Vorstoss in der Politik
Muss Meister Thun um Hauptsponsor bangen?

Verliert der frischgebackene Meister Thun seinen Hauptsponsor Visana? Ein Vorstoss des Nationalrats könnte künftig das Sponsoring von Krankenkassen bei Sportklubs verbieten.
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Thuns Hauptsponsor Visana steht gross vorne auf dem Leibchen – doch wie lange noch?
Foto: Zamir Loshi/freshfocus

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Nationalrat will Krankenkassen-Sponsoring für Sportklubs wie FC Thun verbieten
  • Visana unterstützt FC Thun mit 4 Millionen Euro Überbrückungskredit
  • FC Thun sucht Investoren nach Rückzug von Beat Fahrni

Ein Vorstoss der SVP-, SP- und Grünen-Nationalräte könnte den FC Thun in arge Schieflage manövrieren. Dieser sieht nämlich vor, dass Krankenkassen, die die Grundversicherung anbieten, künftig keine Sportklubs mehr sponsern dürfen. Davon betroffen wäre also auch Visana, Hauptsponsor des Schweizer Meisters.

Wie die «Berner Zeitung» schreibt, steckt Allbranchenversicherer Visana hinter dem millionenschweren Überbrückungskredit der Stadiongenossenschaft. Nur deshalb hat der frischgebackene Meister im April von der Liga die Lizenz für die nächste Saison erhalten. Im März wurde bekannt, dass der FC Thun mit dieser Abhilfe ein Millionenloch stopfen muss, bis ab Sommer Transfereinnahmen und im besten Fall das internationale Geschäft für ein Aufhellen der finanziellen Situation sorgen sollen.

Der Vorstoss, der vom Tessiner Nationalrat Lorenzo Quadri forciert wurde, käme da aber ungelegen. Quadri ist der Meinung, dass «Krankenkassen keine grossen Sportklubs mit millionenschweren Budgets sponsern dürfen». Dies begründet der 51-Jährige damit, dass die Menschen bei steigenden Krankenkassenprämien solche Investitionen nicht verstehen würden.

Thun schloss lukrativen Deal mit Visana ab

Nachdem der Nationalrat dem Vorstoss zugestimmt hat, kommt er vor den Ständerat. Der Bundesrat sieht allerdings Abgrenzungsprobleme, wie die «Berner Zeitung» schreibt. Demnach sei für die Bevölkerung nicht ersichtlich, ob die Mittel zum Sponsoring aus Grund- oder Zusatzversicherungen stammen.

Kommt die Motion politisch aber doch durch, könnte dies beträchtliche Auswirkungen auf den FC Thun haben. Denn die Visana und der Fussballklub haben einen langfristigen Vertrag bis 2036 abgeschlossen. Der FC Thun profitiert davon, keine Stadionmiete mehr bezahlen zu müssen, weil die Arena seit letztem Sommer dem Versicherer gehört. Die Stadionmiete war in den Jahren davor ein Kostenpunkt, der dem Klub oft Bauchschmerzen bereitet hat.

Zudem wurde bekannt, dass der FC Thun die Einnahme aus Events wie Konzerten und anderen Anlässen im Stadion behalten darf. Obendrauf gibts von der Visana 300'000 Franken pro Jahr zugunsten des Nachwuchses und des Frauenfussballs. Ein sehr lukrativer Deal für den Fussballklub für die nächsten zehn Jahre, der aufgrund politischer Veränderungen plötzlich gefährdet wäre.

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