Stephan Lichtsteiner (42) weiss genau, was einen guten Innenverteidiger ausmacht. Schliesslich hat er selbst fast 200 Spiele an der Seite der beiden Juventus-Legenden Giorgio Chiellini (42) und Leonardo Bonucci (39) bestritten. Auf dem Level der beiden Italiener ist Akpe Victory (20) noch nicht. Doch hört man dem FCB-Trainer nach dem 3:3 gegen YB zu, scheint der junge Nigerianer alles für eine ganz grosse Karriere mitzubringen.
«Ein unglaublich guter Spieler. Jung, schnell, physisch, zweikampfstark. Er ist aber auch mit dem Ball sehr gut und hat eine grosse Persönlichkeit», fasst er Victorys Qualitäten zusammen, für die der FCB in diesem Sommer drei Millionen Franken an den ungarischen Klub Zalaegerszeg überwiesen hat.
Allerdings hat der Sommer-Neuzugang im Wankdorf wie alle seine Teamkollegen mit Startproblemen zu kämpfen. Immer wieder landen die Zuspiele des Verteidigers in einem Berner Fuss. «Die erste Halbzeit war nicht gut. Ich habe zu viele Fehler gemacht», gibt Victory auch selbst zu. «Aber der Trainer hat mit mir in der Pause gesprochen und mir gesagt, ich müsse am Ball etwas geduldiger sein. Das habe ich versucht umzusetzen.»
Victory will noch mehr Tore schiessen
Das gelingt dem Abwehr-Juwel in der zweiten Halbzeit dann auch. Wobei er seine Qualitäten mit dem Ball schon vor der Pause einmal aufblitzen lässt. Den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer von Olaigbe bereitet er mit einem überragenden Ball in die Tiefe vor.
Doch seine beiden ganz grossen Momente kommen erst nach dem Seitenwechsel. Den ersten hat Victory in der 71. Minute, als er mit einem sehenswerten Flachschuss aus 20 Metern zum 3:3-Ausgleich trifft. «Ich habe es schon im letzten Spiel gegen Zürich versucht», sagt er danach. «Aber ich muss das noch mehr trainieren, damit ich noch mehr Tore schiessen kann.»
Noch keine Sekunde verpasst
Endgültig zum Basler Helden wird der Sommer-Neuzugang in der Schlussphase, als er mit einer spektakulären Rettungsaktion auf der Torlinie den Berner Siegestreffer durch Sanches verhindert. «Es ist mein Job zu verteidigen. Ich habe auf der Linie gewartet und hatte Glück, dass ich den Ball klären konnte», sagt Victory.
Ein Tor, eine Vorlage und ein verhindertes Gegentor, so die Bilanz seines bisher auffälligsten Auftritts im FCB-Trikot. Gegen YB steht Victory auch im sechsten Saisonspiel in Meisterschaft und Cup über 90 Minuten auf dem Platz. Damit hat er in dieser Saison noch keine Sekunde verpasst.
Wobei das nicht wirklich überraschend kommen kann bei einem Trainer, der derart von seinem Verteidiger schwärmt.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | BSC Young Boys | 5 | 10 | 11 | |
2 | FC Lugano 1:1 | 4 | 9 | 10 | |
3 | FC Basel | 5 | 3 | 10 | |
4 | FC Sion 1:1 | 4 | 2 | 7 | |
5 | FC St. Gallen | 3 | 2 | 7 | |
6 | FC Zürich | 5 | -5 | 6 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 5 | -1 | 5 | |
8 | FC Luzern | 5 | -4 | 5 | |
9 | Servette FC | 4 | -1 | 4 | |
10 | FC Thun | 3 | -6 | 3 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 3 | -4 | 1 | |
12 | FC Vaduz | 4 | -5 | 0 |

