Darum gehts
- Englands WM-Aus gegen Argentinien sorgt für grossen Frust im Fussball-Mutterland
- Deutsche Legenden kritisieren Trainer Tuchel scharf wegen taktischer Entscheidungen
- «Tuchel hat sich verzockt», so Lothar Matthäus
Nach der dramatischen Halbfinal-Pleite Englands gegen Argentinien (1:2) kennt der Frust im Mutterland des Fussballs keine Grenzen. Bis zur 85. Minute sah vieles nach einem Triumph der Three Lions aus – doch dann folgte der eiskalte Doppelschlag der Albiceleste.
Im Zentrum des Sturms steht ein Mann: Von den Fans über die Presse bis zu Legenden – alle prügeln auf Nationaltrainer Thomas Tuchel (52) ein. Doch nicht nur die englischen, auch die deutschen Fussball-Ikonen dreschen schonungslos auf ihren Landsmann ein.
«Tuchel hat sich verzockt»
Allen voran findet Lothar Matthäus (65) gegenüber der «Bild» deutliche Worte. Für ihn hat sich Tuchel schlichtweg verzockt: «England war leicht besser. Bis Taktiker Tuchel diesen taktischen Fehler machte. Er hat mit seinen Wechseln die gesamte Struktur des Spiels verändert und den Argentiniern gezeigt, dass er nur noch defensiv spielen will. Warum ändert er etwas, das funktioniert?»
Besonders die Auswechslung von Mittelfeld-Stratege Declan Rice (27) stösst Matthäus sauer auf: «Man wechselt in so einer Situation seinen Quarterback nicht aus.» Deutschlands Rekordnationalspieler zieht dabei einen historischen Vergleich zu seiner eigenen Karriere – dem bitteren, durch zwei Gegentore in der Nachspielzeit verlorenen Champions-League-Final 1999 mit dem FC Bayern gegen Manchester United, als er beim Stand von 1:0 ebenfalls vorzeitig vom Platz genommen wurde.
Tuchel habe dieselbe fatale Botschaft gesendet wie der damalige Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld (77) und den Gegner dadurch erst wieder starkgemacht: «Vorher hatte Argentinien weder Platz noch Torchancen. Doch mit der Umstellung auf eine Fünfer-, ja eigentlich Siebnerkette bekamen sie plötzlich Räume und Chance um Chance – während England viel zu passiv wurde.»
Hummels, Müller und Schweini finden ebenfalls klare Worte
Mats Hummels (37) schlug bei MagentaTV in dieselbe Kerbe und kritisierte das zu tiefe Verteidigen: «Das war ein Bus reinstellen – aber leider dann zu passiv, vor allem rund um den Sechzehner rum. Dieses sich früh reinfallen lassen und passiv werden – das ist der Tod von Führungen.»
Thomas Müller (36) zeigte sich auf den sozialen Medien fassungslos über das taktische Verhalten der Engländer nach dem Führungstreffer: «Ich kann es einfach nicht begreifen, wie sich England nach der Führung verhalten hat. Wie kann man die Argentinier zu einer Flanke nach der anderen in perfekten Positionen einladen?»
Für ARD-Experte Bastian Schweinsteiger (41) lag der Knackpunkt um die Stundenmarke herum: «Die Taktik hat zu Beginn perfekt gepasst. Doch danach sind die Engländer nicht mehr herausgekommen, hatten nicht mehr den Mut, um die Argentinier anzulaufen. Je mehr du dich hinten reindrängen lässt, desto eher fängst du dir eben einen.» Nur schade, dass sich Tuchels Team am Ende nicht nur einen, sondern gleich zwei Gegentreffer einfing. Damit war der englische Traum vom Titel einmal mehr futsch.
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