Darum gehts
Marcel Brülhart, was funktioniert bei YB nicht mehr, dass man das Selbstverständnis des Siegens verloren hat?
Marcel Brülhart: Wir haben jedes Jahr sehr viele Wechsel, vor allem im Sommer. Bei diesem System muss fast alles passen, um vorne mitzuspielen. Man gibt ja in der Regel die besten Spieler ab. In der laufenden Saison sind diese Wechsel wegen der Klub-WM sehr spät geschehen. Ende September müsste das Team vom Gerüst her, von der Teamhygiene, von der Hierarchie her funktionieren. Das war leider nicht der Fall.
Wenn ein System nicht funktioniert, muss man es ändern. Was ändert YB?
Das System werden wir nicht ändern. Aber verbessern und den neuen Gegebenheiten anpassen. Vor allem bezüglich Identifikation mit dem Klub. Wir wissen, dass immer mehr Spieler zu uns kommen, die nicht lange bleiben werden. Weil wir im Unterschied zu den meisten Klubs im europäischen Schaufenster stehen. Diese Spieler muss man so weit bringen, dass sie alles geben, auch wenn sie schon eine grosse Liga im Kopf haben. Dann machen die Spieler neben dem Platz weniger Dinge zusammen als früher. Das ist teilweise ein Phänomen der aktuellen Generation, die nicht mehr so oft unter den Leuten ist. Man kann aber keine Liebe zu einer Region entwickeln, wenn man sich nicht auf sie einlässt. Da werden wir mehr machen müssen. Und drittens auch mehr Nachwuchsspieler zum Spielen bringen, möglichst in tragenden Rollen.
Welches Phänomen genau sehen Sie bei der aktuellen Generation?
Diese ist heutzutage stark auf Social Media fokussiert und weist Vereinsamungstendenzen auf. Viele gehen kaum mehr raus. Die Gruppenbildung von früher, als man auch mal ein Bierchen trinken ging, gibt es immer weniger.
Beim Nachwuchs stagniert es total. YB hatte zuletzt die älteste Stammelf.
Wir hatten zwei nicht so gute Jahrgänge und in den letzten Jahren wichtige Eigengewächse verloren. Jetzt kommen hoffnungsvolle nach. Es gilt insbesondere, die Vereinbarkeit zwischen Profitum und Ausbildung zu verbessern. Die Eltern sind oft zurückhaltend, wenn es um eine Karriere als Fussballprofi geht. Wir müssen die Ausbildung so regeln, dass ein 16-jähriges Talent zwei, drei Jahre auf die Karte Profi setzen kann. Und die Ausbildung später beenden kann.
Sollen Ausbildung und Profileben parallel laufen?
Es gibt Junge, die gerne etwas daneben machen. Bei anderen ist es besser zu unterbrechen. Da muss man flexibler werden. Generell wird der Kampf um die Talente weltweit härter. Immer mehr Ligen konkurrieren uns, so wie die 2. Bundesliga, die Championship, also die zweite Liga Englands, die holländische und belgische Liga. Deshalb sind wir darauf angewiesen, mehr eigene Spieler herauszubringen.
Aber YB macht das pure Gegenteil. Drei Beispiele: Sie vertrauen hinten links den talentierten Rhodri Smith und Olivier Mambwa nicht, sondern holen einen 20-jährigen Serben. Rechts wird der solide Lewin Blum (24) ausgemustert und mit Ryan Andrews durch einen 21-jährigen Engländer ersetzt. Als der sich verletzt, holen sie einen 26-jährigen Franko-Tunesier. Emmanuel Tsimba (19) schiesst nun bei GC Tore, Sergio Córdova ist zum unglückseligsten Transfer der neueren Klubgeschichte geworden. Auf den Nachwuchs setzen und Identität stiften sieht anders aus.
Wir machen nicht das pure Gegenteil, sondern haben noch Luft nach oben. Unsere letzten drei grossen Transfers waren Eigengewächse. In der aktuellen Verfassung können wir nicht ausgeprägt auf ganz unerfahrene Spieler setzen, das wäre unfair. Und es gibt immer wieder Eigengewächse, die eine Weiterentwicklung im Ausland anstreben.
Was ist denn passiert, dass Ihr Modell versagt hat? Dass man Abgänge nicht mehr mit gleichwertigen Zuzügen kompensieren konnte, mit Transfers, die bereits aufgegleist waren?
Das Modell hat nicht versagt, aber wir haben aktuell die nötige Balance nicht. Ein Grund dafür ist sicherlich der Markt, der für Klubs im europäischen Schaufenster sehr nervös geworden ist. Nicht alle Transfers haben sich wie erhofft entwickelt, dann haben wir seit der letzten Saison zu viele Verletzungen und in dieser Saison auch deutlich zu zahlreiche Rote Karten. Dazu Instabilitäten auf dem Trainerposten. Irgendwann kippt es, insbesondere wenn man gleichzeitig noch eine europäische Phase spielt.
Dabei hat YB stets ein grosses Augenmerk auf die Persönlichkeitsstruktur gehabt.
Ja, aber man kann nicht nur «fertige» Persönlichkeiten engagieren, sondern muss teilweise auch darauf vertrauen, dass Spieler in Sachen Persönlichkeit einen Schritt machen. Das gelingt nicht jedem und hat in den letzten zwei Jahren zu wenig stattgefunden.
Kommt hinzu, dass viele Spieler, die bei anderen Klubs wunderbar performt haben, weshalb sie letzten Endes auch geholt wurden, bei YB überhaupt nicht funktioniert haben. Das beste Beispiel ist Kastriot Imeri. Man sieht bei Thun den besten Imeri aller Zeiten! Bei YB war gar nichts gelaufen. Was macht YB da falsch?
Das beschäftigt uns auch. Im Fall von Imeri muss man aber auch sagen, dass ihn bei YB immer wieder Verletzungen zurückgeworfen haben. Beim FC Basel und bei uns ist der Druck enorm und viel grösser als in den anderen Klubs. Das ist mal ein Grund. Dann braucht es zur individuellen Weiterentwicklung eine harmonierende Mannschaft mit einem stabilen Grundgerüst, was wir zu wenig hatten. Denn Fussballer sind zarte Pflänzchen und brauchen trotz des harten Konkurrenzkampfs eine gewisse Orientierung. Wir machen uns dazu auch weitergehende Gedanken. Aber die behalten wir für uns.
Als Gerardo Seoane sechs Mal in Serie verlor, gab es keine Diskussionen um den Trainer. Gut, er war erst gerade geholt worden. Was müsste passieren, damit er ein Thema wird? Wäre er nach zehn Niederlagen in Serie in Gefahr?
Er hat ja nicht zehn Spiele verloren.
Und wenn es doch passiert?
Wir haben ein gemeinsames Projekt gestartet. Das war von Beginn weg auf mehrere Jahre ausgelegt. Egal was passiert.
Ähnliches hat FCB-Sportchef Daniel Stucki in Bezug auf Trainer Ludovic Magnin Ende letztes Jahr auch gesagt ... Magnin war dann noch drei Spiele FCB-Coach.
Ein Projekt ist ein Projekt. Kurzfristiges Denken hat keinen Platz.
Und doch: Kein Trainer ist unentlassbar. Selbst Urs Fischer ist bei Union Berlin irgendwann entlassen worden.
Wir haben genug Trainerwechsel gehabt. Wir sprechen nicht mehr über den Coach. Wir haben unseren Wunschtrainer.
Er ist wohl auch deshalb quasi unentlassbar, weil das Schicksal von Chief Sports Christoph Spycher eng mit jenem von Seoane verbunden ist. Ein Scheitern des Luzerners wäre auch ein Scheitern von Spycher. Konsequenterweise müsste er dann auch gehen. Aber kann Spycher als Miteigentümer des Klubs überhaupt entlassen werden?
Christoph Spycher steht nicht zur Diskussion. Gemeinsam können wir die grossen Erfolge der letzten Jahre und die aktuellen Herausforderungen einordnen und werden daran wachsen. Hans-Ueli Rihs hat ihn zum Miteigentümer gemacht, weil er und der Verwaltungsrat zeigen wollten, dass es uns ernst ist mit der Kontinuität und der regionalen Verankerung. Er ist in seinem Fach einer der Besten in Europa.
Er kann also als Chief Sports entlassen werden, obwohl er Miteigentümer ist? Er könnte auch in die Bundesliga wechseln und Miteigentümer bleiben?
Wie gesagt trennen wir beide Funktionen. Letzteres ist vielleicht auch mal eine Option. Er hat eine sehr enge Beziehung zu YB und wird den Klub noch lange begleiten. Die Funktionen können in dieser Zeitspanne variieren.
Marcel Brülhart wird 1968 in der Stadt Zug geboren und wächst in Baar ZG auf. Noch im Vorschulalter zügelt die Familie nach Düdingen FR. Er studiert Recht in Bern und wird Partner in einer führenden Schweizer Anwaltskanzlei. Als Fussballer schafft er es mit dem FC Köniz bis in die 2. Liga, als Tennisspieler in die Nationalliga C und unter die Top 100 des Landes. Er hat eine Vergangenheit in der Leitung von Grossprojekten im Sportbereich. Beispiele: Bei der Euro 2008 als Verantwortlicher Host City Bern; bei der Eishockey-WM 2009 dasselbe; bei der Euro 2021 als Berater der polnischen Regierung. Er ist Mitbegründer der Fanarbeit Bern (2007). Heute ist er als Anwalt, Unternehmer und in Aufsichtsgremien tätig. Im April 2021 wird er in den Verwaltungsrat von YB gewählt. Im März zum Präsidenten. Sein Amt tritt er am 1. Juli 2026 an.
Marcel Brülhart wird 1968 in der Stadt Zug geboren und wächst in Baar ZG auf. Noch im Vorschulalter zügelt die Familie nach Düdingen FR. Er studiert Recht in Bern und wird Partner in einer führenden Schweizer Anwaltskanzlei. Als Fussballer schafft er es mit dem FC Köniz bis in die 2. Liga, als Tennisspieler in die Nationalliga C und unter die Top 100 des Landes. Er hat eine Vergangenheit in der Leitung von Grossprojekten im Sportbereich. Beispiele: Bei der Euro 2008 als Verantwortlicher Host City Bern; bei der Eishockey-WM 2009 dasselbe; bei der Euro 2021 als Berater der polnischen Regierung. Er ist Mitbegründer der Fanarbeit Bern (2007). Heute ist er als Anwalt, Unternehmer und in Aufsichtsgremien tätig. Im April 2021 wird er in den Verwaltungsrat von YB gewählt. Im März zum Präsidenten. Sein Amt tritt er am 1. Juli 2026 an.
Welche Aufgaben stehen denn jetzt unmittelbar an?
Es wird eine Weiterentwicklung in der Nachwuchsabteilung geben. Dazu zusätzliche Anstrengungen bezüglich Identifikation und Mentalität. Einige Anpassungen im Kader. Und dringend notwendige Weiterentwicklungen bei der Infrastruktur.
… eine Weiterentwicklung der Nachwuchsabteilung, obwohl die Infrastruktur hinten und vorne ungenügend ist?
Wir suchen mit Hochdruck nach Zwischenlösungen. Wir können nicht fünf, sechs Jahre warten, bis der Nachwuchs-Campus steht und wir allenfalls die zwei Plätze auf der Allmend erhalten. Zudem geht es beim Nachwuchs ja auch stark um flexiblere Ausbildungslösungen, die wir zeitnah realisieren können.
Und solche Zwischenlösungen auf dem Weg zum Naturrasen werden ja auch für die 1. Mannschaft gesucht.
Ja. Auch die muss mehr Möglichkeiten erhalten, wir haben faktisch nur einen Trainingsplatz, was eigentlich unglaublich ist. Der Kunstrasen ist generell zunehmend ein Problem. Immer häufiger wollen junge Spieler wegen diesem nicht zu uns kommen. Der Plastik muss so schnell wie möglich raus. Zumal es Bestrebungen seitens der Uefa gibt, in absehbarer Zeit keine internationalen Spiele mehr auf Kunstrasen zuzulassen.
YB hat in Bezug auf die Grosse Allmend Konzessionen an die Allgemeinheit gemacht, um zwei Trainingsplätzchen zu erhalten. Ist einigermassen absehbar, wie lange das ganze Prozedere dauern kann?
Das kann noch einige Jahre dauern. Wir können nicht warten, bis die ideale Lösung steht. Deshalb braucht es Überbrückungen. Aber es ist extrem schwierig, in Schweizer Städten und Agglomerationen Land zu finden.
YB wirkt häufig etwas bieder und langweilig. So wie ein Klub in der Beamtenstadt halt. Sollte YB nicht ein bisschen sexyer werden, mehr Rock 'n' Roll?
Wir suchen die Langeweile! (Lacht). Im Moment haben wir für unseren Geschmack zu viel Aufregung.
Ihren Vorgänger Hanspeter Kienberger hat man in der Öffentlichkeit kaum je gesehen. Sie hingegen schon. Wie bewusst ist das?
Hanspeter Kienberger kam in einer Zeit, als der Klub noch nicht so gross und ein Sanierungsfall war. Diese Aufgabe hat er brillant gelöst. Jetzt ist die Rolle des Präsidenten eine ganz andere. Mein Job ist es, den Klub mit gezielten Investitionen weiterzuentwickeln und ihn in eine nachhaltige Zukunft zu führen. Von der Sanierung zur Gestaltung. Zudem stecken wir aktuell in sportlichen Schwierigkeiten, da will ich den Kopf hinhalten, intern und medial. Wenn der Erfolg zurückkehrt, wird man mich weniger sehen.
Mediale Präsenz sind Sie sich ja gewohnt.
Mir macht das nichts aus, ich habe das in den letzten 20 Jahren oft gemacht. Wir wollen aber ohnehin offener, nahbarer werden. Mehr Insides zulassen. Wir fühlen uns der Region und den Menschen sehr verpflichtet und wollen sie noch mehr teilhaben lassen.
Erstmals so richtig akzentuiert haben Sie sich nach der Schande von Birmingham, als Sie sagten, dass eine rote Linie überschritten worden sei und dass solche Fans die Zukunft von YB gefährden. Das waren klare Worte, wie man sie sich von YB nicht gewohnt war.
Die waren zu diesem Zeitpunkt nötig. Aber in Kombination mit den Ausschreitungen in Aarau. Die Stadien sind nicht das vordringliche Problem, dort ist die Situation in den letzten 20 Jahren viel besser geworden. Trotz dem Fall Birmingham. Da ist vieles zusammengekommen, insbesondere die Kommunikation zwischen Fans und Polizei lief schief.
Was Ihnen niemand glaubt ...
... aber es ist so, davon bringen Sie mich nicht ab. Viel schlimmer waren die massiven Ausschreitungen in Aarau, im öffentlichen Raum, die uns sehr geschadet haben. Wenn man Straftaten begeht, muss man zur Rechenschaft gezogen werden. Ob nach einem Spiel im Bahnhof oder an Demos. Das passiert in der Schweiz leider praktisch kaum mehr. Was gesellschaftlich höchst unbefriedigend ist.
Wie schätzen Sie die YB-Fanszene ganz generell ein?
Dafür, dass sie in den letzten Jahren enorm gewachsen ist, ist sie sehr gut organisiert. Mittlerweile sind das ja 6000 Leute. Generell haben wir in der Schweiz eine gute Fankultur. Nur gegen die Gewalteruptionen im öffentlichen Raum haben wir kein Mittel. Da braucht es nur zehn Gewaltbereite, dann 50 Mitläufer. Und schon läuft es aus dem Ruder. Aber für den öffentlichen Raum sind nicht primär wir verantwortlich. Wir sind keine Quasi-Polizei.
Sie waren 2007 Mitbegründer der Fanarbeit Bern. Was hat sich seither verändert?
Vieles. Die Mitgliederzahl der organisierten Fans, wie gesagt. Die grössere Durchmischung. Auch der finanzielle Aufwand. Mittlerweile geben wir bei YB fast 4 Millionen für die Sicherheit aus.
Sie sind ein Gegner von Kollektivstrafen.
Ein vehementer sogar! Diese sind in meinen Augen verfassungswidrig, seit der Aufklärung haben wir uns von Kollektivstrafen und Sippenhaft verabschiedet. Wieso soll man im Kollektiv im Stadion für etwas büssen müssen, das irgendwo an einem Bahnhof passiert ist?
Wo ist denn die Verfassungswidrigkeit, wenn die Behörde, die diese Anlässe bewilligt, diese Bewilligung mit Auflagen verbindet? Das ist doch deren gutes Recht?
Die Behörden behaupten regelmässig, es handle sich um Präventivmassnahmen. Wenn in einem Bahnhof etwas passiert, muss die Prävention dort und nicht im Stadion erfolgen. Eine Kollektivstrafe im Stadion wegen Vergehen im öffentlichen Raum hat keinen sachlichen Zusammenhang und deshalb reinen Strafcharakter, was verfassungswidrig ist. Zudem erfüllen wir unsere Sorgfaltspflicht weitestgehend. Mit ausgebauter Prävention und freiwilligen Leistungen im öffentlichen Raum. Kollektivstrafen führen nur zu einem: zu Radikalisierung!
Sie haben auch den Rechtsstreit um das Erbe von Andy Rihs medial beendet. Nach dessen Tod entbrannte ein Streit um die Aktien zwischen dessen Bruder Hans-Ueli und seinen Söhnen, die YB ins Ausland verkaufen wollten. Ist das wirklich um ein Haar passiert?
Ja, es war knapp.
Es gab also ernsthafte Verhandlungen.
Davon muss man ausgehen, ja. Hätte es geklappt mit dem Verkauf, wären wir im Fussball-Grosskapitalismus gelandet. Für YB und die Region wäre eine Welt zusammengebrochen. Zum Glück siegte die Vernunft, und es kam zu einem Vergleich. Dafür bin ich den Erben von Andy Rihs trotz allem dankbar. Die Aktien sind bei Jöggi Rihs geblieben.
Seither ist YB absolut unverkäuflich.
So ist es. Ausländische Besitzer entwickeln vielleicht auch den einen oder anderen jungen Spieler. Aber ihnen ist es egal, ob es ein Schweizer ist. Deshalb sind sie für die Schweizer Liga eine ernsthafte Gefahr. Wir machen gute Nachwuchsarbeit in der Schweiz. Aber wir müssen noch besser werden und mehr Schweizer Spieler einsetzen. Dann können drei Viertel der Liga regelmässig vernünftige Transfers machen, die ein gutes Überleben ermöglichen, entsprechend den jeweiligen Ansprüchen. Wenn die Liga zusammen mit dem Fussballverband und den Klubs von Super und Challenge League ein Modell finden, um den Nachwuchs besser zu fördern und schneller in den Profibereich zu bringen, haben beide Ligen eine gute Zukunft, auch wirtschaftlich. Davon bin ich überzeugt.
Und wenn es YB längere Zeit finanziell nicht gut laufen sollte? Wären ausländische Investoren nicht doch ein Ausweg?
Nein. Abgesehen davon haben wir nach ein paar guten Jahren ein bisschen etwas auf der Seite. Wir brauchen weder das internationale Geschäft zwingend jedes Jahr noch jährlich grosse Transfererlöse. Aber wir brauchen sie regelmässig. Wir könnten drei miserable sehr schlechte Jahre überleben.
Im Moment kämpft YB um das Erreichen der Championship Group. Dann wäre das Verpassen der Top 6 und damit des Europacups für YB nicht mal so schlimm? Auch in Anbetracht eines Eigenkapitals von über 80 Millionen Franken.
Natürlich wäre es sportlich schlimm! Aber wirtschaftlich keine Katastrophe. Wir befinden uns im zweiten schwierigen Jahr, auch letzte Saison war es knapp mit dem internationalen Geschäft. Wir werden alles daran setzen, um auch dieses Jahr noch einen solchen Platz zu erreichen. Obschon auch die Rückrunde wenig überraschend kompliziert verläuft. Aber eben: Es ist nicht überlebenswichtig.
Und diese drei Jahre könnte YB überstehen, ohne dass Besitzer Hans-Ueli Rihs etwas einschiessen muss, so wie er das seit über acht Jahren nicht mehr musste.
Genau. Und Jöggi Rihs hat nie auch nur einen Franken herausgenommen. Auch bei den Transfererlösen wird nie etwas abgeschöpft, es bleibt alles im Klub. Dazu lebt er Nahbarkeit und Menschlichkeit vor. Diese DNA wollen wir behalten. Für Jöggi Rihs, für mich als Präsidenten und den gesamten Verwaltungsrat ist der Klub grösser als wir alle. Die Liebe dieser Region zum Klub ist riesig, das müssen wir uns immer bewusst sein. YB ist mehr als ein Fussballklub, YB ist Kulturgut.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 25 | 29 | 58 | |
2 | FC St. Gallen | 24 | 15 | 43 | |
3 | FC Lugano | 25 | 11 | 43 | |
4 | FC Basel | 25 | 7 | 40 | |
5 | FC Sion | 25 | 7 | 37 | |
6 | BSC Young Boys | 25 | 2 | 36 | |
7 | FC Luzern | 25 | 1 | 30 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 25 | -2 | 30 | |
9 | FC Zürich | 25 | -12 | 28 | |
10 | Servette FC | 25 | -7 | 27 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 25 | -12 | 21 | |
12 | FC Winterthur | 24 | -39 | 14 |

