«Haben den freien Tag weggenommen»
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Zeidler ab heute GC-Trainer:«Haben den freien Tag weggenommen»

Retten Zeidler und Sutter GC?
Die ersten gemeinsamen Endspiele hat das GC-Duo verloren

Peter Zeidler soll als Trainer die Grasshoppers vor dem Fall in die Challenge League bewahren. Er trifft bei GC erneut auf Sportchef Alain Sutter, mit dem er sechs Jahre in St. Gallen gearbeitet hat.
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Nach zwei Jahren Pause wiedervereint: Alain Sutter (l.), heute GC-Sportchef, und Peter Zeidler, der neue GC-Trainer.
Foto: Claudio de Capitani/freshfocus

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Peter Zeidler übernimmt als Trainer der Grasshoppers, startet am Montag
  • GC drohen Endspiele um Ligaerhalt, Zeidler hat keine Wunderlösung
  • Zeidler bleibt auch bei Abstieg, Sutter schätzt sein starkes Engagement
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Florian RazReporter Fussball

Nein, da muss Peter Zeidler (63) leider lachend abwinken. Der neue Trainer der Grasshoppers hat keine Erfahrung als Wunderheiler oder Handaufleger vorzuweisen. Ein traditioneller Feuerwehrmann ist der Deutsche auch nicht. Also keiner, der immer dann geholt wird, wenn sich ein Team im Abstiegskampf nicht mehr anders zu helfen weiss.

Aber dass er bei GC in den letzten Spielen der Saison irgendwie beides sein muss, das weiss Zeidler. Am Montag tritt er sein Amt an. Und er weiss, welche Aufgabe auf ihn wartet. «Es wäre völlig falsch, gross irgendetwas von Spielphilosophie oder einer neuen Identität zu erzählen», sagt er bei seinem ersten Auftritt vor den Medien: «Jetzt geht es erst einmal darum, zu schauen: Wie schaffen wir es, dass wir ein Tor mehr schiessen als der Gegner?»

Hat Alain Sutter zu lange gewartet?

Fünf vor zwölf ist bei den Grasshoppers längst vorbei. Die einzige Hoffnung, die GC-Sportchef Alain Sutter (58) bleibt: «Dass Peter seine Energie und Leidenschaft auf das Team übertragen kann.» Gelingt es nicht, muss Sutter mit dem Vorwurf leben, dass er zu spät reagiert hat, als eigentlich allen klar war, dass Interimstrainer Gernot Messner (45) nicht der Mann sein würde, der GC vor dem Abstieg bewahrt.

Dabei hatte Sutter Zeidler schon früh auf seiner Liste. Ein erstes Mal bereits im Sommer. Aber da dauerte Sutters Auslegeordnung so lange, dass Zeidler irgendwann bereits bei Lausanne unterschrieben hatte. Das zweite Mal dachte Sutter gleich nach der Entlassung von Gerald Scheiblehner (49) an Zeidler.

Aber erst, als Zeidler Mitte April in Lausanne freigestellt wurde, soll es laut Sutter zum Kontakt gekommen sein: «Wir hatten ein sehr langes Gespräch, in dem wir alle Karten auf den Tisch gelegt haben. Und wir haben schnell gemerkt, dass wir wieder zusammenarbeiten wollen.»

Sutter und Zeidler – dieses Duo gab es schon einmal für sechs Jahre beim FC St. Gallen. Die Frage, ob sie sich persönlich so richtig mögen, umdribbeln die beiden an der Medienrunde elegant. Aber sie sind sich einig, dass die bisherige Zusammenarbeit ein Vorteil sein soll.

«Wir müssen uns nicht mehr kennenlernen. Wir kennen unsere Stärken und Schwächen, das hilft», sagt Sutter. «Man weiss, was man aneinander hat, das trifft es sehr gut», meint Zeidler, «natürlich war man nicht immer gleicher Meinung. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass mal die Kabinenwände gewackelt hätten.»

Klar ist, dass Zeidler auch bei einem Abstieg bei GC bleiben möchte. «Das war das entscheidende Zeichen», sagt Sutter dazu: «Er nimmt dieses Risiko auf sich. Das ist ein starkes Signal von innerer Überzeugung.»

Die Sache mit den gemeinsamen Endspielen

Bleibt da bloss noch die Sache mit den Endspielen. Die Grasshoppers werden am Ende dieser Saison zwei davon haben. Dann, wenn sie sich zum dritten Mal in Serie mit dem Zweiten der Challenge League um den letzten Platz in der höchsten Schweizer Liga balgen.

Sutter und Zeidler haben in St. Gallen 2021 und 2022 bereits zwei gemeinsame Endspiele erlebt. Beide Male ging der Cupfinal verloren. «Beide waren das schlechteste Spiel der Saison», sagt Zeidler. Und fügt ohne jede Rücksicht auf sich selber an: «Da hat auch der Trainer nicht alles richtig gemacht.»

Positiv gewendet, kann Zeidler von jenen Erfahrungen profitieren. In erster Linie aber muss er seine neue Mannschaft wieder auf die Beine bringen. Wobei er selber weiss: «Wenn ein Team mal in diesem negativen Flow ist, ist es schwierig, diese Dynamik zu stoppen.»

Ein Wundermittel hat er nicht zur Hand. Aber eine Überzeugung: «Wir müssen einen Teamgeist entwickeln.» Im für GC besten Fall bereits am Samstag. Dann steht das Zürcher Derby auf dem Programm.

Brack Super League 25/26 - Meisterrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
35
35
74
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
35
22
63
3
FC Lugano
FC Lugano
35
14
63
4
FC Sion
FC Sion
35
21
58
5
FC Basel
FC Basel
35
6
56
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
35
3
48
Champions League-Qualifikation
Conference League Qualifikation
Brack Super League 25/26 - Relegationsrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Luzern
FC Luzern
35
6
46
2
Servette FC
Servette FC
35
4
46
3
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
35
-9
42
4
FC Zürich
FC Zürich
35
-21
35
5
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
35
-28
27
6
FC Winterthur
FC Winterthur
35
-53
20
Relegation Play-Offs
Abstieg
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