Kambundji, Kälin, Moser und Werro
Dieses Frauenquartett kann Geschichte schreiben

Am dritten und letzten WM-Tag spielt die Schweiz ihre stärksten Karten aus: Mit Ditaji Kambundji, Annik Kälin, Audrey Werro und Angelica Moser stehen gleich vier der grössten Frauentrümpfe im Einsatz. Können sie den Traum vom goldenen Sonntag wahrmachen?
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Vier Schweizer Frauen kämpfen am Sonntag um Medaillen. Zu den grössten Trümpfen gehören unter anderen Hürdenläuferin Ditaji Kambundji (r.) und Weitspringerin Annik Kälin.
Foto: Claude Diderich/freshfocus

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ditaji Kambundji und Audrey Werro in Topform für Hallen-WM in Torun
  • Kambundji 2026, zweitbeste Zeit über 60 m Hürden weltweit: 7,78 Sekunden
  • Werro mit zweitbester 800-m-Zeit 2026, Kälin jagt Weitsprung-Medaille
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Yara VettigerRedaktorin Sport

Vier Athletinnen, die in den letzten Jahren international auf sich aufmerksam gemacht haben – und die das Potenzial haben, an der Hallen-WM in den Kampf um die Medaillen einzugreifen. Ob in der Luft, über die Mittelstrecke, mit dem Stab oder über die Hürden: Die Chancen auf einen goldenen Schweizer Sonntag sind so intakt wie selten. 

Ditaji Kambundji

Die Bernerin ist rasant in die Saison gestartet. Ende Februar sicherte sich die 23-Jährige den Schweizer Meistertitel über 60 m Hürden. Und bei ihrem Vorbereitungsmeeting in Torun lief sie eine Zeit von 7,78 Sekunden – schneller war in diesem Jahr nur Bahamas-Star Devynne Charlton (7,77). Das heisse Duell wird in Polen also heissen: amtierende Freiluft-Weltmeisterin gegen amtierende Hallen-Weltmeisterin.

2025 verblüffte Kambundji die Welt: In Tokio gewann sie sensationell Gold über 100 m Hürden und schrieb Schweizer Leichtathletik-Geschichte als erste Weltmeisterin. Zuvor hatte sie in der Halle für ein weiteres Ausrufezeichen gesorgt, als sie bei der EM in Apeldoorn in 7,67 Sekunden zu Gold und Europarekord sprintete – nur hauchdünn am Weltrekord vorbei. Und auch an der Hallen-WM in Nanjing holte sie Silber, mit nur einem Hundertstel Rückstand. Eben hinter der oben genannten Charlton.

Am WM-Sonntag bringt sie nicht nur Topform, sondern auch Erfahrung und Renntaktik mit. Kleine Fehler können über Platzierungen entscheiden, doch wenn Kambundji ihren Rhythmus trifft, ist sie schwer zu schlagen – und eine Medaille scheint mehr als möglich. Sogar der Weltrekord von Charlton ist machbar (7,65). 

Das Programm vom Sonntag an der Hallen-WM in Torun

10.05 Uhr: 60 m Hürden Fünfkampf (Frauen)
10.20 Uhr: Weitsprung Final (Frauen) mit Annik Kälin
10.43 Uhr: Hochsprung Fünfkampf (Frauen)
10.48 Uhr: 4x400 m Staffel Vorlauf (Männer)
11.23 Uhr: Kugelstossen Final (Männer)
12.05 Uhr: 4x400 m Staffel Vorlauf (Frauen)
12.55 Uhr: 60 m Hürden Vorlauf (Frauen) mit Ditaji Kambundji und Larissa Bertényi
13.21 Uhr: Kugelstossen Fünfkampf (Frauen)
17.40 Uhr: Weitsprung Fünfkampf (Frauen)
17.45 Uhr: Stabhochsprung Final (Frauen) mit Angelica Moser
18.38 Uhr: 1500 m Final (Männer)
18.51 Uhr: 60 m Hürden Halbfinal (Frauen) evtl. mit Ditaji Kambundji und Larissa Bertényi
19.12 Uhr: Weitsprung Final (Männer)
19.22 Uhr: 1500 m Final (Frauen)
19.38 Uhr: 800 m Final (Männer)
19.53 Uhr: 800 m Final (Frauen) mit Audrey Werro
20.03 Uhr: 800 m Fünfkampf (Frauen)
20.13 Uhr: 60 m Hürden Final (Frauen) evtl. mit Ditaji Kambundji und Larissa Bertényi
20.26 Uhr: 4x400 m Staffel Final (Männer)
20.47 Uhr: 4x400 m Staffel Final (Frauen)

10.05 Uhr: 60 m Hürden Fünfkampf (Frauen)
10.20 Uhr: Weitsprung Final (Frauen) mit Annik Kälin
10.43 Uhr: Hochsprung Fünfkampf (Frauen)
10.48 Uhr: 4x400 m Staffel Vorlauf (Männer)
11.23 Uhr: Kugelstossen Final (Männer)
12.05 Uhr: 4x400 m Staffel Vorlauf (Frauen)
12.55 Uhr: 60 m Hürden Vorlauf (Frauen) mit Ditaji Kambundji und Larissa Bertényi
13.21 Uhr: Kugelstossen Fünfkampf (Frauen)
17.40 Uhr: Weitsprung Fünfkampf (Frauen)
17.45 Uhr: Stabhochsprung Final (Frauen) mit Angelica Moser
18.38 Uhr: 1500 m Final (Männer)
18.51 Uhr: 60 m Hürden Halbfinal (Frauen) evtl. mit Ditaji Kambundji und Larissa Bertényi
19.12 Uhr: Weitsprung Final (Männer)
19.22 Uhr: 1500 m Final (Frauen)
19.38 Uhr: 800 m Final (Männer)
19.53 Uhr: 800 m Final (Frauen) mit Audrey Werro
20.03 Uhr: 800 m Fünfkampf (Frauen)
20.13 Uhr: 60 m Hürden Final (Frauen) evtl. mit Ditaji Kambundji und Larissa Bertényi
20.26 Uhr: 4x400 m Staffel Final (Männer)
20.47 Uhr: 4x400 m Staffel Final (Frauen)

Audrey Werro

Über 800 Meter hat die 21-jährige Freiburgerin in dieser Saison die zweitbeste Zeit weltweit hingelegt. Das grosse Duell scheint vorgezeichnet: Werro gegen den zwei Jahre älteren Superstar Keely Hodgkinson. Die Britin ist nicht nur die schnellste Frau der Saison, sondern auch amtierende Olympiasiegerin.

Werro weiss, was das bedeutet. Sie sagt selbst: Wer gewinnen will, muss an Hodgkinson vorbei: «Wenn ich in Torun schneller bin als sie, ist alles möglich.»

2025 überzeugte Werro bei ihrer ersten Freiluft-WM in Tokio mit der Finalteilnahme und landete dort auf Platz sechs. An der Hallen-WM in Nanjing verpasste sie das Podest denkbar knapp und wurde Vierte. Auf Nachwuchsstufe hatte sie zuvor bereits als U23-Europameisterin geglänzt.

Shootingstar Werro ist hungrig auf ihre erste Medaille bei der Elite. Sie sagt: «Ich bin nicht nervös. Ich bin ready!» Denn es ist eine Situation, die Werro kennt: «Das ist ja meine dritte Hallen-WM. Ich konnte schon einige Erfahrungen sammeln. Meine erste Medaille würde mich sehr glücklich machen.» Und mit ihrer Mischung aus Tempo, Mut und Renngefühl bringt sie alles mit, um sich genau diesen Traum zu erfüllen. 

Annik Kälin

Die 25-jährige Bündnerin setzt an dieser WM voll auf den Weitsprung – und bringt dafür beste Voraussetzungen mit. Die Mehrkämpferin, die bei den Olympischen Spielen in Paris mit Platz vier am Podest vorbeischrammte, hat sich in der letzten Saison auch in ihrer Spezialdisziplin eindrücklich in Szene gesetzt. Unter dem Hallendach gewann sie Weitsprung-EM-Silber mit 6,90 m sowie WM-Silber mit 6,83 m. Zwei weitere klare Belege für ihre internationale Klasse.

Auch in dieser Saison ist sie solide unterwegs, auch wenn sie noch Luft nach oben hat: Mit 6,71 Metern beim Meeting in Torun fehlt aktuell noch ein Stück zur absoluten Spitze. Doch genau das macht Kälin gefährlich. Sie ist eine Athletin, die sich an Grossanlässen steigern kann – und im Weitsprung reicht oft ein einziger perfekter Versuch, um ganz vorne zu landen.

Was für sie spricht? Ihre Explosivität, ihre Technik – und ihre Wettkampfhärte aus dem Mehrkampf. Kälin weiss, wie man Druck aushält. Am WM-Sonntag braucht es genau das. Wenn sie ihren Sprung trifft, liegt auch bei ihr eine Medaille absolut drin.

Angelica Moser

Die Stabhochspringerin sollte man unbedingt auf dem Schirm haben, auch wenn ihre Saison bislang nicht ganz geradlinig verlief. Die 28-jährige Zürcherin hatte zuletzt mit einer Fussverletzung und einer Oberschenkelzerrung zu kämpfen und ist noch nicht wieder bei 100 Prozent. Bei den Schweizer Meisterschaften sprang sie dennoch 4,66 m – und das mit verkürztem Anlauf. Zu SRF sagt sie: «Ich bin fit genug, um zu springen. Vorsichtshalber aber mit Bandage.»

Dass mit ihr zu rechnen ist, hat sie längst bewiesen: In Nanjing holte sie 2025 Bronze an der Hallen-WM (4,70 m), dazu kommen EM-Gold 2024 sowie Hallen-EM-Gold 2021 und 2025. Besonders positive Erinnerungen verbindet sie mit Torun: 2021 triumphierte sie hier an den Hallen-Europameisterschaften – ihre erste grosse Medaille auf Elite-Ebene: «Das kam damals sehr überraschend. Mittlerweile ist es lange her, es war Covid und hatte keine Zuschauer. Ich freue mich jetzt sehr auf den Wettkampf.» In den letzten Tagen konnte sie auch wieder den langen Anlauf nehmen und ein paar Technik-Trainings absolvieren. «Das gibt Zuversicht», sagt sie.

Es wird allerdings kein Selbstläufer: Die Verletzung hat ihre Spuren hinterlassen, und noch immer ist die Form nicht ganz top. Die Wettkampfpraxis fehlt aktuell, aber ihre lange Erfahrung dürfte das wettmachen. Mit einem Lächeln meint Moser: «Das Ziel ist schon, dass ich hoch springen kann. Ich glaube, die Konkurrenz rechnet nicht unbedingt damit. Aber für eine Überraschung gut zu sein, ist auch eine coole Ausgangslage!»

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