Das Spiel
Kastriot Imeri ist ein Genfer Junge, durchlief die Jugendabteilung seines Jugendklubs und hat vor seinem Abgang im Sommer 2022 148 Spiele für Servette bestritten. Heute ist es sein Geistesblitz vor dem 1:0, der Thuns Meisterambitionen weiter unterstreicht. Klar: Der Überraschungsleader profitiert dabei nicht zum ersten Mal in dieser Saison von grossen Fehlern des Gegners. Doch die Führung ist zu jenem Zeitpunkt ist genauso verdient wie das 3:1-Endresultat.
Die Thuner sind von Beginn an das druckvollere Team. Servette versucht, sich mit Härte gegen die Spielidee der langen Bälle zu wehren. Das gelingt nur bedingt. Bis auf eine Szene in der 12. Minute kommt zwar auch Thun kaum zu klaren Torchancen – vom Heimteam ist in der Offensive aber wenig bis gar nichts zu sehen. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit vergibt Douline die goldene und eigentlich einzige Gelegenheit zum Ausgleich.
Nach der Pause nickt Bürki – erneut auf Standard-Flanke des gebürtigen Genfers – sogleich zum 2:0 ein. Zwar ist Servette danach aktiver, erspielt sich einige gute Chancen. Eine mögliche Aufholjagd wird aber jäh gebremst. Servette-Joker Jallow sieht in der 60. Minute seinen Schuss von Thun-Keeper Steffen an die Latte gelenkt und nur zehn Minuten nach seiner Einwechslung die Rote Karte.
Die Tore
40. Minute, Elmin Rastoder, 0:1. Imeri führt einen Freistoss kurz nach der Mittellinie schnell aus. Die Servette-Defensive befindet sich beim perfekten Flankenball im Tiefschlaf. Schliesslich kann Rastoder den langen Ball per Volley über den unglücklich herauseilenden Torhüter ins Netz befördern.
47. Minute, Marco Bürki, 0:2. Wieder führt eine Freistossflanke zum Erfolg. Bürki erwischt die langezogene Flanke am zweiten Pfosten per Kopf perfekt und lupft den Ball in hohen Bogen gleich neben den anderen Pfosten.
88. Minute, Nils Reichmuth, 0:3. Mit dem Selbstvertrauen eines Leaders legt sich Reichmuth das Leder am Strafraumrand kurz vor und schlenzt die Kugel als Aufsetzer via Innenpfosten ins Tor.
90. +2 Minute, Jamie Atangana, 1:3. Nachdem Bürki seinen Gegenspieler umgerissen hat, tritt das Genfer Eigengewächs zum Penalty an und trifft aus elf Metern souverän. Sein erstes Super-League-Tor ist allerdings nicht mehr als eine Randnotiz.
Die Stimmen (gegenüber Blue)
Joël Mall: «Thun hatte uns von Anfang an im Griff. Wir hatten einen Plan, der nicht aufgegangen ist. Trotzdem steht es noch 0:0 und wir wissen, dass sie die Freistösse schnell ausführen. Dennoch lassen wir uns erwischen, auch ich sehe nicht gut aus. Dann nimmst du dir viel vor für die 2. Hälfte und kassierst diesen Bogenlampen-Kopfball, den er – glaubs – nochmals in die Mitte legen wollte. Dann noch die Rote Karte – nachher ist es extrem schwierig.»
«Ich habe genug Vertrauen in die Mannschaft, dass wir uns nicht nach hinten orientieren müssen. Wir müssen auch realistisch sein, jetzt endlich in die Spur kommen und diese Punkte holen.»
«Die zweiten Bälle und die Aggressivität machen Thun aus. Es gibt viele die sagen, Thun spiele keinen schönen Fussball, aber er ist ganz schön erfolgreich. Der tut uns und vielen anderen Mannschaften weh. Wir haben uns versucht darauf vorzubereiten, doch Thun war trotzdem aggressiver und besser im Spiel.»
Marco Bürki: «Es ist ein super Resultat für uns. Natürlich ist ein möglicher Meistertitel ein Thema in der Mannschaft. Allerdings nicht nur untereinander. Es ist ja auch für den Klub wichtig, dass man bisschen vorplant, sei es nun das internationale Geschäft oder die Meisterschaft.»
Der Beste
Kastriot Imeri. Der gebürtige Genfer spielt seinem ehemaligen Verein mit zwei Torvorlagen einen üblen Streich. Seine weit entfernten, aber gut getretenen Freistössse fanden den Fuss von Elmin Rastoder und den Kopf von Marco Bürki und landeten schliesslich im Netz der Grenats.
Der Schlechteste
Ablie Jallow. Der Gambier kommt in der 57. Minute ins Spiel, ist sehr agil, hätte das Spiel wieder spannend machen können. Aber es ist die 67. Minute, an die man sich erinnern wird. Nach einer unschönen Aktion gegen Leonardo Bertone muss der Servette-Spieler nach einer VAR-Entscheidung vorzeitig unter die Dusche.
Das gab zu reden
Der Joker-Einsatz des Grauens: Ablie Jallow wird in der 57. Minute eingewechselt und fliegt nur zehn Minuten später mit einer Tätlichkeit vom Platz. Als ihn Leonardo Bertone – ohne Ball – den Weg versperrt, quittiert er diese Aktion mit einem versuchten Faustschlag. Dem VAR bleibt dann gar keine andere Wahl, als Dudic an den Monitor zu holen.
Die Schiris
Alessandro Dudic hat das Spiel recht gut geleitet. Zu Beginn ist er noch recht lax, doch nach dem ersten Tor von Thun, das nach einem fragwürdigen Foul fällt, verwarnt er Timothé Cognat. Nachdem er zweimal vom VAR hinzugezogen worden war, zeigt er Ablie Jallow logischerweise die rote Karte und gibt Servette in der Nachspielzeit einen Elfmeter.
Die Fans
Nur 6229 Zuschauer verfolgen das Spiel des Tabellenführers aus Thun in Genf. Es war die geringste Zuschauerzahl der Saison im Stadion der Genfer.
So gehts weiter
In der Super League steht eine englische Woche an. Thun darf sich auf zwei Heimspiele gegen Lausanne (Donnerstag, 20.30 Uhr) und Sion (Sonntag, 14 Uhr) freuen. Derweil Servette zweimal auswärts – erst am Mittwoch in Lugano (20.30 Uhr) und dann am Sonntag gegen Lausanne (16.30 Uhr) – ran muss.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 23 | 24 | 52 | |
2 | FC Lugano | 23 | 11 | 41 | |
3 | FC St. Gallen 1:1 | 22 | 14 | 39 | |
4 | FC Basel 0:1 | 23 | 7 | 36 | |
5 | FC Sion | 23 | 6 | 34 | |
6 | BSC Young Boys | 23 | -2 | 33 | |
7 | FC Lausanne-Sport 1:1 | 23 | 2 | 29 | |
8 | FC Zürich 1:0 | 23 | -10 | 28 | |
9 | Servette FC | 23 | -7 | 25 | |
10 | FC Luzern | 23 | -3 | 24 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 23 | -11 | 20 | |
12 | FC Winterthur | 22 | -31 | 14 |






