Darum gehts
- Spanien gewinnt WM-Final 2026 gegen Argentinien nach schwachem Spiel in Verlängerung
- Argentinien mit nur zwei Schüssen, xG-Wert nach 120 Minuten: 0,34
- Spanien hatte 20 Schüsse, erspielte sich vier Grosschancen und wurde Weltmeister
Die WM 2026 ist Geschichte. Endlich, werden manche sagen. Zwar gab es immer wieder spannende Spiele, doch viele Partien bewegten sich qualitativ eher im Durchschnitt. Ausgerechnet der Final zwischen Spanien und Argentinien bildete dann den wenig glanzvollen Schlusspunkt.
Nicht wenige sprechen bereits vom schlechtesten WM-Final aller Zeiten. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, weshalb. Spanien gab 20 Schüsse ab, Argentinien gerade einmal zwei – beide erst in den Schlussminuten der Verlängerung.
Zähe Endspiele keine Seltenheit
Doch auch die Spanier lieferten trotz ihrer Überlegenheit kein Offensivfeuerwerk. Insgesamt registrierten die Statistiker lediglich vier Grosschancen – allesamt für den neuen Weltmeister. Argentinien brachte es nach der ersten Halbzeit und nach 90 Minuten auf einen xG-Wert von 0,00, nach 120 Minuten waren es gerade einmal 0,34.
Vieles aus diesem Spiel dürfte deshalb schnell in Vergessenheit geraten. Hängen bleiben werden eher Szenen wie der völlig unnötige Ausraster von Leandro Paredes (32) nach Spielschluss.
Dabei sind zähe Finals keine Seltenheit. Ist der Einsatz derart hoch, steht für beide Teams meist die Fehlervermeidung im Vordergrund. Spektakuläre Endspiele wie jenes zwischen Argentinien und Frankreich vor vier Jahren sind die Ausnahme – nicht die Regel. Ein Blick in die WM-Geschichte bestätigt das.
WM 2010: Spanien – Holland 1:0 n.V.
Auch dem allerersten WM-Titel Spaniens ging kein Spektakel voraus. Zwar verzückten Iker Casillas, Sergio Ramos, Carles Puyol und Andrés Iniesta die Fans an diesem Turnier – im Final gegen Holland aber nicht mit spielerischer Brillanz. Die Partie war zerfahren, von vielen Unterbrechungen geprägt und blieb vor allem wegen des brutalen Tritts von Nigel de Jong gegen die Brust von Xabi Alonso in Erinnerung. Erstaunlicherweise blieb die Szene ungeahndet. Die Entscheidung fiel erst in der Verlängerung: Iniesta schoss Spanien vier Minuten vor Schluss zum historischen Triumph.
WM 1990: Deutschland – Argentinien 1:0
Zweimal hintereinander kam es im Final zu diesem Duell. Doch während 1986 (3:2 für Argentinien) ein Spektakel geboten wurde, war das Final 1990 in Rom das komplette Gegenteil. Argentinien beendete die Partie nach zwei Platzverweisen mit nur noch neun Spielern. Deutschland gewann das Spiel durch einen späten Penalty. Der Strafstoss war umstritten, doch die meisten neutralen Zuschauer waren wohl einfach froh, dass ihnen weitere 30 Minuten Verlängerung erspart blieben.
WM 1994: Italien – Brasilien 2:3 n.P.
Schon die äusseren Bedingungen liessen kein Fussballfest erwarten. Der Anpfiff im Rose Bowl erfolgte um 12.30 Uhr, bei 36 Grad im Schatten und einer Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent. Entsprechend schwer taten sich die Spieler – und entsprechend wenig bekamen die Zuschauer geboten. Die hohen Erwartungen blieben unerfüllt. Erstmals in der WM-Geschichte blieb ein Final torlos. Weil auch nach 120 Minuten kein Sieger feststand, musste das Penaltyschiessen entscheiden. Dort setzte sich Brasilien durch: Roberto Baggio schoss den entscheidenden Ball kläglich in den Himmel von Pasadena.


