Darum gehts
- Anton Palzer beendet seine Radsportkarriere und kehrt zum Skibergsteigen zurück
- Wegen Red Bulls Einstieg bei seinem Team bekam Palzer keine Vertragsverlängerung
- Bei der «Pierra Menta» war er bereits wieder schneller als seine grössten Konkurrenten aus der Schweiz
Es war eines der spektakulärsten Experimente im Profisport. 2021 verpflichtete der deutsche Radrennstall Bora-Hansgrohe einen Mann, der zuvor noch nie ein richtiges Radrennen bestritten hatte. Die Rede ist von Anton «Doni» Palzer (33).
Der Berchtesgadener gehörte damals zu den besten Skibergsteigern der Welt. Er ist ein Konditionswunder mit Lungenwerten, von denen selbst Top-Radprofis nur träumen. Sein damaliger Teamchef Ralph Denk sieht in ihm einen Quereinsteiger, der vom Wintersport aus die Radwelt erobert. Noch in seiner allerersten Saison als Radprofi beendet der Bayer seine erste dreiwöchige Rundfahrt (Vuelta) erfolgreich.
Doch nun, fünf Jahre und 257 Radrennen später, endete dieses Kapitel abrupt. Der Vertrag des 33-Jährigen wurde 2026 nicht verlängert. Die Begründung: Palzer seien auch nach mehreren Jahren noch Anpassungsprobleme im Weltklasseradsport anzumerken.
Ist Palzer auch ein Opfer der Red-Bull-Revolution?
Der Grund dürfte aber in den neuen Ambitionen seines Teams liegen. Seit dem Einstieg von Red Bull als Hauptsponsor bei Bora-Hansgrohe bleibt nämlich kein Stein auf dem anderen. Der Rennstall wird komplett umstrukturiert. Der neue Quereinsteigerstar im Team ist der Skisprung-Juniorenweltmeister Primoz Roglic (Sln, 36). Das Ziel ist der Gesamtsieg bei der Tour de France. Auch wenn Palzer selber Red-Bull-Athlet ist, bleibt für solche «Projekte» in diesem hochgerüsteten Millionen-Kader kein Platz mehr.
Doch wer glaubt, Palzer sei nach dem Ende seines Vertrags in ein Loch gefallen, der irrt sich gewaltig. Der Radpensionär ist nun zurück in seinem natürlichen Habitat: auf den steilen, verschneiten Gipfeln.
Sensation bei der «Pierra Menta»
Das beweist er bei seinem Comeback im Skibergsteigen gleich eindrücklich. Nachdem er im Februar Deutscher Meister wurde, startete Palzer zuletzt bei der «Pierra Menta» in den französischen Alpen. Dieses Rennen gilt zusammen mit der «Patrouille des Glaciers» von Zermatt VS nach Verbier VS als die wichtigste und härteste Langdistanzprüfung der Welt: Während vier Tagen bewältigen die Athleten über 10’000 Höhenmeter.
Gemeinsam mit seinem italienischen Partner Nadir Maguet belegt er dort auf Anhieb den sensationellen vierten Schlussrang. Besonders pikant aus Schweizer Sicht: Palzer lässt dabei sogar Rémy Bonnet hinter sich. Der Freiburger Bonnet ist aktuell das Mass aller Dinge im Skibergsteigen.
Dass Palzer wirklich nichts von seiner Urgewalt verloren hat, unterstreichen die Bilder vom Rennen: Da die «Pierra Menta» im Team absolviert wird, müssen die Partner harmonieren; in steilen Passagen sah man Palzer deshalb, wie er seinen Teampartner buchstäblich den Berg hochzieht. Eine im Reglement erlaubte, aber physisch brutale Methode, um das Tempo hochzuhalten.
Was bleibt vom Rad-Abenteuer?
Das Experiment Radsport ist für Palzer damit definitiv Geschichte. Auch wenn der Durchbruch auf zwei Rädern ausgeblieben ist, hat Anton Palzer bewiesen, dass er ein Ausnahmeathlet ist. Er hat sich in der härtesten Liga des Radsports behauptet und ist jetzt zurück in den Bergen, wo man keine Taktik im Peloton braucht, sondern vor allem ganz viel Lungenkapazität.
Neben Palzer und Roglic gibt es noch weitere Quereinstiege im Radsport. Ein prominentes Beispiel aus der Schweiz ist Andri Struzina. Der Ruder-Weltmeister versuchte seine enorme Physis vom Ruderboot aufs Rennrad zu übertragen. Doch das Projekt «Profi-Radfahrer» ist mittlerweile Geschichte. Vor rund einem Jahr gab Struzina via Instagram bekannt, dass er den Traum nicht weiterverfolgt.
Ähnliches gilt für MotoGP-Star Aleix Espargaro. Der Katalane, bekannt als fanatischer Hobby-Radfahrer, erhielt eine Chance beim Profi-Team «Lidl-Trek». Doch sein Umstieg auf die dünnen Reifen endete unsanft: Bei der Österreich-Rundfahrt 2025 war er in mehrer Stürze verwickelt, brach sich die Hand und bestritt seither kein Profi-Rennen mehr. Espargaro hat es auf die harte Tour gelernt, dass die Verwandlung vom Ausdauer-Ass zum Peloton-Profi kein Selbstläufer ist.
Ganz aktuell sorgt der Österreicher Benjamin Karl für Schlagzeilen. Der Snowboard-Olympiasieger von 2022 und 2026 will es mit 40 noch einmal wissen und plant einen Einstieg im Radquer. Sein Fernziel ist mutig: Er hofft auf die Olympischen Winterspiele in vier Jahren – unter der Bedingung, dass Radquer bis dahin olympisch wird. Karl wäre dann 44 Jahre alt. Unterstützung bekommt er möglicherweise vom Schweizer Team «Tudor Procycling».
Einer, der bewiesen hat, dass es funktionieren kann, ist Michael Woods. Der Kanadier war ursprünglich professioneller Mittelstreckenläufer, bevor ihn eine Fussverletzung zum Umstieg zwang. Heute ist er einer der besten Bergfahrer der Welt.
Neben Palzer und Roglic gibt es noch weitere Quereinstiege im Radsport. Ein prominentes Beispiel aus der Schweiz ist Andri Struzina. Der Ruder-Weltmeister versuchte seine enorme Physis vom Ruderboot aufs Rennrad zu übertragen. Doch das Projekt «Profi-Radfahrer» ist mittlerweile Geschichte. Vor rund einem Jahr gab Struzina via Instagram bekannt, dass er den Traum nicht weiterverfolgt.
Ähnliches gilt für MotoGP-Star Aleix Espargaro. Der Katalane, bekannt als fanatischer Hobby-Radfahrer, erhielt eine Chance beim Profi-Team «Lidl-Trek». Doch sein Umstieg auf die dünnen Reifen endete unsanft: Bei der Österreich-Rundfahrt 2025 war er in mehrer Stürze verwickelt, brach sich die Hand und bestritt seither kein Profi-Rennen mehr. Espargaro hat es auf die harte Tour gelernt, dass die Verwandlung vom Ausdauer-Ass zum Peloton-Profi kein Selbstläufer ist.
Ganz aktuell sorgt der Österreicher Benjamin Karl für Schlagzeilen. Der Snowboard-Olympiasieger von 2022 und 2026 will es mit 40 noch einmal wissen und plant einen Einstieg im Radquer. Sein Fernziel ist mutig: Er hofft auf die Olympischen Winterspiele in vier Jahren – unter der Bedingung, dass Radquer bis dahin olympisch wird. Karl wäre dann 44 Jahre alt. Unterstützung bekommt er möglicherweise vom Schweizer Team «Tudor Procycling».
Einer, der bewiesen hat, dass es funktionieren kann, ist Michael Woods. Der Kanadier war ursprünglich professioneller Mittelstreckenläufer, bevor ihn eine Fussverletzung zum Umstieg zwang. Heute ist er einer der besten Bergfahrer der Welt.