Not gegen Elend
FCZ empfängt GC zum schlechtesten Derby der Geschichte

Seit 1897 duellieren sich der Grasshopper Club Zürich und der FC Zürich um die Regentschaft in der Stadt. Noch nie haben sie es in einem derart traurigen Zustand gemacht wie an diesem Samstag.
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Klare Sache: 1949 verliert der FCZ im Schweizer Cup zu Hause im Letzigrund gegen die Grasshoppers gleich 0:6.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Noch nie standen die beiden Zürcher Klubs bei einem Derby schlechter da
  • GC und FCZ haben zusammen 12 Punkte weniger als Leader Thun
  • Noch nie sind beide Zürcher Vereine gleichzeitig abgestiegen
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Florian RazReporter Fussball

Schon die letzte Saison war schwer zu ertragen für die Fans von Stadtzürcher Klubs. Hier die Grasshoppers, die eben noch so dem direkten Abstieg von der Schippe gesprungen sind. Dort der FC Zürich, der mit geworfenen Regenschirmen und streikenden Spielern für Unterhaltung sorgte – und die Saison irgendwo im Nirgendwo der Abstiegsrunde beendete.

Aber offenbar haben es sich die beiden Vereine in den Kopf gesetzt, das alles noch einmal zu unterbieten. Und weil das bislang mit Bravour gelingt, steigt am Samstag das schlechteste Derby in der 129-jährigen Rivalität der beiden Stadtzürcher Klubs.

GC und FCZ haben zusammen weniger Punkte als Thun

Klar. Rein theoretisch besteht die Chance, dass sich die beiden behelfsmässig zusammengeklöppelten Mannschaften zu einem grossartigen Duell hinreissen lassen. Aber das ändert nichts daran, dass sich die Zürcher Rivalen noch nie in ihrer langen gemeinsamen Geschichte mit so wenigen Punkten auf derart schlechten Tabellenpositionen gegenübergestanden sind. Zumindest nicht in der zweiten Hälfte einer Saison. Was ja auch irgendwie eine Leistung ist.

Die Bilanz der beiden liest sich derzeit so: GC auf Rang 11 hat magere 27 Pünktchen. Der FCZ auf Rang 10 auch bloss 35. Zusammen haben sie also 12 Punkte weniger gewonnen als Leader Thun im Alleingang.

Die Zürcher Bilanz ist damit tatsächlich noch schlechter als beim letzten Derby in der vergangenen Saison. Da lag der FCZ in Runde 34 mit 47 Punkten auf Rang 8. Und GC mit immerhin 33 Zählern auf Platz 11.

Es ist auch mieser als 2023. Damals standen sich die zwei in Runde 34 der damaligen Zehnerliga im Abstiegskampf gegenüber. GC hatte damals vor dem Spiel 43 Punkte, der FCZ 41. Am Ende retteten sich beide vor dem Fall in die Challenge League.

Damals ein Spitzenspiel. GC-Spieler Toni Allemann (l.) 1967 im Zweikampf mit FCZler Werner Leimgruber.
Foto: Keystone

Weitere Saisons, in denen die zwei Stadtzürcher gemeinsam am Tabellenende herumkriechen? Gibt es seit der Einführung einer landesweiten höchsten Liga im Jahr 1933 nicht. Zwar steckt immer wieder mal einer der beiden in einer sportlichen Krise. Wobei es den FCZ häufiger trifft als den Rekordmeister GC.

Aber immer, wenn ein Zürcher Verein im Abstiegskampf steckt, spielt der andere mindestens im gesicherten Tabellenmittelfeld. Oder gleich an der Tabellenspitze. Als der FCZ 1934 absteigt, wird GC Zweiter. Als GC 1949 in die zweithöchste Liga muss, wird der FCZ Fünfter. Beim FCZ-Abstieg 2016 liegt GC auf Rang vier. Als GC 2019 aus der Super League fliegt, ist der FCZ beim letzten Derby der Saison immerhin auf Rang fünf.

Tröstlich: Noch nie sind beide Stadtzürcher Vereine gleichzeitig abgestiegen. Das wird auch in dieser Saison so bleiben. Das steht bereits vor dem schlechtesten Derby der Geschichte am Samstag fest. Man muss sich manchmal an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen.

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