Jetzt droht Fifa-Ärger
Argentinier provozieren Engländer mit Falkland-Banner

Argentinien feiert den Finaleinzug bei der WM mit einer Provokation der unterlegenen Engländer: mit einem umstrittenen Banner zu den Falklandinseln. Fifa hat politische Botschaften verboten und muss Konsequenzen prüfen.
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«Die Malvinen sind argentinisch» – mit diesem Banner provozierten Spieler Argentiniens die im WM-Halbfinal unterlegenen Engländer.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Argentinien feiert nach 2:1-Sieg gegen England mit politischem Banner
  • Aufschrift «Las Malvinas son argentinas» erinnert an Falklandkrieg 1982
  • Fifa prüft mögliche Strafe für politische Botschaft bei WM-PHalbfinal
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Daniel KestenholzRedaktor Nachtdienst

Nach dem 2:1-Sieg im WM-Halbfinal gegen England hat die argentinische Nationalmannschaft ihren Finaleinzug mit einem politischen Banner gefeiert. Mittelfeldspieler Giovani Lo Celso und Abwehrspieler Lisandro Martínez hielten auf dem Rasen ein weisses Laken mit der Aufschrift «Las Malvinas son argentinas» – «Die Malwinen sind argentinisch» – in die Kameras. Die Malvinen, so heissen in Argentinien die Falklandinseln, die rund 500 Kilometer östlich des argentinischen Festlands liegen.

Das Banner spielt auf den Falklandkrieg von 1982 an, in dem Argentinien und Grossbritannien rund 74 Tage lang um die Inselgruppe im Südatlantik kämpften. Dabei kamen nach übereinstimmenden Angaben rund 900 bis 1000 Menschen ums Leben. Die Falklandinseln, von Argentinien als Islas Malvinas beansprucht, sind seit 1833 britisches Überseegebiet.

Fünf Minuten trennten die Engländer vom ersten WM-Final seit einem halben Jahrhundert. Dann die doppelte Demütigung – zwei Gegentreffer in den Schlussminuten und die Falkland-Provokation.

«Nicht politisch korrekt»

Bereits im Vorfeld der Partie war die politische Aufladung spürbar gewesen. Argentiniens Vizepräsidentin Victoria Villarruel (51) hatte auf X angekündigt, sich «nicht politisch korrekt» zurückhalten zu wollen, er hat England als «Piraten-Usurpatoren» bezeichnet. Ihr Vater hatte im Falklandkrieg auf argentinischer Seite gekämpft.

Fifa-Strafe?

Nationaltrainer Lionel Scaloni hatte demgegenüber vor einer Vermischung von Sport und Krieg gewarnt und betont, es handle sich «lediglich um ein Fussballspiel». Nationalspieler Leandro Paredes erklärte nach dem Spiel, man habe mit der Geste das Land und die Betroffenen jenes «traurigen Moments der Geschichte» repräsentieren wollen.

Die Fifa untersagt Spielern und Offiziellen rund um WM-Partien ausdrücklich politische Botschaften. Dem argentinischen Verband droht eine Untersuchung mit Sanktionen.

Streit – unter Argentiniern

US-Behörden hatten den Halbfinal wegen der angespannten Vorgeschichte bereits als Hochrisikospiel eingestuft und mehr als 1600 Sicherheitskräfte rund um das Stadion aufgeboten.

Tatsächlich kam es vor dem Halbfinal in Atlanta vor einer Sportsbar zu Handgreiflichkeiten – allerdings unter Argentiniern selbst. Anhänger der verfeindeten argentinischen Traditionsklubs San Lorenzo und Huracán gerieten aneinander, sodass die Polizei im US-Bundesstaat Georgia einschreiten musste.

Nach dem Halbfinal blieb es in der südöstlichen US-Metropole weitgehend ruhig.

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