Darum gehts
- Schweiz gewinnt 2:0 gegen Algerien im WM-Sechzehntelfinal in Vancouver
- Breel Embolo und Dan Ndoye schiessen die entscheidenden Tore früh
- Erster K.o.-Sieg seit 1938, nächstes Spiel am 7. Juli um 22 Uhr
Ein Land hat den Wecker gehört! Am Freitagfrüh um 5 Uhr morgens fühlt es sich an, als wäre die ganze Schweiz auf den Beinen. Vor dem TV, in den Cafés und Restaurants oder in einem der vielen Public Viewings: Anpfiff für den WM-Sechzehntelfinal der Nati gegen Algerien. Zehntausende Menschen sind dafür in der nächtlichen Dunkelheit unterwegs, um rechtzeitig mit der Nati mitzufiebern. Oder sie bleiben gleich wach, um ihre Daumen zu drücken.
In den Wochen davor war die WM-Euphorie in diesem Ausmass noch nicht spürbar. Sei es wegen der teils ungewohnten Anspielzeiten, der aufgeblasenen WM oder dem verhaltenen Start unserer Nati ins Turnier.
Doch seit Freitagmorgen ist gefühlt alles anders. Förmlich getragen von der Unterstützung in der Heimat beschert Breel Embolo den Frühaufstehern schon nach zehn Minuten die Führung. Als dann die Sonne kurz nach 6 Uhr schon über dem Horizont steht, doppelt Dan Ndoye nach und beseitigt damit schon früh fast alle Zweifel am historischen ersten Schweizer K.o.-Sieg an einer WM seit 1938.
Die Nati hat die Schweiz wach geküsst
Mit dem einbrechenden Tageslicht nähert sich die Stimmung immer mehr dem Normalzustand an. Um die Bilder von Fans auf Festbänken und Bierflaschen auf den Tischen im Dämmerlicht eines Abendspiels von denjenigen kurz vor und nach dem Sonnenaufgang zu unterscheiden, sind schon fast fortgeschrittene Astronomie-Kenntnisse vonnöten.
Egal, die Nati hat die Bevölkerung mit einem Glanzauftritt in Vancouver endgültig wach geküsst, das WM-Fieber ist hierzulande ausgebrochen. Die Anlaufschwierigkeiten scheinen plötzlich wie weggeblasen.
«Aufwachen, Jungs!», forderte der Blick noch vor dem ersten WM-Spiel nach einer holprigen Vorbereitung mit einigen Nebengeräuschen. «Wir müssen erst mal mit beiden Beinen auf den Boden kommen und realisieren, dass wir nicht so weit sind, wie wir gedacht haben», schlug Captain Granit Xhaka nach der Auftakt-«Katarstrophe» erneut Alarm. Obwohl sich das Team gegen Bosnien und Kanada stark verbessert zeigte, erreichte die Euphorie in der Schweiz noch nicht das übliche WM-Niveau.
Yakins Ruf wurde erhört
Ob das auch das Team in Nordamerika spürte? «Ich habe eine kleine Bitte an euch, liebe Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, Chefs, Lehrerinnen und Lehrer: Seid nachsichtig, wenn jemand am Freitagmorgen etwas müder, emotionaler oder auch ein paar Minuten später am Arbeitsplatz oder im Schulzimmer erscheint. Auch das wäre ein schönes Zeichen in einer besonderen Zeit – und dass Fussball uns vereint und verbindet», forderte Nati-Trainer Murat Yakin im Vorfeld des Algerien-Spiels in einem offenen Blick-Brief. Und sein Ruf wurde erhört.
Es sei nicht selbstverständlich, für ein Spiel so früh aufzustehen, erklärt Xhaka nach dem überzeugenden 2:0 gegen Algerien. «Wir wollten heute darum auch den Fans in der Schweiz etwas zurückgeben. Wir sind sehr dankbar für diesen Hype und spüren das auch in der Mannschaft.»
Das ist auf jeden Fall gelungen. Keiner dürfte dem geopferten Schlaf nachtrauern. Spätestens die Jubelszenen, die sich nach Abpfiff beispielsweise am Zürcher Bahnhof Hardbrücke abspielen, reissen für die nächsten Aufgaben gefühlt auch noch die letzten Fussball-Muffel aus ihrem Schlaf. Wenn nicht buchstäblich, dann aber sicher im übertragenen Sinn.
Wirds nun die beste WM der Geschichte?
In der nächsten Runde müssen die Schweizer Fussballfans übrigens nicht zur nächtlichen Stunde aufstehen. Unser Achtelfinal findet am Dienstag nicht wie gegen Algerien kurz vor Sonnenaufgang, sondern kurz nach Sonnenuntergang um 22 Uhr statt. Das Ziel der Nati: sich erstmals seit der Heim-WM 1954 für einen Viertelfinal zu qualifizieren.
Selten stehen die Chancen auf dem Papier so gut wie heuer. Es wartet ein machbarer Gegner. Ziehen Spieler und Fans weiterhin am gleichen Strick, könnte aus dem fast schon standardmässigen Achtelfinal die vor dem Turnier ausgerufene «beste WM der Geschichte» werden. Was dann los wäre, hätte sogar das Potenzial, die Party nach der EM-Sensation gegen Frankreich im Jahr 2021 zu übertreffen.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Mexiko | 3 | 6 | 9 | |
2 | Südafrika | 3 | -1 | 4 | |
3 | Südkorea | 3 | -1 | 3 | |
4 | Tschechien | 3 | -4 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweiz | 3 | 4 | 7 | |
2 | Kanada | 3 | 5 | 4 | |
3 | Bosnien und Herzegowina | 3 | -1 | 4 | |
4 | Katar | 3 | -8 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Brasilien | 3 | 6 | 7 | |
2 | Marokko | 3 | 3 | 7 | |
3 | Schottland | 3 | -3 | 3 | |
4 | Haiti | 3 | -6 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | USA | 3 | 4 | 6 | |
2 | Australien 0:1 | 3 | 0 | 4 | |
3 | Paraguay | 3 | -2 | 4 | |
4 | Türkei | 3 | -2 | 3 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Deutschland | 3 | 6 | 6 | |
2 | Elfenbeinküste | 3 | 2 | 6 | |
3 | Ecuador | 3 | 0 | 4 | |
4 | Curacao | 3 | -8 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Niederlande | 3 | 6 | 7 | |
2 | Japan | 3 | 4 | 5 | |
3 | Schweden | 3 | 0 | 4 | |
4 | Tunesien | 3 | -10 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Belgien | 3 | 4 | 5 | |
2 | Ägypten 1:0 | 3 | 2 | 5 | |
3 | Iran | 3 | 0 | 3 | |
4 | Neuseeland | 3 | -6 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Spanien | 3 | 5 | 7 | |
2 | Kap Verde | 3 | 0 | 3 | |
3 | Uruguay | 3 | -1 | 2 | |
4 | Saudi Arabien | 3 | -4 | 2 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Frankreich | 3 | 8 | 9 | |
2 | Norwegen | 3 | 1 | 6 | |
3 | Senegal | 3 | 2 | 3 | |
4 | Irak | 3 | -11 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Argentinien | 3 | 7 | 9 | |
2 | Österreich | 3 | 0 | 4 | |
3 | Algerien | 3 | -2 | 4 | |
4 | Jordanien | 3 | -5 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kolumbien | 3 | 3 | 7 | |
2 | Portugal | 3 | 5 | 5 | |
3 | Demokratische Republik Kongo | 3 | 1 | 4 | |
4 | Usbekistan | 3 | -9 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | England | 3 | 4 | 7 | |
2 | Kroatien | 3 | 0 | 6 | |
3 | Ghana | 3 | 0 | 4 | |
4 | Panama | 3 | -4 | 0 |

