Im Fussball gilt gemeinhin ein hoher Sieg als Machtdemonstration. Aber es gibt noch eine andere Möglichkeit, um die eigene Überlegenheit zu beweisen. Sie ist fast noch frustrierender für den Gegner: Man überlässt ihm zwar den Ball. Aber man gibt ihm trotzdem keine Chance, das Spiel zu gewinnen.
Für diese Variante hat sich am Sonntag der FC Lugano gegen den FC Basel entschieden. Auf 67 Prozent Ballbesitz kamen die Basler. Und gingen doch als 1:2-Verlierer vom Platz. Das Spiel war ein klares Zeichen dafür, wie sehr sich die Kräfteverhältnisse im nationalen Fussball von der Nordwestschweiz ins Tessin verschoben haben.
Der Sieg in Getafe bringt Lugano nach oben
Und es ist auch international passiert: Die Luganesi haben den einst so stolzen FCB als bestes Schweizer Team im Ranking der Uefa abgelöst. Seit dem Sieg gegen Getafe ist Lugano vor Basel rangiert. Und jeder weitere Punkt in der aktuellen Conference League baut den jetzt noch knappen Abstand aus.
Lugano als Schweizer Fackelträger in Europa: Das ist ein Novum. Jahrzehntelang waren die Basler das Mass aller Dinge gewesen, wenn es um Auftritte auf internationaler Ebene ging. 2018 war der FCB noch auf Rang 18 der europäischen Klubrangliste. 2024 immerhin noch auf Platz 36.
Die Wachablösung hat darum nicht nur mit dem Aufstieg des FC Lugano zu tun. Sondern vor allem mit dem gnadenlosen Absturz der Basler. Sie belegen derzeit noch Platz 88. Sie stehen damit knapp vor den Young Boys (92), die in dieser Saison ebenfalls keine europäischen Spiele bestreiten.
Am Donnerstag hat Lugano zu Hause gegen Kauno Zalgiris die nächste Chance auf internationale Punkte. Die Aussichten sind gut. Die Litauer haben in ihren ersten beiden Spielen gegen Brighton und Bergen jeweils vier Gegentore kassiert und stehen mit null Punkten auf dem letzten Platz der Tabelle der Conference League.
Mit ihrem dritten Sieg im dritten Spiel hätten die Tessiner die Qualifikation für die Playoffs aller Voraussicht nach bereits auf sicher. In der letzten Saison reichten sieben Punkte, um sich für die K.o.-Runde zu qualifizieren. Zwölf hat es gebraucht, um direkt in die Achtelfinals einzuziehen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 12 | 26 | 34 | |
2 | BSC Young Boys | 12 | 15 | 25 | |
3 | FC Sion | 12 | 7 | 23 | |
4 | FC Zürich | 12 | -1 | 20 | |
5 | FC St. Gallen | 12 | -3 | 19 | |
6 | Servette FC | 12 | 1 | 16 | |
7 | FC Basel | 12 | -4 | 14 | |
8 | FC Luzern | 12 | -6 | 13 | |
9 | FC Thun | 12 | -10 | 13 | |
10 | FC Vaduz | 12 | -1 | 10 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 12 | -13 | 10 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 12 | -11 | 6 |