Das Spiel
Spielerisch ist es nicht das ganz grosse Kino, was Winterthur und Lugano an diesem Samstagabend auf der Schützenwiese zeigen. Folgerichtig teilen sich die beiden Teams am Ende die Punkte. Ärgern dürfte das vor allem die Eulachtstädter, die über eine halbe Stunde in Überzahl agieren.
Abgesehen von einem Beinahe-Eigentor von Arnold (7.) ist es von Beginn an ein lange sehr umkämpftes, aber ereignisloses Duell. Erst kurz vor der Pause sorgen die Winterthurer wieder für etwas Aufregung: Kasami trifft zur vermeintlichen Führung, doch sein Treffer wird aufgrund eines Handspiels von Sidler kurz zuvor zurückgenommen.
Auch nach dem Seitenwechsel will die Partie nicht so richtig Fahrt aufnehmen. Immer wieder wird das Spiel durch Fouls unterbrochen. Ein solches wird Luganos Bislimi nach knapp einer Stunde zum Verhängnis – er fliegt mit Gelb-Rot vom Platz. Die Eulachstädter wissen diese Überzahl direkt auszunutzen und gehen kurz darauf mit dem ersten Schuss auf das gegnerische Tor in Führung.
Diesen Vorsprung verteidigt das Team von Patrick Rahmen lange geschickt. Doch zehn Minuten vor Schluss legt Jankewitz Gegenspieler Kelvin im Strafraum und Lugano bekommt aus elf Metern die Chance zum Ausgleich. Diese lässt sich Grgic nicht nehmen und sorgt mit seinem 22. verwandelten Penalty in Serie dafür, dass die Luganesi von den letzten 22 (!) Duellen gegen Winterthur weiterhin nur eines verloren haben.
Die Tore
61. Minute, Andrin Hunziker, 1:0. Der eben erst eingewechselte Mai vertändelt in der eigenen Hälfte den Ball. Golliard schickt Hunziker auf die Reise, der alleine vor Saipi cool einschiebt. Nach minutenlanger VAR-Überprüfung aufgrund einer möglichen Abseits-Position zählt der Treffer.
80. Minute, Anto Grgic, 1:1. Jankewitz geht im eigenen Strafraum ungeschickt zu Werke, Schiedsrichter Piccolo zeigt sofort auf den Punkt. Grgic tritt zum Penalty an, verzögert und schickt Kapino in die falsche Ecke.
Die Stimmen
Roman Buess (Winterthur) gegenüber Blue: «Vor dem Spiel hätten wir es genommen, auch wenn wir natürlich jedes Spiel gewinnen wollen. So wie das Spiel gelaufen ist, ist es aber bitter, dass es nur ein Punkt geworden ist. Wir haben in den letzen Wochen hart gearbeitet und das haben wir heute grösstenteils auf den Platz gebracht. Im Spiel mit Ball müssen wir aber noch Schritte nach vorne machen.»
Renato Steffen (Lugano) gegenüber Blue: «Es war zu wenig, wenn man mehr als einen Punkt will. Wir haben es nicht geschafft, hinter ihre Abwehrkette zu kommen. In den entscheidenden Momenten haben wir keine Lösungen gefunden und den Ball zu lange am Fuss gehabt. Der Punkt war heute das Maximum, was wir holen konnten.»
Der Beste
Andrin Hunziker. Ist schon beim nicht gegebenen Treffer der Winterthurer beteiligt, schmeisst sich wuchtig in jeden Zweikampf, trifft zur Führung.
Der Schlechteste
Kevin Behrens. Mit Ausnahme eines Rencontres mit Winti-Goalie Kapino findet der Lugano-Stürmer kaum statt. Schwach für einen Mann, der mal drei Minuten für die deutsche Nationalmannschaft spielte.
Das gab zu reden
Das Handspiel von Silvan Sidler vor dem vermeintlichen Führungstreffer von Pajtim Kasami erhitzt auf der Schützenwiese die Gemüter. Falsch ist die Entscheidung nicht, weil Sidler den Ball vor dem Pass in die Tiefe mit dem Arm berührt. Bitter ists trotzdem, weil keinerlei Absicht erkennbar ist. Im Gegenteil. Sidler versucht, seine obere Extremität gar noch zurückzuziehen.
Die Schiris
Schiri Piccolo und seine beiden Assistenten haben viel zu tun. Die Gelb-Rote Karte gegen Uran Bislimi ist ebenso berechtigt, wie der Handspiel-Pfiff vor dem Kasami-Treffer. Beim Führungstor der Winterthurer durch Hunziker gilt im Zweifel für den Angeklagten. Der Stürmer startet aus derart abseitsverdächtiger Position, dass ein Urteil ohne kallibrierte Linie fast nicht möglich ist. Der Foulpenalty für Lugano ist sehr hart gepfiffen, auch weil sich der Tessiner theatralisch fallen lässt. Dass Piccolo kurz vor Schluss einen klaren Eckball für Winti nicht pfeift, erhitzt die Gemüter erneut.
Die Fans
8400 Fans gehen rein, 7100 sind vor Ort. Darunter drei Dutzend Tessiner Tifosi, die überschwänglich ihre Fahnen schwenken.
So gehts weiter
Es steht eine englische Woche in der Super League an. Winterthur gastiert am Mittwoch (20.30 Uhr) beim FCZ und am Samstag (20.30 Uhr) bei YB. Lugano empfängt am Mittwoch (20.30 Uhr) Servette und spielt am Sonntag (16.30 Uhr) auswärts beim FCB.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 22 | 22 | 49 | |
2 | FC Lugano | 23 | 11 | 41 | |
3 | FC St. Gallen | 21 | 14 | 38 | |
4 | FC Basel | 22 | 8 | 36 | |
5 | FC Sion | 23 | 6 | 34 | |
6 | BSC Young Boys | 23 | -2 | 33 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 22 | 2 | 28 | |
8 | Servette FC | 22 | -5 | 25 | |
9 | FC Zürich | 22 | -11 | 25 | |
10 | FC Luzern | 23 | -3 | 24 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 23 | -11 | 20 | |
12 | FC Winterthur | 22 | -31 | 14 |






