Darum gehts
- Murat Yakin wird auch nach dem Schweizer WM-Aus in Nordamerika angehimmelt
- In einer Gesprächsserie der «New York Times» wird der Nati-Trainer mit Schauspieler Javier Bardem verglichen
- Auch von einem anderen Schweizer WM-Akteur wird geschwärmt
Am vergangenen Dienstag stand Nati-Trainer Murat Yakin nochmals auf der Bühne. Der Anblick war fast ein wenig gewöhnungsbedürftig. Der 51-Jährige erschien nach der Rückkehr aus den USA mit Drei-Tage-Bart, in grauer Trainerhose und rotem T-Shirt zum Fan-Empfang in Zürich. So, wie es vom Nati-Ausrüster eben vorgegeben wurde.
Dabei sieht die Welt Yakin seit dieser WM mit anderen Augen. Fussballerisch hat der Coach das Schweizer Nationalteam mit dem WM-Viertelfinal in neue Sphären geführt. Doch Yakin hat auch sonst Akzente gesetzt.
Egal ob im TV oder auf Social Media: Die Lobeshymnen auf das Aussehen und das Auftreten des Baslers nehmen kein Ende. Zuletzt schwärmte der britische Komiker und Filmstar James Corden (47) in der WM-Sendung des US-Senders Fox vor Millionenpublikum über unseren Nationaltrainer: «Wir lieben seinen Style, wir lieben seine ganze Erscheinung und ein bisschen hat er etwas von einem Bond-Bösewicht.»
Yakin die Offenbarung
Bei Schweizer Spielen der WM-Endrunde stand Yakin regelmässig mit Sakko und weissem Shirt drunter an der Seitenlinie. Dazu dunkle Chino-Hosen und weisse Sneaker, die mittlerweile zum Markenzeichen gewordene Sonnenbrille, perfekte Frisur. Wer sich etwas mit US-Sport befasst, weiss: Diese Coach-Erscheinung kommt vielen Fans in Nordamerika einer kleinen Offenbarung gleich.
Murat Yakin steht mit seinem selbstbewussten Stil konträr zu den optischen Auftritten der meisten Trainer im US-Sport, für die in einigen Sparten sogar noch immer verstaubt wirkende Kleiderregeln gelten. So tragen Baseball-Coaches in der MLB oft noch immer Hosen und Trikot inklusive Rückennummern wie die Spieler. Ganz so, als könnten sie jederzeit ins Spiel eingewechselt werden, auch wenn die Figur längst mehr an Ruhestand denn an Profisport erinnert.
Auch im American Football greifen die meisten Coaches noch immer zu Kapuzenpullover und Mütze, wie sie jeder Fan im Team-Shop kaufen kann – gerne kombiniert mit weiten Khakihosen und Turnschuhen. Modische Statements sehen anders aus.
Kein Wunder also sind wegen Murat Yakin alle aus dem Häuschen. «Ich liebe es, diesem Mann zuzusehen. Ich meine, er ist wie die Zigarette, die man nach dem Sex raucht», sagt Podcaster Wesley Morris in der «New York Times»-Gesprächsreihe «Cannonball» mit Blick auf die Fussball-WM 2026. Es sei kein Vergleich zur Tyrannei der Pullover mit Reissverschlusskragen, die zum Beispiel in der NBA bei den Basketball-Trainern um sich gegriffen habe, pflichtet ihm Gesprächspartner Pablo Torre bei. Murat Yakin? Der habe «etwas von Javier Bardem».
Auch Schwärmereien für Schiri Schärer?
Yakin bleibt aber nicht der Einzige, der mit seinem Aussehen in Nordamerika überzeugte. «Die WM ist auch eine Art Bubble, in der man sich kurzzeitig in diesen anderen Schweizer verlieben konnte», plaudert Torre weiter. Den Namen können oder wollen dann weder Torre noch Morris nennen. Es dürfte sich aber wohl um den Schweizer Schiedsrichter Sandro Schärer (38) handeln.
Zu sehen bekommen die Nordamerikaner aber weder Yakin noch Schärer in nächster Zeit live. Der Nati-Trainer hat nach dem Ausscheiden mittlerweile die Ferien angetreten und Sandro Schärer wird bis zum Schluss der Endrunde ohne WM-Einsatz auf dem Rasen bleiben. Die Fans müssen sich also bald wieder mit den eher biederen Coaching-Erscheinungen im Baseball und Football begnügen.

