Darum gehts
- Amdouni erklärt, wie sein Comeback-Prozess läuft und was ihm besonders geholfen hat
- Der Stürmer ist voll des Lobes für Nati-Trainer Murat Yakin
- Der Pfeil-und-Bogen-Jubel des Spielers ist längst bekannt. Er erklärt nun, was dahinter steck
Das abgelaufene Jahr ist für Nati-Stürmer Zeki Amdouni (25) eine Achterbahnfahrt. Im Frühling steht er mit Benfica in der Champions League gegen den grossen FC Barcelona auf dem Platz. Im Sommer reisst das Kreuzband. Fünf Monate nach dem Schock blickt der Nati-Hoffnungsträger zuversichtlich ins neue Jahr und spricht im Interview über WM-Träume, Vorbilder und Familie.
Blick: Zeki Amdouni, auf Ihrem Whatsapp-Profilbild zeigen sie Ihre berühmte Pfeil-und-Bogen-Pose. Wann sehen wir sie wieder jubeln?
Zeki Amdouni: Momentan bin ich bei etwa 70 Prozent und trainiere von Tag zu Tag intensiver. Bislang hat es keine Komplikationen gegeben, der Austausch mit den Physios ist top. Ich bin zuversichtlich, dass ich schon bald wieder mit der Mannschaft trainieren und für Burnley auflaufen kann. Ich bin nun etwas mehr als fünf Monate ausser Gefecht. Und ich zähle die Tage, bis ich endlich wieder spielen kann.
Wie haben ihre Nati-Kollegen auf Ihren Kreuzbandriss reagiert?
Sie haben mir alle geschrieben und mir viel Glück und gute Genesung gewünscht. Es ist ein schönes Zeichen für den Zusammenhalt, den wir innerhalb der Mannschaft haben.
Nehmen sie Alvyn Sanches als Inspiration? Der ist nach der gleichen Verletzung zurückgekehrt, als sei nichts geschehen.
Es ist eine Freude, ihn wieder auf dem Rasen zu sehen. Wir hatten während unserer Verletzungspause regelmässig Kontakt. Wenn ich Schmerzen hatte, habe ich ihn gefragt, was das sein könnte und ob er dasselbe gespürt habe. Es hat gut getan, jemanden zu haben, der das Gleiche durchmachen musste.
Bis zu Ihrer Verletzung waren sie fester Bestandteil der Nati. Werden sie an der WM dabei sein?
Das ist das Ziel. Wenn ich in ein paar Wochen hoffentlich wieder spielen kann, hätte ich noch genügend Möglichkeiten, mich für die WM zu empfehlen.
Murat Yakin gilt als Ihr Förderer. Unter ihm haben sie schon 27 Länderspiele absolviert und 11 Tore geschossen. Was macht ihn als Trainer aus?
Er ist top. Fachlich und menschlich. Er war einer der Ersten, die sich nach meiner Verletzung gemeldet hat. Ich kenne keinen anderen Nati-Trainer als ihn, habe unter ihm debütiert. Er versteht mich, hört zu. Und er ist erfolgreich. Die aktuelle WM-Quali ist fast perfekt gelaufen, wir haben viele Tore geschossen und fast keine kassiert.
Auch der aktuelle Bayern-Trainer Vincent Kompany ist ein Fan von Ihnen. Erst wollte er sie zu Anderlecht holen, dann lotste er sie im Sommer 2023 nach Burnley. Was ist der Belgier für ein Typ?
Er war ein grosser Spieler und jetzt ist er ein grosser Trainer. Er war sehr nah bei den Spielern dran und sehr detailversessen. Jenen Fussball, den er bei den Bayern spielen lässt, hat er auch bei Burnley eingeführt. Und ist damit in die Premier League aufgestiegen.
In französischen St-Julien, ennet der Schweizer Grenze, kommt Zeki Amdouni als Sohn eines Türken und einer Tunesierin zur Welt. Mit fünf zügelt die Familie nach Genf, Amdounis Vater hat einen Kiosk in der Nähe des Spitals. Einfache, bodenständige Verhältnisse. Bis im Alter von 13 Jahren kickt Amdouni bei Servette, nach einer schweren Fussverletzung aber muss er den Klub verlassen. Via Meyrin, Etoile Carouge, SLO und Lausanne-Sport landet er im Sommer 2022 beim FCB. Ein Jahr später wechselt Amdouni für 18 Millionen zum FC Burnley. Für die Nati hat er in 27 Länderspielen 11 Tore erzielt.
In französischen St-Julien, ennet der Schweizer Grenze, kommt Zeki Amdouni als Sohn eines Türken und einer Tunesierin zur Welt. Mit fünf zügelt die Familie nach Genf, Amdounis Vater hat einen Kiosk in der Nähe des Spitals. Einfache, bodenständige Verhältnisse. Bis im Alter von 13 Jahren kickt Amdouni bei Servette, nach einer schweren Fussverletzung aber muss er den Klub verlassen. Via Meyrin, Etoile Carouge, SLO und Lausanne-Sport landet er im Sommer 2022 beim FCB. Ein Jahr später wechselt Amdouni für 18 Millionen zum FC Burnley. Für die Nati hat er in 27 Länderspielen 11 Tore erzielt.
Sie haben es in die beste Liga der Welt geschafft, obwohl sie nie in einer Jugendakademie waren. Wäre noch mehr möglich gewesen, hätten sie damals mit 13 bei Servette bleiben und weiter von den professionellen Bedingungen profitieren können?
Das ist schwer zu sagen, bei Servette musste ich damals gehen, weil ich mich schwer am Fuss verletzt habe. Dann spielte ich bei Carouge in der 1. Liga und bei Lausanne-Ouchy. Bevor ich mit 21 zu Lausanne kam, wusste ich nichts von einem Gym, von Muskelaufbau, von professionellen Physios. Der Fussball ist sehr schematisch geworden, sehr physisch. Die letzten Jahre haben mich verändert, haben mich stärker gemacht. Was wir beispielsweise hier in Burnley an Infrastruktur zur Verfügung haben, ist top.
Aktuell steht der Klub auf einem Abstiegsplatz. Was braucht es, um den Gang in die Zweitklassigkeit zu verhindern?
Nicht viel. Wenn du gegen den Abstieg spielst, läuft oft alles gegen dich. Du triffst den Pfosten, die anderen treffen das Tor. Wir müssen das Momentum auf unsere Seite ziehen. Qualität, um die Klasse zu halten, haben wir genug. Auch unser Trainer Scott Parker ist top, er erreicht die Mannschaft. Wichtig ist, dass wir mental stark sind.
Haben sie einen Mentaltrainer?
Nein, aber ich kenne viele Spieler, die einen haben. Das ist eine gute Sache. Auch für Dinge, die neben dem Platz passieren. Vielleicht nehme ich später mal Hilfe in Anspruch, momentan brauche ich das aber nicht.
Wer hilft ihnen in der schwierigen Verletzungszeit?
Meine Familie. Und der Klub. Zuletzt durfte ich auf Initiative des Vereins mit meiner Mutter, meiner Schwester, einem Kumpel und einem Physio eine Woche nach Dubai, um den Kopf etwas zu lüften. Das hat mental unglaublich gutgetan. Auch in der Schweiz war ich ab und zu, um Kollegen und die Familie zu besuchen.
Zu Beginn der WM-Quali gegen den Kosovo waren sie ebenfalls vor Ort im Stadion. Waren sie überrascht, als ihre Mitspieler vor dem Anpfiff ihr Trikot in die Höhe hielten?
Die Geste hat mich tief berührt. Und es ist eine Motivation, um so schnell wie möglich wieder in die Mannschaft zurückzukehren und für die Schweiz zu treffen.
Was steckt eigentlich hinter ihrem Pfeil-und-Bogen-Jubel?
Es ist ein Ding zwischen einem Kumpel und mir. Der französische Rapper Jul rappt in einem Lied von einem Pfeil, deshalb habe ich zu meinem Kollegen gesagt, dass ich in Zukunft so jubeln wolle. Ich wollte etwas tun, was sonst keiner macht.
Welches war ihr bislang wichtigster Jubel?
Jener nach meinem Tor in der Champions League mit Benfica gegen Monaco. Es war jener Treffer, der uns das Weiterkommen gesichert hat.
Lionel Messi ist ihr grosses Vorbild. Weshalb?
Weil er mit dem Ball unglaubliche Dinge tut. Als Kind war ich noch Fan von Cristiano Ronaldo. Wegen seiner Frisur, wegen der Schuhe, wegen seines Stils. Als ich dann aber mit 13 Jahren den Fussball richtig verstanden habe, gab es für mich nur noch einen Spieler: Lionel Messi.
Werden sie La Pulga (Spanisch für «Der Floh», der Spitzname von Messi» an der WM 2026 treffen?
Das wäre ein Traum.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 19 | 16 | 40 | |
2 | FC St. Gallen | 19 | 16 | 37 | |
3 | FC Lugano | 19 | 5 | 33 | |
4 | FC Basel | 19 | 8 | 32 | |
5 | BSC Young Boys | 19 | 0 | 29 | |
6 | FC Sion | 18 | 4 | 27 | |
7 | FC Zürich | 19 | -7 | 24 | |
8 | FC Luzern | 19 | 0 | 21 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 18 | 0 | 21 | |
10 | Servette FC | 18 | -6 | 20 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 19 | -9 | 17 | |
12 | FC Winterthur | 18 | -27 | 10 |