Das Spiel
Auch die 23. Runde wird zu einer Runde für den FC Thun. Nach Luganos 1:1 in Winterthur lässt auch der zweite Verfolger Punkte liegen: St. Gallen kommt in Lausanne nicht über ein 1:1 hinaus. Thun, das seinerseits in Genf mit 3:1 gewinnt, hat nun schon elf beziehungsweise 13 Punkte Vorsprung auf Lugano und die Espen.
Das Spiel im Stade de la Tuilière beginnt mit einem Paukenschlag: Janneh bringt die Hausherren bei seinem Startelf-Debüt schon in der 2. Minute in Führung. Doch die St. Galler lassen sich davon nicht beirren, sie schlagen umgehend zurück. Von allfälliger Müdigkeit nach dem intensiven Cup-Fight gegen Basel am Mittwoch ist beim Team von Enrico Maassen zunächst nichts zu spüren. Erst wird das vermeintliche 1:1 durch Baldé wegen Offside aberkannt, nur eine Minute später zählt der Ausgleichstreffer des Mannes aus Guinea dann.
In einem munteren Hin und Her mit Chancen auf beiden Seiten hat wiederum Baldé die beste Möglichkeit zur Führung vor der Pause. Er trifft nach einer Flanke von Daschner – jedoch aus offsideverdächtiger Position – nur die Latte.
Nach dem Seitenwechsel sind die Lausanner dem Sieg klar näher. Die beste Chance vergibt Butler-Oyedeji, dessen Kopfball nach einer Ecke nur den Pfosten trifft (50.). Die Gäste, denen die Cup-Strapazen nun doch anzusehen sind, werden auch nach einem Dreifachwechsel in der 67. Minute nicht mehr besser. Dennoch schaffen sie es, das Unentschieden über die Zeit zu bringen.
Die Tore
2. Minute, Omar Janneh, 1:0. Der Neue (kam von Atlético Madrid) leitet einen langen Ball zu Butler-Oyedeji weiter, sprintet in die Spitze und bekommt den Ball sogleich perfekt in den Lauf gespielt. Eiskalt lupft der 19-jährige Spanier die Kugel von halbrechts in die nahe Torecke.
9. Minute, Aliou Baldé, 1:1. Boukhalfa spielt einen perfekt getimeten Laufpass auf Baldé, der in zentraler Position mit dem ersten Kontakt an Lausanne-Goalie Letica vorbei zum Ausgleich einschiebt.
Die Stimmen (gegenüber Blue)
Christian Witzig (FCSG): «Ich glaube, auswärts einen Punkt zu holen ist nie schlecht. Wir haben uns natürlich drei Punkte vorgenommen, damit wir die Top 6 festigen können. In der zweiten Halbzeit kamen wir nicht mehr so gut aus dem Druck raus, hatten keine Ballbesitzphasen mehr. Am Ende ist es auch eine Kräftefrage, wir spielen sieben Spiele in 20 Tagen.»
Olivier Custodio (Lausanne): «Es ist zu wenig. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht heute. Wir wollten unbedingt eine Reaktion zeigen nach dem letzten Spiel (1:2 in Winterthur, Anm. d. Red.). Wir haben es gut gemacht, es fehlt einfach ein Tor für den Sieg. Aber ich bin trotzdem stolz auf meine Mannschaft.»
Der Beste
Aliou Baldé trifft nicht immer die richtigen Entscheidungen, aber er bereitet der Lausanner Abwehr mit seinen Dribblings und Tempovorstössen enorme Probleme. Die Auswechslung des Torschützen der 67. Minute kommt sehr überraschend und freut die Waadtländer.
Der Schlechteste
Was ist mit Christian Witzig los? Der St. Galler Linksverteidiger hat gegen die starken Lausanner Stürmer zu kämpfen. Er kommt oft zu spät und hat grosse Mühe. In der Offensive trifft er meist die falschen Entscheidungen. Enrico Maassen trifft die richtige Entscheidung, ihn in der 65. Minute auszuwechseln.
Das gab zu reden
Auf der Tribüne sitzt ein sehr aufmerksamer Gast: Adrian Ursea. Der rumänische Trainer von Yverdon Sport ist natürlich gekommen, um mit St. Gallen den Halbfinal-Gegner im Cup seines Teams unweit von zu Hause zu beobachten.
Die Fans
Die Kulisse im Stade de la Tuilière ist nicht so gross wie auch schon, obwohl der Gästeblock mit 600 Fans aus St. Gallen bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Insgesamt finden an diesem kalten Sonntag nur 5594 Zuschauer den Weg ins Stadion. Es gibt keine Zwischenfälle und es wird kein pyrotechnisches Material gezündet.
Die Schiris
Ein unspektakuläres Spiel für Nico Gianforte und sein Team. Der Schiedsrichter und seine Assistenten treffen die richtigen Entscheidungen, ohne dabei Aufsehen zu erregen. Der VAR muss nicht eingreifen.
So gehts weiter
Auf die St. Galler wartet am Mittwochabend ein Heimspiel gegen YB (20.30 Uhr). Lausanne spielt am Donnerstag bei Leader Thun (20.30 Uhr).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 23 | 24 | 52 | |
2 | FC Lugano | 23 | 11 | 41 | |
3 | FC St. Gallen | 22 | 14 | 39 | |
4 | FC Basel | 23 | 9 | 39 | |
5 | FC Sion | 23 | 6 | 34 | |
6 | BSC Young Boys | 23 | -2 | 33 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 23 | 2 | 29 | |
8 | Servette FC | 23 | -7 | 25 | |
9 | FC Zürich | 23 | -12 | 25 | |
10 | FC Luzern | 23 | -3 | 24 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 23 | -11 | 20 | |
12 | FC Winterthur | 22 | -31 | 14 |






