Darum gehts
- England scheitert im WM-Halbfinal gegen Argentinien nach dramatischem Spiel
- Jude Bellingham schlägt Valentin Barco auf den Kopf
- Harry Kane wird von Messi getröstet und lässt WM-Zukunft offen
Kaum vorstellbar, welche Achterbahn der Emotionen die England-Stars durchleben. Sie stehen im WM-Halbfinal gegen Argentinien kurz vor dem Finaleinzug – ein paar Minuten und zwei Tore der Albiceleste später sind sie raus.
Es fliessen die Tränen. Zum Beispiel bei Jude Bellingham (23). Doch beim Real-Star ist nicht nur die Trauer gross, sondern auch der Frust. Er klatscht erst mit diversen Argentiniern ab, dann verliert er die Nerven. Er läuft zu einer Traube an feiernden Südamerikanern und haut Valentin Barco (21) ohne ersichtlichen Grund auf den Hinterkopf.
Medienberichten zufolge soll Ersatzspieler Barco nach dem argentinischen Ausgleich durch Enzo Fernández provokant in Richtung der englischen Bank gejubelt haben. Für Bellingham könnte diese Aktion noch Folgen haben: Englische Medien befürchten, dass sich die Fifa den Vorfall anschauen und eine Sanktion gegen Bellingham verhängen könnte – zum Beispiel eine Sperre für das Spiel um Platz 3 am Samstag (23 Uhr) gegen Frankreich.
Kane lässt WM-Zukunft offen
Bei anderen Stars der Three Lions ist es hauptsächlich die Trauer, die nach Abpfiff vorherrscht. Starstürmer Harry Kane (32) wird etwa von Lionel Messi (39) umarmt, der Zauberfloh hält ein paar aufmunternde Worte für den Engländer bereit.
Als Kane dann vor die Medien tritt, ist er sichtlich niedergeschlagen: «Ich bin am Boden zerstört. Wir haben so hart dafür gearbeitet, um hier sein zu können, und die Jungs haben alles gegeben – jeden Sprint, jedes bisschen Blut, Schweiss und Tränen.»
Sechs Tore hat der Bayern-Star für die Three Lions geschossen, womit er bei 14 WM-Treffern aus 18 Partien steht. Zusammen mit Gerd Müller (1945–2021) belegt Kane in der ewigen WM-Torschützenliste den 5. Platz. Ob allerdings noch weitere Tore hinzukommen, lässt Kane offen: «Es ist zu früh, eine Prognose zu wagen. Ich nehme es Jahr für Jahr und schaue, wie ich mich fühle.»
Er liebe es, für England zu spielen, aber «vier Jahre sind lang». Etwas Hoffnung lässt der 121-fache Nationalspieler den englischen Fans dann doch noch: «Dann sieht man jemanden wie Messi, der sogar in einem noch höheren Alter auf dem höchsten Level seine Leistung erbringt. Ich weiss es aber noch nicht, ich muss zuerst dieses Ausscheiden verdauen.»
Beckham von Sohn getröstet
Nicht nur bei den Spielern ist die Enttäuschung über den verpassten zweiten WM-Finaleinzug gross, auch auf der Tribüne wirds emotional. Die England-Legende David Beckham muss von Sohn Cruz (21) und Ehefrau Victoria (52) getröstet werden.
Schon vor Anpfiff war «Becks» sichtlich ergriffen, als er bei der Nationalhymne eine Träne aus dem Gesicht wischte. Wohl im Wissen, wie wichtig diese Partie war. Und Erinnerungen an das WM-Duell mit Argentinien 1998 wurden wach, als er mit Rot vom Platz flog und England daraufhin den Achtelfinal verlor.
Nach der neuerlichen Niederlage gegen die Argentinier schreibt Beckham auf Instagram: «Ein herber Rückschlag für uns alle, aber Erinnerungen, die uns inspirieren und für immer bleiben werden … Vielen Dank an unser Team, unsere Fans und unser Land für alles, was ihr uns bei dieser Weltmeisterschaft geschenkt habt.»



