Kubilay Türkyilmaz (59) ist der bekannteste Tessiner Fussballer der Geschichte. Der Blick-Kolumnist hat in seiner Prognose auf die neue Saison auf Lugano als Meister getippt – nicht zum ersten Mal. «Dieses Mal klappts», ist sich der ehemalige Internationale und zweitbeste Nati-Torschütze aller Zeiten aber sicher. «Das Team ist zusammengeblieben. Der schlaue Trainer Croci-Torti ist immer noch da. Und das Wichtigste: das Bijou!»
Seit Sonntag und dem 2:1 zum Saisonauftakt gegen Vaduz ist die AIL Arena nun auch offiziell eröffnet, nachdem bereits die Frauen-Nati im Juni gegen Malta und Lugano am letzten Donnerstag im Hinspiel der 2. Runde der Conference-League-Qualifikation gegen Dukagjini (1:0) je eine Partie bestritten haben. Ist das neue Stadion das Puzzlestück, das noch gefehlt hat?
«Das ist ein Quantensprung für diesen Klub», sagt Sportchef Sebastian Pelzer am Sonntag im Rahmen der Stadioneröffnung gegenüber SRF. Fügt aber gleich an: «Ein neues Stadion macht noch keinen Meisterschaftsfavoriten aus.» Gleich bei erster Gelegenheit tritt der Deutsche auf die Euphoriebremse. «Wir nehmen Schritt für Schritt.» Entscheidend sei die Konstanz über die ganze Saison.
Bislimi und Zanotti vor dem Absprung?
Auch Trainer Mattia Croci-Torti (44), der in seine sechste Saison als Cheftrainer geht, nimmt das M-Wort nicht in den Mund. «Natürlich wollen wir mehr Punkte als die anderen sammeln und so weit oben wie möglich in der Tabelle stehen. Aber wir haben Respekt vor den Gegnern, vor allem auch vor Basel und YB, die letzte Saison ihr Potenzial nicht abgerufen haben.»
Doch im Gegensatz zur Konkurrenz aus Basel und Bern, den beiden von den finanziellen Möglichkeiten her stärksten Konkurrenten im Kampf um den Platz an der Sonne, herrscht im Tessin Kontinuität. Croci-Torti ist bereits in seiner sechsten Saison als Cheftrainer, nachdem die Vereinsführung vor einem Jahr trotz eines miserablen Saisonstarts an ihm festgehalten hat. Und auch das Kader ist praktisch zusammengeblieben – zumindest bis jetzt.
Vor allem Uran Bislimi (26) und Mattia Zanotti (23) sind heisse Kandidaten für einen Transfer. Für Croci-Torti aber kein Problem: «Ich vertraue der Führung, dass wenn ein Spieler uns noch verlassen sollte, dieser gleichwertig ersetzt wird.» Für «Crus» ist es in Anbetracht des noch bis Anfang September geöffneten Transferfensters zu früh, eine Prognose abzugeben. «Vor zwei Jahren hat der FCB Mitte August Shaqiri verpflichtet, das hat vieles verändert.»
Der konstanteste Klub in der Liga
Und doch stellt sich die berechtigte Frage: Wann nicht jetzt, wann dann? Lugano ist der konstanteste Klub der Liga und beendete die letzten sieben Saisons immer in den Top 4. Doch für nach ganz oben hat es für den dreifachen Meister (1938, 1941 und 1949) nie gereicht. Der Cupsieg 2022 war das Höchste der Gefühle, in der Europa League erreichte man zweimal die Gruppenphase, in der Conference League schied man im Frühjahr 2025 gegen Celje erst im Achtelfinal aus. Ähnliches ist auch in dieser Saison möglich.
Doch Conference-League hin oder her, am Ende ist die Sehnsucht nach dem Meistertitel im Tessin spürbar. Der neue Captain Renato Steffen ruft zwar nicht die Titeljagd aus, nimmt aber das M-Wort zumindest in den Mund, schliesslich gewann er mit Basel schon zweimal die Meisterschaft. «Meister ist ein sehr grosses Wort, dafür reicht es nicht, wenn wir nur gewisse Spiele gut spielen.» Thun diene ihnen als Vorbild. «Der Schlüssel zum Titel war, dass sie eine Mannschaft waren.» Das neue Stadion bietet zumindest ideale Voraussetzungen dafür, dass das Team und der Klub noch mehr zu einer Einheit zusammenwächst.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | BSC Young Boys | 1 | 2 | 3 | |
2 | FC Thun | 1 | 2 | 3 | |
3 | FC Lugano | 1 | 1 | 3 | |
3 | FC St. Gallen | 1 | 1 | 3 | |
5 | FC Basel | 1 | 1 | 3 | |
6 | Grasshopper Club Zürich | 1 | 0 | 1 | |
6 | FC Lausanne-Sport | 1 | 0 | 1 | |
8 | FC Vaduz | 1 | -1 | 0 | |
8 | FC Zürich | 1 | -1 | 0 | |
10 | Servette FC | 1 | -1 | 0 | |
11 | FC Sion | 1 | -2 | 0 | |
12 | FC Luzern | 1 | -2 | 0 |

