Darum gehts
- Tadej Pogacar gewinnt Mailand-Sanremo trotz beschädigtem Fahrradrahmen
- Rahmenschaden bei Sturz 32 Kilometer vor Ziel entstanden
- Eddy Merckx: «Reaktion eines grossen Champions»
Für Bostjan Kavcnik ist der Fall klar: «Wenn Tadej gewusst hätte, in welchem Zustand sich sein Rad befindet, wäre er die Abfahrt sicher nicht so kompromisslos heruntergefahren, dass selbst Tom Pidcock kaum mithalten konnte. Das erklärt der Mechaniker von Tadej Pogacars UAE Team Emirates der slowenischen Zeitung «Delo» wenige Tage nach dem Sieg des 27-jährigen Slowenen bei Mailand-Sanremo.
Der von Kavcnik erwähnte Zustand: ein gerissener Rahmen. Entdeckt worden ist der durchaus gefährliche Makel laut Pogacars Mechaniker aber erst nach der Zieldurchfahrt in Sanremo. «Die Hinterradgabel war beschädigt, hat aber glücklicherweise durchgehalten», führt der 44-Jährige weiter aus.
Entstanden ist der Schaden bei einem Sturz in der Anfahrt zur Cipressa-Steigung rund 32 Kilometer vor dem Ziel. Von diesem aufgehalten worden sind unter anderem auch die Pogacar-Konkurrenten Mathieu van der Poel (31) und Wout van Aert (31). Der Slowene fährt im Anschluss mit zerrissenen Hosen und Schürfwunden – und offenbar auch auf einem beschädigten Rad – zum Sieg, indem er sich im Schlusssprint hauchdünn gegen Mit-Ausreisser Tom Pidcock (26) durchsetzt.
Lob von Rad-Legende
Mit dem Sieg beim längsten Rennen des Profi-Kalenders füllt er eine wichtige Lücke in seinem Palmarès – und stellt einmal mehr unter Beweis, dass er auch Widerständen trotzen kann: 2025 hat er sich beim Eintagesrennen Strade Bianche schon einmal nach einem heftigen Sturz aufgerappelt und ist, ebenfalls vor Pidcock, zum Sieg gefahren.
Dafür erhält Pogacar auch Lob vom wohl besten Radfahrer aller Zeiten. «Ich denke, das kann als eine seiner grössten Leistungen angesehen werden. Die Reaktion auf den Sturz war diejenige eines grossen Champions», sagt der siebenfache Sanremo-Sieger Eddy Merckx (80) im Interview mit der «Gazzetta dello Sport».