Sie klopfen an die Profi-Tür
In den Top-Ligen Europas wimmelt es von Schweizer Talenten

In den Top-Five-Ligen tummeln sich – England ausgenommen – mehrere Schweizer Nachwuchshoffnungen auf höchster Jugendstufe. Blick sagt, um wen es sich handelt und wie nah sie an den entsprechenden Profimannschaften sind.
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Das neue Jahr hat Alessandro Romano bereits Glück gebracht.
Foto: AS Roma via Getty Images

Darum gehts

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Carlo Emanuele FrezzaReporter Fussball

Den Dreikönigstag im Jahr 2026 wird Alessandro Romano (19) nie vergessen. Ausgerechnet am Geburtstag seines Vaters und in Lecce (It), der Heimatregion seiner Mutter, feiert er für die AS Roma sein Profidebüt. Damit ist er gleichzeitig der erste Schweizer, der je für die Giallorossi auf dem Platz gestanden hat.

Für Romano hätte das neue Jahr nicht besser starten können. Ein gutes Omen für den Zürcher. Aber auch für andere junge Schweizer, die, wie Romano, in einer Top-Five-Liga den Schritt zum Profi wagen. Denn davon gibt es einige. Abgesehen von England spielen in allen anderen vier Ländern Schweizer auf höchster Nachwuchsstufe.

Italien

Unter den Schweizer Nachwuchshoffnungen in Italien hat Alessandro Romano auf transfermarkt.ch mit einer halben Million Franken den höchsten Marktwert. Der Sohn von Umberto Romano (53), Assistenzcoach bei Serie-A-Klub Torino, ist auch derjenige, der am nächsten dran ist, unter den Profis durchzustarten. Das hat nicht zuletzt sein Debüt am Dienstagabend gezeigt.

Obwohl Romano aber seit einigen Wochen fix zum Kader der Roma gehört, dürfte er sich bald aus der Hauptstadt verabschieden – zumindest bis zum Sommer. Gemäss Blick-Infos soll der Mittelfeldspieler für die Rückrunde ausgeliehen werden, um Spielpraxis auf Profiniveau zu sammeln.

Neben Romano reifen in Italien noch vier andere Schweizer zum Profi. Dion Cakolli (18) spielt bei Atalanta und bildet mit dem Italiener Nicolò Baldo (19) eines der gefürchtetsten Sturm-Duos in der italienischen Jugendliga Primavera. Noch wartet er aber auf sein erstes Profi-Aufgebot. Genauso wie Linksverteidiger Joachim Williamson (18), der von GC an Inter ausgeliehen ist, sowie Innenverteidiger Haris Kozarac (19) und Mittelfeld-Ass Marouane Calame (19), die beide für Lecce auflaufen.

Deutschland

In unserem nördlichen Nachbarland sind aktuell die meisten Schweizer auf den höchsten Nachwuchsstufen aktiv – sechs Spieler. Besonders ins Auge sticht Rouven Tarnutzer (18). Der Schaffhauser, derzeit Teil der U19-Nati, spielt bei Freiburgs U23 und hofft im neuen Jahr nach Verheilung seiner Knieverletzung auf sein erstes Bundesliga-Aufgebot. Die beiden U17-WM-Teilnehmer Théodore Pizarro (17) sowie Mladen Mijajlovic (17) sind noch etwas weiter von einem Einsatz entfernt – sie stehen aktuell bei Freiburgs U19 unter Vertrag.

Ein weiteres vielversprechendes Talent ist Miguel Adje (17). Der Linksverteidiger von Dortmunds U19 war eigentlich für die U17-WM vorgesehen, verletzte sich jedoch im letzten Testspiel vor dem Turnier an der Leiste. Bei Dortmunds U19 gehört er als einer der wenigen mit Jahrgang 2008 zum erweiterten Stammpersonal. Vorerst gilt es für ihn, sich auf dieser Altersstufe durchzusetzen.

Geboren und aufgewachsen ist Adje, dessen Vater aus Zürich stammt, in Deutschland. Deshalb gilt er beim BVB als richtiges Eigengewächs. Auf der Aussenbahn kann er alle Positionen spielen. Zudem beeindruckt er trotz noch nicht voll ausgereifter Muskulatur bereits mit einer Sprintgeschwindigkeit von über 35 km/h.

Etwas näher am Profi-Durchbruch ist altersbedingt Zidan Tairi (18). Seit einem Jahr spielt der Ex-FCZ-Junior in der Akademie der TSG Hoffenheim. Aktuell ist er Teil der U19. Für den offensiven Mittelfeldspieler steht in diesem Jahr der Sprung in die U23 bevor. Der Schritt in die erste Mannschaft liegt noch in der Ferne.

Ähnlich verhält es sich bei Leny Meyer (21). Der Sohn von Luzern-Sportchef Remo Meyer (45) ist bei Stuttgart II in der 3. Bundesliga Stammspieler (16 Einsätze/3 Assists). In diesem Jahr wird er aufgrund seines Alters aber den nächsten Schritt gehen müssen. Am Montag ist er im Testspiel gegen den FC Luzern zumindest schon mal zu ein paar Einsatzminuten für die erste Mannschaft gekommen.

Frankreich

Mit Max Corbon (18) gibt es ein weiteres Talent mit Schweizer Pass, das nie in der Schweiz gelebt hat. Der französisch-schweizerische Doppelbürger wurde in Martigues nahe Marseille geboren und wechselte bereits mit elf Jahren zu Olympique Marseille. Im Herbst unterschrieb Corbon seinen ersten Profivertrag und ist nun bis 2029 an OM gebunden. Der polyvalente Mittelfeldspieler gilt als eines der grössten Talente der Akademie und steht kurz vor dem Sprung in die erste Mannschaft.

Unter den Experten steht auch Tidiane Diallo (17) hoch im Kurs. Der schweizerisch-guineische Doppelbürger aus dem Kanton Neuenburg verliess die Schweiz 2021 und entwickelte sich nahe der Grenze in Besançon weiter. Im Sommer unterschrieb der 1,85 Meter grosse, linksfüssige Innenverteidiger bei Montpellier einen Vertrag bis 2028. Aktuell läuft Diallo für die U19 auf – und obwohl der Traditionsklub derzeit in der Ligue 2 spielt, schafft er es in diese Liste, weil sein Name bei Fachleuten hohes Ansehen geniesst.

Ein weiterer Schweizer in Frankreich ist Sirak Samson Bein (18) – wie Diallo ein Innenverteidiger. Der 2,04-Meter-Hüne wechselte 2024 von Lausanne nach Monaco, besitzt die schweizerische und eritreische Staatsangehörigkeit und ist Teil der U19-Nati. Bevor er den Sprung in die erste Mannschaft der AS Monaco schaffen kann, muss er aber noch einige Entwicklungsschritte machen.

Bei Joss Marques (21) scheint die Zeit dagegen abzulaufen. Vor über einem Jahr unterschrieb er einen Vierjahresvertrag bei Lyon. Da tut er sich allerdings sehr schwer und steht vor einer sportlich schwierigen Zukunft. (Mitarbeit: Tim Guillemin)

Spanien

Eigentlich gehört Ibrahim Babayev (17) noch nicht in diese Auflistung, da er bisher nicht auf höchster Nachwuchsstufe gespielt hat. Doch wer in Barcelonas «La Masia» ausgebildet wird, ist immer eine Erwähnung wert – unabhängig vom Alter. Der Genfer ist derzeit Teil der U18. Ob Babayev jemals für die Schweiz auflaufen wird, ist offen: Er besitzt auch die aserbaidschanische Staatsbürgerschaft und hat bereits sieben Einsätze für deren U17 absolviert.

Lou Marley White (18) hingegen würde liebend gerne für die Schweiz spielen. Der Sohn des Reggae-Musikers William White wurde in Winterthur geboren, wuchs im Berner Oberland auf und zog mit der Familie im Alter von neun Jahren nach Barcelona, wo er Teil von Barças Fussballschule war.

White besitzt neben dem Schweizer auch den Pass von Barbados, da sein Vater aus dem Karibikstaat stammt. Seit diesem Sommer steht der Flügelstürmer bei Girona unter Vertrag und trainierte bereits mit den Profis. Für eine Schweizer U-Nati hat er noch nicht gespielt – doch das dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein.

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Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
19
16
40
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
19
16
37
3
FC Lugano
FC Lugano
19
5
33
4
FC Basel
FC Basel
19
8
32
5
BSC Young Boys
BSC Young Boys
19
0
29
6
FC Sion
FC Sion
18
4
27
7
FC Zürich
FC Zürich
19
-7
24
8
FC Luzern
FC Luzern
19
0
21
9
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
18
0
21
10
Servette FC
Servette FC
18
-6
20
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
19
-9
17
12
FC Winterthur
FC Winterthur
18
-27
10
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