Darum gehts
- Alain Sutter verteidigt sich öffentlich nach GC-Niederlagenserie und Kritik.
- Trainer Messners Job wackelt vor Cup-Halbfinal bei dritter Niederlage.
- Sutter: Saison trotz möglichem Klassenerhalt als Misserfolg bewertet.
Dass er sich in schwierigen Zeiten versteckt, kann man GC-Sportchef Alain Sutter (58) definitiv nicht vorwerfen. Nach der 0:4-Klatsche gegen Sion und der fünften Niederlage in Folge stellt er sich allen Fragen der Journalisten. Vier Tage später tut er es vor dem Abstiegsgipfel gegen Winterthur erneut. Er könne die kritischen Stimmen der letzten Tage gut nachvollziehen. «Für viele ist es ein Déjà-vu der letzten Jahre, da kommt Frust hoch», so Sutter. Auch bei den Besitzern in Los Angeles sei man mit dem dritten Barrage-Szenario in Folge verständlicherweise nicht super happy. «Aber ich nehme keine Panik wahr.»
Keine Jobgarantie für Trainer Messner
Im Zentrum der Kritik ist unter anderem der bisher wirkungslose Trainerwechsel von Gerald Scheiblehner zu Gernot Messner. Nach dem Sion-Spiel gab es eine Jobgarantie für Winterthur am Samstag – ob der Österreicher aber nächste Woche beim Cup-Halbfinal an der Seitenlinie steht, wenn er auch sein drittes Spiel in Folge verliert, darf man stark bezweifeln.
«Auf die Resultate hatte der Trainerwechsel keinen Einfluss, das stimmt. Doch in anderen Dynamiken hat sich sehr wohl etwas verändert.» Zwar sagt Sutter, dass er zu 100 Prozent überzeugt sei von Messners Arbeit und dies weiter der Plan sei. Doch dann folgt auch das im Fussballgeschäft berühmte «Stand heute». «Ich bin schon lange in diesem Geschäft, das Letzte, was ich mache, ist, Versprechen oder Garantien abzugeben», sagt Sutter.
«Egal, wie es ausgeht – ich bin nicht zufrieden mit der Saison»
Während die Zukunft von Gernot Messner in der Super League wenig überraschend akut gefährdet ist, wird der GC-Sportchef auch gefragt, ob es in den kommenden Wochen um seinen Job gehen könnte. Dass das Leuchten im Leuchtturm ausgehe. «Für mich ist das keine Option. Ich hoffe auf einen besseren Ausgang, als am Marterpfahl zu enden», antwortet Sutter.
Dennoch gibt sich der 58-Jährige auch sehr selbstkritisch: «Stand heute ist klar, dass alle Massnahmen in den letzten Monaten keine Wirkung gezeigt haben. Ich glaube aber nicht, dass es zu viele Schrauben sind, an denen wir gedreht haben.» Im besten Fall brauche der eine oder andere Impuls noch mehr Zeit, bis eine Wirkung ersichtlich werde. Doch für Sutter ist klar, dass die Saison auch bei Klassenerhalt und möglichem Cupsieg schon jetzt als Misserfolg gewertet werden kann. «Egal, wie es ausgeht. Ich bin nicht zufrieden mit dieser Saison, habe viel mehr erwartet – viel grössere fussballerische Entwicklung erwartet und wie die Mannschaft auftritt.»
Aufstellungsvorwürfe: «Nicht gesund, wenn man es vermischt»
Und dann nimmt Sutter auch noch Stellung zu den im Raum stehenden Vorwürfen, dass er aktiv Einfluss auf die Aufstellungen genommen habe in den vergangenen Wochen. «Ich habe nicht mehr Einfluss genommen, als ich das vorher in St. Gallen bei Peter Zeidler oder bei Gerald Scheiblehner gemacht habe.»
Er habe sich immer die Freiheit herausgenommen, Beobachtungen beim Trainer anzumerken. «Doch es ist ganz klar, dass es eine extrem strikte Rollenverteilung gibt und am Schluss der Trainer entscheidet. Alles andere ist nicht gesund, wenn man es vermischt.»
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 32 | 36 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 32 | 24 | 59 | |
3 | FC Lugano | 32 | 11 | 54 | |
4 | FC Basel | 32 | 8 | 53 | |
5 | FC Sion | 32 | 13 | 49 | |
6 | BSC Young Boys | 32 | 5 | 47 | |
7 | FC Luzern | 32 | 3 | 39 | |
8 | Servette FC | 32 | 0 | 39 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 32 | -7 | 39 | |
10 | FC Zürich | 32 | -17 | 34 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 32 | -27 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 32 | -49 | 19 |

