Auch Marlen Reusser kennts
Auf Sturz von Rad-Profi folgen sexistische Kommentare

Als die Italienerin Debora Silvestri bei Mailand-Sanremo heftig zu Fall kam, hagelte es sexistische Kommentare – gemäss Zeitfahr-Weltmeisterin Marlen Reusser kein Einzelfall. Gestützt wird sie von der Wissenschaft.
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Die italienische Radsportlerin Debora Silvestri stürzt bei Mailand-Sanremo schwer – und wird im Anschluss zur Zielscheibe von sexistischen Kommentaren.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Debora Silvestri stürzte bei Mailand-Sanremo schwer und war mehrere Tage hospitalisiert
  • Sexistische Kommentare folgten ihrem Unfall
  • Studien zeigen: Frauen-Stürze werden häufiger fehlender Fähigkeit zugeschrieben als Männer-Stürze
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Gian-Andri BaumgartnerRedaktor Sport

Es waren schockierende Bilder: Am 21. März stürzte die Italienerin Debora Silvestri (27) beim Radklassiker Mailand-Sanremo schwer. In der Abfahrt von der Cipressa kam sie von der Strasse ab und prallte hart auf einem mehrere Meter weiter unten liegenden Asphaltweg auf. In der Folge blieb sie regungslos liegen.

Wegen eines schweren Brustkorbtraumas musste sie im Anschluss beatmet werden, zudem zog sie sich eine Schulterfraktur und mehrere Rippenbrüche zu. Erst am vergangenen Freitag hat sie das Spital verlassen können.

Sexistische Kommentare auf Social Media

Es war ein Unfall, wie er im Radsport mit seinen hohen Geschwindigkeiten und der eher geringen Schutzausrüstung der Athletinnen und Athleten nicht selten vorkommt, auch bei den Männern. Nur: Die Reaktionen fallen teils ganz anders aus.

Kaum hatten verschiedene Radsport-Seiten das Video des Silvestri-Sturzes auf Social Media geteilt, hagelte es sexistische Kommentare: «Gewisse Dinge können Frauen einfach nicht», «Und das ist, weshalb sie in der Küche bleiben sollten» oder «Frauen stürzen wie 80-Jährige».

Studien: Stürze von Frauen werden anders bewertet

Es sind Aussagen, die auch Zeitfahr-Weltmeisterin Marlen Reusser (34) schon zu hören bekommen hat, wie die Bernerin den Zeitungen von CH Media erzählt. Und damit ist sie nicht alleine: Die Ungleichbehandlung von Stürzen im Männer- und Frauen-Radsport ist gemäss der britischen Radsport-Fachzeitschrift «Cycling Weekly» auch wissenschaftlich belegt.

So zeigen verschiedene Studien, dass Unfälle im Frauen-Sport in den Medien und der Öffentlichkeit häufig den fehlenden Fähigkeiten der Athletinnen zugeschrieben werden, während bei den Männern eher die Umstände geltend gemacht werden. Dabei gebe es keine Evidenz, dass Radsportlerinnen in Rennen mehr und aus anderen Gründen stürzen als ihre männlichen Kollegen.

Reusser gibt auch an, wegen des Polsters im Schritt schon «unglaublich perverse und gschämige Reaktionen» erhalten zu haben. Vom Radfahren lässt sie sich dadurch aber natürlich nicht abhalten: Am Mittwoch gibt sie bei «Quer durch Flandern» ihr Comeback nach dem schweren Sturz bei der UAE Tour im Februar.

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