • Armon Orlik besucht den Parallel-Riesenslalom an den Olympischen Spielen in Livigno
  • Der König unterstützt seine Trainingskollegen – doch die beiden scheiden früh aus
  • Für Ärger sorgte die Organisation – es gab unter anderem zu wenig Sitzplätze
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Nicola AbtReporter Sport

Sollten die Schweizer Armon Orlik (30) nicht sofort erkannt haben, dann verrät ihn spätestens der Griff in seinen Rucksack. Der Schwingerkönig nimmt ein Salamisandwich, Clementine und Knoppers hervor. Proviant, wie ihn sonst nur Schwing-Fans mitbringen würden. «Wir sind halt einfach gerne gut vorbereitet», sagt der Bündner lachend.

Es wirkt fast so, als hätte er eine Vorahnung gehabt, was ihn an den Olympischen Spielen in Livigno erwarten würde. Gemeinsam mit seinem Athletiktrainer Robin Städler und dessen Familie besuchte Orlik den Parallel-Riesenslalom der alpinen Snowboarder. 

Das Problem mit der Kuhglocke

Der König unterstützte bei seiner Olympia-Premiere seine beiden Trainingskollegen Ladina (32) und Dario Caviezel (30). Sie werden ebenfalls von Städler geschliffen. Voller Vorfreude reiste der Fanclub aus Zernez GR an. Der reibungslose Bustransport sollte aber eines der wenigen Highlights bleiben. 

Schon bei der Eingangskontrolle machte sich ein erstes Mal Unverständnis breit. «Sie wollten uns unsere Kuhglocke abnehmen», erzählt Städler kopfschüttelnd. Sportlich folgte dann kurz darauf der erste Nackenschlag.

Ladina Caviezel scheitert bereits in der Qualifikation. Immerhin schaffte Dario den Sprung ins Achtelfinale. Mittagspause. Nach stundenlangem Stehen im Zielbereich gibt die Gruppe die Suche nach einer Sitzmöglichkeit frustriert auf. Essensstände gibt es genauso wenig.

Als auch noch die Kaffeemaschine eingefroren ist und ein Tee herhalten muss, platzt Städler der Kragen: «Das ist ein Kindergarten – sackschwach. Es gibt nichts Grösseres als Olympia und dann ist es so schlecht organisiert. Sehr enttäuschend.»

Orlik präsentiert eine interessante Idee

Ein Zelt, um sich kurz aufzuwärmen, fehlt genauso wie die Möglichkeit den Zielraum zu verlassen. Wer einmal nach draussen geht, kommt nicht mehr rein. «Wenn das Wetter schlecht gewesen wäre, wo wären wir dann hin?», fragt Städler. 

Auch Orlik ist verärgert, liefert aber einen spannenden Vorschlag: «Was den Service für die Zuschauer betrifft, sollten sie sich ein Vorbild am Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest nehmen.» Das sei nämlich super organisiert gewesen. «Die hätten bestimmt noch einige Tipps.»

Stimmung elektrisiert den König

Dann ist Zeit für das Achtelfinale. Orlik klatscht, ruft, bibbert. «Allez Dario!», schreit er immer wieder. Doch es hilft nicht. Auch der letzte Schweizer scheitert. Kurzzeitig verstummt der Schwingerkönig. «Das ist brutal schade», murmelt Orlik.

Die tolle Stimmung im Zielraum muntert ihn dann aber bald wieder auf. Fahnen werden geschwungen und Sprechchöre sind zu hören. «Es ist unglaublich, was hier abgeht. Richtig cool!» 

Der Sieg einer Landsfrau als Trost

Orlik geniesst seine Anonymität. Kaum jemand will ein Foto oder ein Autogramm. «Es tut gut, wenn einmal nicht so viel Rummel um einen ist.» Und ein kleines Happy End gibt es für den König am Ende dann doch noch. 

Mit Zuzana Maderova (22) gewinnt eine Tschechin den Wettkampf. Orlik jubelt seiner Landsfrau zu. Landsfrau? Tatsächlich hat Orlik tschechische Wurzeln. Sein Grossvater wanderte als 18-jähriger Junge von der damaligen Tschechoslowakei ins Bündnerland aus. Das ist aber nur ein kleiner Trost für den König, der natürlich viel lieber den Schweizer Psalm gehört hätte. 

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