«Muss jetzt kühlen Kopf bewahren»
Ehammer spürt den Druck des Weltrekords

Der Siebenkampf-Weltrekord beschert Simon Ehammer ordentlichen Rummel um seine Person – doch der Appenzeller sieht sich in den Wochen nach dem Riesenerfolg auch mit einem «schwierigen Spagat» konfrontiert.
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Bleibt auf dem Boden: Simon Ehammer hat nach dem Weltrekord ein entsprechendes Programm gewählt.
Foto: freshfocus

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Simon Ehammers Weltrekord hat in der Leichtathletikwelt viel ausgelöst
  • Intensives Training statt Urlaub nach dem grossen Erfolg
  • Nächste Stationen: Testlauf in Brescia, dann Götzis
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Marco PescioReporter Sport

Was ist da nur alles eingeprasselt auf Simon Ehammer (26) nach dessen sensationellem Siebenkampf-Weltrekord an der Hallen-WM in Torun (Pol). Der Coup schlug hohe Wellen. «Sportpanorama», Podcasts, Interviews mit internationalen Magazinen, ein Empfang hier, eine Ehrung da – Ehammer ist in der Szene noch Wochen nach seinem Weltmeistertitel in aller Munde. Und dies, während er sich selbst immer noch schwertut, das Geschehene vollständig zu realisieren. Mit einem Monat Abstand gibt er zu: «Das ist grösser als alles, was ich bisher erreicht habe. Ein Weltrekord bedeutet ja, dass diese Leistung noch nie zuvor vollbracht wurde – dies zu fassen, finde ich sehr schwierig.»

Die Chance, dass Ehammer als Weltrekordhalter nun abhebt, würde man als Aussenstehender beim reflektierten und selbstkritischen Athleten als gering einstufen. Nun sind aber noch andere Gründe dazugekommen: Sein Programm ist so angelegt, dass er in den Wochen nach dem Erfolg in Polen rasend schnell auf dem Boden der Tatsachen gelandet ist; der Ostschweizer hat mit seinem Trainerteam nochmals einen Aufbaublock eingelegt.

Freiluft-Start wird «wehtun»

«Meine Beine und das Training allgemein sind deutlich schwerer als vor der WM», so Ehammer, der keinen Hehl daraus macht, dass er die bombastische Weltrekordform am liebsten behalten und noch weitere Wettkämpfe bestritten hätte. «Oder auch gegen zwei Wochen Strandurlaub hätte ich nichts einzuwenden gehabt – aber es ist momentan nun mal ein schwieriger Spagat», meint er. Ehammer entschied sich für die vernünftigere, wenn auch schmerzhaftere Variante. Umstellen, schwitzen, leiden. Oder wie er es ausdrückt: «Energie laden für Beine und Oberkörper.»

Und er weiss vor dem Freiluftsaisonauftakt auch: Der erste geplante Zehnkampf, am Samstag in Brescia (It), wird «wehtun». Insbesondere die im Vergleich zur Halle längeren Distanzen über 400 und 1500 Meter. Zudem sei es nach dem Weltrekord mental anspruchsvoll, mit dem Druck und der gestiegenen Erwartungshaltung – auch an sich selbst – umzugehen: «Ich muss jetzt einen kühlen Kopf bewahren, das ist ganz wichtig. Ich kann nicht nach Brescia gehen und denken, dass ich als Weltrekordhalter dort direkt wieder Bäume ausreisse.»

EM-Entscheidung fällt nach Götzis

Auch wenn er genau dies unmittelbar nach Torun am liebsten gemacht hätte, sei ihm bewusst gewesen, dass ein kluger Saisonplan deutlich sinnvoller ist: «Ich muss gut haushalten mit Energie und Form.» Der nächste Peak ist deswegen erst für den 30. und 31. Mai in Götzis (Ö) geplant. Und später natürlich für das grosse Jahreshighlight Mitte August: die Freiluft-EM in Birmingham (Gb), wo er aufgrund des Wettkampfprogramms nur in einer Disziplin starten wird, wie er sagt. Weitsprung oder Zehnkampf? Entscheiden möchte er das erst im Juni.


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