Klublegende fordert die Titel-Erlösung für den FCSG
«Dieses Spiel darfst du einfach nicht verlieren»

57 Jahre sind vergangen, seit die Espen zum letzten Mal die Sandoz-Trophäe gestemmt haben, 26 seit dem letzten Meistertitel. Warum es am Sonntag klappen wird, erklärt Legende Kurt Grünig. Und Goalie Lukas Watkowiak wurde für das Duell gegen SLO extra in «Watti» gepackt.
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Kurt Grünig stemmt den bislang einzigen Cup-Kübel der Espen: «Der Cheib ist ziemlich schwer.»
Foto: Keystone

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Stefan KreisReporter Fussball

Als der FC St. Gallen 1969 zum bislang einzigen Mal Cupsieger wurde, betrat Neil Armstrong den Mond, das Woodstock-Festival ging über die Bühne, Ikone Pelé schoss sein 1000. Tor. Und Matthias Hüppi sass vor dem TV: «Wir hatten zu Hause noch keinen Fernseher, und ich durfte als elfjähriger Bub den Cupfinal bei der Grossmutter schauen.»

Klein Matthias sieht, wie Rudi Nafziger (1945–2008) im Final gegen Bellinzona beide Tore erzielt und wie Captain Kurt Grünig (82), der beide Treffer vorbereitet, die Sandoz-Trophäe in die Höhe stemmt. «Der Cheib ist noch recht schwer. Vor allem, wenn er gefüllt ist», erinnert sich Grünig mit einem herzhaften Lachen. Der Schampus aber ist schnell getrunken. Als Erster darf Bellinzona-Captain Bionda kosten, dann kriegt der damalige FCSG-Präsident Elio Cellere einen Schluck. In der Stadt St. Gallen sei nach dem Sieg «der Teufel» los gewesen, sagt Grünig. Die halbe Stadt habe die Cup-Helden am Bahnhof erwartet, die Freinacht sei in der legendären Feier-Beiz der Brauerei Schützengarten zu Ende gegangen.

Es ist die bislang einzige Cup-Trophäe im Schrank der Espen. Hinzu kommen zwei mickrige Meistertitel. Seit 26 Jahren wartet eine ganze Region auf eine Feier. Insgesamt 20 Spieler im FCSG-Kader waren damals noch nicht auf der Welt. Wird eine titellose Generation am Sonntag endlich erlöst? «Ja», sagt Grünig. «Das Spiel wird in der ersten Viertelstunde entschieden sein.» Ausgeschlossen ists nicht. Weil die Espen in der ersten halben Stunde zu den torgefährlichsten Mannschaften in Europa gehören. Und weil mit Stade Lausanne-Ouchy ein Gegner wartet, gegen den der FCSG in bislang drei Duellen noch nie verloren hat. «Dieses Spiel darfst du einfach nicht verlieren», sagt Grünig.

Ersatzgoalie in «Watti» gepackt

Für einen Cupsieg spricht, dass die Elf unter Enrico Maassen schon zigfach bewiesen hat, dass sie in «Alles-oder-nichts-Momenten» bereit ist. In der letzten Saison eliminierte man Besiktas im Istanbuler Hexenkessel und behielt auch in Breslau die Nerven. Auf dem Weg in den diesjährigen Cupfinal hatte man gegen den FC Wil und Rapperswil das Messer am Hals, rettete sich aber im Penaltyschiessen. Zum Helden wird Lukas Watkowiak, der in beiden Spielen je zwei Elfmeter pariert und als Belohnung am Sonntag im Wankdorf zwischen den Pfosten stehen wird. Dabei stand ein Einsatz des 30-Jährigen bis zuletzt auf der Kippe, der Goalie wurde in «Watti» gepackt. Die Spiele gegen Lugano und Basel verpasste er mit Rückenproblemen, nun will sich die ewige Nummer 2 gegen SLO unsterblich machen.

So unsterblich wie Grünig, der bis heute der einzige St. Galler Cupsieger-Captain ist. Am Sonntag wird der 12-fache Schweizer Nationalspieler vor Ort sein und beim Wankdorf-Stadion an der Morgartenstrasse Cup-Trikots signieren. Weil der FCSG Grünigs Konterfei, ohne zu fragen, auf die Trikots drucken liess, sei er am Anfang etwas düpiert gewesen. Mittlerweile aber sei die Sache erledigt, so der 82-Jährige. «Der FCSG hat mir zehn Trikots zukommen lassen, das Ganze ist vergessen.»

Maserati als Cup-Geschenk

Nicht vergessen hat Grünig, dass er nach dem Cupsieg 1969 eine Woche lang mit einem Maserati rumkurven durfte. Gesponsert vom damaligen Präsidenten. «Da durfte ich ein bisschen wichtigtun», sagt der Berner mit einem Schmunzeln. Zusätzlich gabs ein Couvert mit 20'000 Franken als Belohnung. «Ich war einer der wenigen Spieler, die einen Vertrag hatten, deshalb habe ich Elio Cellere gefragt, ob auch die anderen Spieler etwas bekämen. Er meinte, ich solle den Betrag unter allen Mitspielern aufteilen.» Heute verdienen die Profis des FCSG solche Beträge im Monat. Und alle haben eine Prämie für den Cupsieg in ihren Verträgen.

Geld, das angesichts der ewig langen titellosen Zeit aber zur Nebensache verkommen wird. Sollten die Espen am Sonntag den Titel holen, stünde eine ganze Region Kopf. Detaillierte Informationen zu den Feierlichkeiten will man beim FCSG aber keine rausgeben. Aus Angst davor, in die Röhre zu gucken, sollte man das Endspiel verlieren.

Klar ist: Auf dem Marktplatz in St. Gallen gibts ein Public Viewing. Dort würde nach dem Sieg die grosse Party steigen.

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FC Thun
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2
FC St. Gallen
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25
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3
FC Lugano
FC Lugano
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17
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4
FC Sion
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38
23
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56
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
38
11
55
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8
53
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38
5
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