«Bin viel barfuss unterwegs»
Flury verlor nach Olympia-Abfahrt einen Zehennagel

Unerschrocken: Jasmine Flury fährt trotz Verlust eines Zehennagels und Kniebeschwerden weiter bei den Olympischen Spielen in Cortina d’Ampezzo. Ihr nächster Einsatz: der Super-G am Donnerstag – mit Vollgas, wie sie ankündigt.
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Zu einer Medaille reichte es für Jasmine Flury (rechts) und Wendy Holdener nicht. Flury erlebte in der Team-Kombi-Abfahrt einen Schock-Moment.
Foto: AP

Darum gehts

  • Jasmine Flury verlor bei der Abfahrt am Sonntag einen Zehennagel
  • Sie absolvierte trotzdem 68 Sprünge in vier Rennen auf der Tofana
  • Flury belegte Platz 15 in der Kombi-Abfahrt, 1,54 Sekunden Rückstand
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Mathias GermannReporter Sport

Jasmine Flury ist hart im Nehmen. Bei der Abfahrt am Sonntag verlor sie den Nagel ihres grossen Zehs. Zwei Tage später startete sie bereits wieder zur Kombi-Abfahrt. «Es ist schwierig, in den Skischuh reinzukommen. Auch der Druck von oben ist danach nicht angenehm», sagt die 32-Jährige. Doch wie ist das Malheur passiert? «Beim Duca-d’Aosta-Sprung. Er geht weit und man klatscht im Flachen auf. Danach wurde der Nagel schwarz.»

Nicht nur bei Flury hinterlässt die Flugshow auf der Tofana Spuren. Auch ihre gute Freundin Corinne Suter (31) kämpft mit den Folgen der Landungen – sie erklärte, Schmerzmittel zu nehmen. Tatsächlich waren beide pro Rennen 17 Mal in der Luft – macht bei vier Fahrten (zwei Trainings und zwei Rennen) 68 Sprünge. «Leider gehen mehrere nicht ins steile Gelände, was viel angenehmer wäre», so Flury.

Der Nagel-Zwischenfall hinterliess bei Flury Spuren. «Der Zeh pulsierte am Abend ziemlich fest. Es ist nicht so, dass du so nicht fahren kannst. Aber ich bin sicher sehr oft Barfuss unterwegs», so die Abfahrtsweltmeisterin von 2023 mit einem Augenzwinkern.

Schlag ins Knie? «Ein Schock-Moment»

Bei der Team-Kombi muss Flury gleich nochmals einstecken. «Nach dem Tofana-Schuss habe bei einem Sprung einen Schlag ins Knie bekommen. Ein Stich. Ich habe das gut weggesteckt, im Ziel hatte ich dann aber den Schock-Moment.»

Dazu muss man wissen: Flury kämpft sich nach zweijähriger Pause wegen eines Knorpelschadens zurück. Und zeigt trotz der Probleme eine gute Kombi-Abfahrt – Platz 15. Sie verliert 1,54 Sekunden auf die Bestzeit. «Ich spüre, es geht langsam aber sicher wieder vorwärts, die Spannung ist auch besser.»

Ihren letzten Olympia-Einsatz hat Flury am Donnerstag beim Super-G. Bis es so weit ist, braucht sie Physiotherapie und Ruhe. «Und dann nehme ich nochmals alles zusammen und gebe Vollgas», kündigt sie an.

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