Von «El Mago» zum Buhmann der WM
Selbst Messi hatte schon die Schnauze voll von Paredes

Leandro Paredes sorgt im WM-Final mit seinem Verhalten für einen Eklat und erntet weltweit heftige Kritik. Dabei ist der Argentinier schon mehrfach durch Provokationen aufgefallen – selbst Lionel Messi ging ihm einst monatelang aus dem Weg.
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Leandro Paredes kann es nicht fassen. Ist er der Buhmann dieser WM?
Foto: AFP
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Carlo Emanuele FrezzaReporter Fussball

Wo Gewinner sind, gibt es auch Verlierer. Und das gilt für diesen WM-Final gleich doppelt. Verloren hat nicht nur Argentinien als Mannschaft, sondern auch Leandro Paredes (32) persönlich.

Sein Aussetzer, sein Ausraster oder ganz generell sein Verhalten gegen Eric Garcia und Gavi – oder wie auch immer man es bezeichnen will – war das Zeichen eines ganz schlechten Verlierers. Punkt. So sehen es zumindest die meisten neutralen Beobachter.

Allerdings soll es sogar Argentinier geben, die sich mit Paredes nicht anfreunden können. Ein Blick ins Internet genügt, um zu erkennen, wie gross die Kritik am Mittelfeldspieler ausfällt. In der internationalen Presse sowie in den sozialen Medien wird er sehr hart angegangen. Auf seinem eigenen Instagram-Kanal hat er die Kommentarfunktion deaktiviert.

Lieber Mitspieler als Gegner

Dass Paredes polarisiert, ist nichts Neues. Auch im WM-Viertelfinal gegen die Schweiz machte der Spieler von Boca Juniors mit Provokationen auf sich aufmerksam. Er war es, der beide Gelben Karten von Breel Embolo (29) provoziert hat. Dabei hätte er – wie im Final – mehrmals selbst eine Verwarnung verdient gehabt.

Auch Nati-Star Breel Embolo machte Bekanntschaft mit Paredes' Spiel.
Foto: keystone-sda.ch

Paredes war schon immer genau der Spielertyp, den man lieber in den eigenen Reihen hat als beim Gegner. Einer, der permanent an der Grenze spielt, provoziert, foult und versucht, seine Gegenspieler einzuschüchtern. So war es bei der AS Roma, bei Zenit St. Petersburg, bei Paris Saint-Germain und Juventus – und so ist es auch in der Nationalmannschaft.

Unvergessen bleibt auch ein Vorfall aus der WM 2022. Im Viertelfinal gegen die Niederlande sah Paredes nach einem harten Foul gelb. Wenige Sekunden später drosch er den Ball auch noch mit voller Wucht in Richtung der niederländischen Ersatzbank und löste damit eine Rudelbildung aus.

Überraschende Statistik

Diese kompromisslose Wettkampfhärte, gepaart mit seinem Trash-Talk, gehört genauso zu Paredes wie seine spielerischen Qualitäten. Kaum ein Mittelfeldspieler findet so konsequent und direkt den Weg in die Tiefe. Seine vertikalen Pässe sind sein Markenzeichen – deshalb trägt er nicht umsonst den Spitznamen «El Mago», der Zauberer. Bloss hat man das im Final nach seiner Einwechslung nach der Halbzeitpause nicht zu sehen bekommen.

Zu seinem Profil gehören aber auch Gelbe Karten. In 455 Pflichtspielen auf Klubebene wurde Paredes 125-mal verwarnt. Bemerkenswert dabei: Trotz seiner aggressiven Spielweise und obwohl er bei Rudelbildungen meist an vorderster Front steht, wurde er erst sechsmal vom Platz gestellt – viermal mit Gelb-Rot, zweimal mit Rot. Der Platzverweis im WM-Final war der erste seiner Länderspielkarriere. Eine Statistik, die angesichts seiner Spielweise fast überrascht.

Die Anekdote mit Messi

Selbst Lionel Messi (39) hatte mit Paredes' Art schon seine Mühe. Das verriet der Mittelfeldspieler selbst. Im Champions-League-Achtelfinal zwischen PSG und Barcelona im Jahr 2021 machte Paredes nach einem Tor seines Teams eine abfällige Bemerkung über Barça – ohne zu merken, dass ausgerechnet Messi alles mithörte.

Zwischen Gaucho-Superstar Messi (r.) und Paredes herrschte auch schon dicke Luft.
Foto: AFP

«La Pulga» reagierte auf dem Platz wütend mit Beschimpfungen und Gesten. Danach herrschte monatelang Funkstille zwischen den beiden Argentiniern. «Ich schrieb ihm gleich am nächsten Tag eine Nachricht und erklärte ihm, dass diese Worte nicht gegen ihn gerichtet waren. Zwei Wochen später schickte ich ihm noch eine weitere Nachricht … aber es kam keine Antwort», erzählte Paredes der argentinischen Digitalplattform Infobae.

Später rauften sie sich wieder zusammen, gewannen gemeinsam die Copa América und 2022 den WM-Titel. Am Turnier 2026 wird von Paredes aber kein Titelgewinn in Erinnerung bleiben, sondern vielmehr seine Provokationen, seine Fouls – und seit Sonntagabend auch sein Auftritt als schlechter Verlierer.

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