Profi-Alltag zwischen Familie und Fussball
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Schweizer Spitzen-Schiri:Profi-Alltag zwischen Familie und Fussball

Revolution im Schiriwesen
Schweizer Spitzen-Referees verdienen neu 130'000 Franken

Die Super League schreibt Geschichte: Ab sofort arbeiten Schweizer Fifa-Schiedsrichter in einem 80-Prozent-Pensum als Profis. Dank eines neuen Modells und der Finanzierung durch die Klubs wird das Schiedsrichterwesen erstmals zum Beruf – mit 130'000 Franken Jahreslohn.
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Anojen Kanagasingam ist nun von Beruf Schiedsrichter.
Foto: Pius Koller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer FIFA-Schiedsrichter jetzt Vollprofis: 80-Prozent-Pensum ab Saisonstart
  • 130’000 CHF Jahresgehalt möglich, finanziert von Klubs der Super League
  • Challenge-League-Klubs zahlen 10’000 CHF, Super-League-Teams 50’000 CHF
Foto Andri Bäggli.jpg
Andri BäggliRedaktor Sport

Immer wieder sorgen Schiedsrichter in der Super League für Schlagzeilen. Seien es strittige Penaltyentscheidungen oder auch ein Wirrwarr mit den neuen Regeln. Doch was vielen nicht bewusst ist, bislang haben alle Unparteiischen in der Schweiz das Spielleiteramt nur als Nebenjob betrieben.

Das ändert sich auf diese Saison hin aber. Gemeinsam präsentieren SFV-Zentralpräsident Peter Knäbel, SFL-CEO Claudius Schäfer und Leiter Ressort Spitzenschiedsrichter Dani Wermelinger am Montag im prallgefüllten Medienraum in Bern stolz die Einführung des Profitums im Schweizer Spitzenschiedsrichterwesen.

Konkret heisst das: Die sieben Fifa-Referees der Schweiz und der zur Topkategorie gehörende VAR Fedayi San arbeiten neu in einem 80-Prozent-Pensum. «Für uns ist heute ein historischer Moment. Ich bin verdammt stolz, Chef dieser Truppe zu sein», erklärt Wermelinger. Dank flankierenden Massnahmen des SFV sei es möglich, dass man unter anderem eine organisierte Spielvorbereitung durchführen könne. «Als Vollprofis wird den Schiedsrichtern ermöglicht, ihren vollen Fokus auf den Fussball und das Privatleben auszurichten. Schiedsrichter zu sein, wird damit zum Beruf», so Wermelinger.

Klubs finanzieren Professionalisierung

Das bedeutet auch, dass die acht Schiedsrichter davon leben können. «Die Schiedsrichter erhalten eine fixe Entschädigung und eine variable Entschädigung. Wer mehr Spiele macht, erhält mehr. Wir bewegen uns bei 130’000 Franken im Jahr bei 80 Prozent. Das ist ein Fifa-Richtwert für Schiedsrichter der Gruppe 2», so Wermelinger. Zur Gruppe zwei gehören derzeit Lukas Fähndrich, Luca Cibelli, Alessandro Dudic, Anojen Kanagasingam, Sven Wolfensberger und Fedayi San – Sandro Schärer und Urs Schnyder sind gar noch eine Lohnklasse darüber. Auch bei den übrigen Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern der Super League wurde das Pensum auf maximal 40 Prozent angehoben.

130'000 Franken sind auf 12 Monate runtergebrochen rund 10'800 Franken – ein ordentlicher Batzen. Bezahlt wird das Ganze von den Klubs. Diese seien auch eine treibende Kraft hinter der Schiedsrichter-Revolution gewesen, erzählt SFL-Boss Schäfer. «2023 haben Klubvertreter an der GV moniert, dass die Klubs und Schiedsrichter auseinanderdriften», so Schäfer. Daraufhin habe man eine Fachgruppe eingerichtet, um Massnahmen zur Verbesserung der Situation zu ergreifen.

Kanagasingam behält Nebenjob bei

Weil die Schweiz ein Hochlohn-Land ist und die TV- und Marketingeinnahmen gering sind, habe man gemeinsam beschlossen, dass die Super-League-Teams 50'000 Franken zur Professionalisierung beisteuern und die Challenge-League-Klubs 10'000 Franken. Für Schäfer sei aber klar gewesen, dass Geld nicht der einzige Faktor ist: «Es braucht flankierende Massnahmen. Das beinhaltet Training, Coaching, die Ausrüstung und so weiter.»

An diesem Punkt kommt der SFV ins Spiel, der gerade bei der Spielvorbereitung und den Trainings die Manpower liefere, wie Zentralpräsident Knäbel erläutert. Bislang war es so, dass die Schiedsrichter ihre Fussballschuhe und Spieluhren selbst kaufen mussten. Auch das ändert sich jetzt. Zudem profitieren sie von Trainingsplänen und einer zusätzlichen Betreuung des Verbands.

Ebenfalls an der Pressekonferenz anwesend ist Anojen Kanagasingam, der nun als Berufsbezeichnung Schiedsrichter angeben kann. «Ich habe jetzt unter der Woche mehr Zeit, um mich professionell und besser auf die Spiele vorzubereiten – mit Training und Analyse. Je nach Einsatzplanung habe ich jetzt als junger, zweifacher Familienvater auch mehr Zeit für die Familie da zu sein.» Obwohl der 32-Jährige jetzt vom Schiedsrichtertum leben kann, behält er seinen Nebenjob bei: «Ich bleibe beim Schweizer Polizei-Institut in einem kleinen Pensum weiter beschäftigt. Das war mir persönlich wichtig, damit ich einen mentalen Ausgleich habe. Für mich war es zu Beginn schwer vorstellbar, alles auf die Karte Schiedsrichter zu setzen. Mir hilft es, dass ich so auch etwas habe, das mich geistig und intellektuell fit hält.»

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Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
4
10
12
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
5
10
11
3
FC Basel
FC Basel
5
3
10
4
FC St. Gallen
FC St. Gallen
4
1
7
5
FC Sion
FC Sion
4
1
6
6
FC Thun
FC Thun
4
-5
6
7
FC Zürich
FC Zürich
5
-5
6
8
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
5
-1
5
9
FC Luzern
FC Luzern
5
-4
5
10
Servette FC
Servette FC
4
-1
4
11
FC Vaduz
FC Vaduz
5
-2
3
12
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
4
-7
1
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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