Darum gehts
- Das Tudor Team Alinghi startet am Freitag in Cagliari (Sardinien)
- Ernesto Bertarelli kaufte Red-Bull-Anteile zurück, Team gehört wieder ihm allein
- Aktuelle Kampagne beschäftigt 50 Personen, 2024 in Barcelona waren es 200
Am Freitag startet das neu formierte «Tudor Team Alinghi» offiziell in die neue America’s-Cup-Ära. Bei der dreitägigen Vorregatta in der «Bucht der Engel» vor Cagliari segelt die neue Crew erstmals miteinander unter Schweizer Flagge gegen die Konkurrenz aus Neuseeland, Grossbritannien, Italien und Frankreich.
Zwar findet der nächste America's Cup mit den grössten Formatänderungen seit der ersten Austragung 1857 erst nächstes Jahr in Neapel statt. Doch los geht die Kampagne schon jetzt an Pfingsten. In Cagliari auf Sardinien geht die erste Vorregatta über die Bühne. Mit fünf von sieben Teams, die sich bisher angemeldet haben: Titelverteidiger Neuseeland, Luna Rossa (It), die Briten von GB1, La Roche-Posay (Fr) und Alinghi (Sz).
Die Australier und Amerikaner bleiben der Vorregatta fern, bei der noch nicht mit den fliegenden Segelmonstern der AC75-Klasse gesegelt wird, sondern mit der Baby-Version AC40. Am Freitag und Samstag stehen drei Fleet-Rennen (alle Boote gleichzeitig im Rennen) auf dem Programm, weitere zwei am Sonntag. Ehe die beiden Bestplatzierten ein Final im Match-Race-Format (eins gegen eins) austragen.
Dass wieder ausländische Segler erlaubt sind, zeigt sich an der Alinghi-Aufstellung für Cagliari: Neben Skipper Paul Goodison (Gb), Steuermann Phil Robertson (Nz) und Pietro Sibello (It) ist Nicolas Rolaz der einzige Schweizer an Bord.
Zwar findet der nächste America's Cup mit den grössten Formatänderungen seit der ersten Austragung 1857 erst nächstes Jahr in Neapel statt. Doch los geht die Kampagne schon jetzt an Pfingsten. In Cagliari auf Sardinien geht die erste Vorregatta über die Bühne. Mit fünf von sieben Teams, die sich bisher angemeldet haben: Titelverteidiger Neuseeland, Luna Rossa (It), die Briten von GB1, La Roche-Posay (Fr) und Alinghi (Sz).
Die Australier und Amerikaner bleiben der Vorregatta fern, bei der noch nicht mit den fliegenden Segelmonstern der AC75-Klasse gesegelt wird, sondern mit der Baby-Version AC40. Am Freitag und Samstag stehen drei Fleet-Rennen (alle Boote gleichzeitig im Rennen) auf dem Programm, weitere zwei am Sonntag. Ehe die beiden Bestplatzierten ein Final im Match-Race-Format (eins gegen eins) austragen.
Dass wieder ausländische Segler erlaubt sind, zeigt sich an der Alinghi-Aufstellung für Cagliari: Neben Skipper Paul Goodison (Gb), Steuermann Phil Robertson (Nz) und Pietro Sibello (It) ist Nicolas Rolaz der einzige Schweizer an Bord.
Sportlich zählt die Regatta zwar noch nicht für den eigentlichen America’s Cup. Trotzdem ist sie für Alinghi von grosser Bedeutung. Warum? «Es ist das erste Mal überhaupt, dass sich dieses Team in dieser Konstellation wirklich mit den anderen messen kann», sagt die Schweizer Segel-Legende und Alinghi-Urgestein Nils Frei (53) zu Blick. «Für die Athleten ist das natürlich enorm wichtig.»
Alinghi-Boss Bertarelli kaufte die Anteile von Red Bull zurück
Seit der letzten Kampagne, die 2024 ernüchternd in den Halbfinals endete, hat sich nämlich vieles verändert. Das Team tritt nicht mehr als «Alinghi Red Bull Racing» an, sondern unter dem neuen Namen «Tudor Team Alinghi». Der Unterschied dahinter ist grösser, als es auf den ersten Blick scheint.
«Red Bull war Mitbesitzer des Teams», erklärt Frei. Tudor hingegen ist ein herkömmlicher Titelsponsor. Heisst konkret: Ernesto Bertarelli hat nach dem zwischenzeitlichen Rückzug nach Barcelona 2024 die 50-prozentigen Anteile von Red Bull zurückgekauft und besitzt das Team nun wieder alleine.
Laut Frei verlief die Trennung aber keineswegs im Streit. Blick verrät er: «Es ist nichts Schlechtes passiert. Red Bull war absolut einverstanden damit, dass sich der America’s Cup verändern muss. Aber die Geduld zu warten, bis es effektiv so weit ist, war einfach nicht da.»
Gute Nachrichten für die Team-Kasse
Tatsächlich hat der Schritt auch seine Zeit gebraucht. Nach dem letzten Cup Nr. 37 in Barcelona wurde monatelang über das neue Format verhandelt. «In diesem ganzen Prozess ging fast ein Jahr verloren», sagt Frei.
Die gute Nachricht ist allerdings: Die erneute Teilnahme ist günstiger. Der Neustart fällt kleiner aus als noch vor zwei Jahren. Während Alinghi in Barcelona zeitweise rund 200 Mitarbeitende beschäftigte, umfasst die aktuelle Kampagne derzeit gut 50 Personen, im Januar waren es nur 10. Langfristig sollen es rund 100 werden. Zudem wird mit der Yacht der letzten Austragung gefahren (AC75).
Für Frei muss das aber kein Nachteil sein. «Kleinere Teams können oft effizienter arbeiten», sagt der frühere Alinghi-Segler, der heute im Sponsoringbereich tätig ist. «Wenn man nicht unlimitierte Ressourcen hat, muss man schneller Prioritäten setzen und klarere Entscheidungen treffen.»
Aufholjagd gegen die etablierten Teams
Sportlich möchten sich die Alinghi-Segler aktuell noch nicht aus dem Fenster lehnen. Besonders Teams wie die Titelverteidiger aus Neuseeland oder Luna Rossa (Italien) hätten einen grossen Vorteil, weil sie sich nach dem letzten Cup praktisch ohne Unterbruch weiterentwickelt hätten.
Frei muss deshalb zugeben: «Diesen Vorsprung aufzuholen, ist nicht einfach.» Trotzdem spürt man im Schweizer Team neuen Optimismus. Nicht zuletzt, weil der America’s Cup mit Neapel einen Austragungsort gefunden hat, der als sehr segelbegeistert gilt. Frei: «Das wird komplett anders als in Barcelona, wo diese Kultur weniger stark präsent war.»
Und auch sportlich scheint der Cup wieder an Dynamik zu gewinnen. Sieben Teams haben ihre Teilnahme bereits bestätigt – darunter auch neue Mannschaften aus Australien und den USA, die an der Vorregatta jedoch noch nicht teilnehmen. Für Frei ist deshalb klar: «Das Momentum ist im Moment definitiv positiv.»