«Ich frage mich: Wieso schon wieder ich?»
Schock-Diagnose zerstörte für Lüthi den FCB-Deal

Vor einem Jahr stand Loïc Lüthi vor einem Wechsel zum FCB, dann zog ihn eine Entzündung im Knochenmark aus dem Verkehr. Ein Schock für den Verteidiger.
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Stefan KreisReporter Fussball

Loïc Lüthi (22) lacht. Aus vollem Herzen. Wegen einer gelb-roten Karte im Spiel zwischen der Winterthurer U21 und YF Juventus. Eigentlich ein Grund zum Heulen. Lüthi aber nimmts mit Humor: «Das ist Weltklasse oder? Da falle ich zehn Monate lang aus und fliege bei meinem Comeback nach ein paar wenigen Minuten vom Feld.»

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Loïc Lüthi (l.) mit seinem Vater Stephane: Die vergangenen Monate waren hart.
Foto: Sven Thomann

Früher hätte ihn ein solcher Platzverweis noch tagelang geärgert, nun sei er viel entspannter, sagt Lüthi. Weil er weiss, was leiden heisst. Und weil es ein Privileg für ihn ist, überhaupt auf dem Rasen stehen zu dürfen. «Ich sehe mein Leben mit anderen Augen, bin dankbarer, lebe viel mehr im Moment. Meine Prioritäten haben sich gewandelt», so der 22-Jährige.

Im Mai vor einem Jahr, kurz nach dem sensationellen Nicht-Abstieg mit dem FC Winterthur, verspürt der Innenverteidiger während seiner Ferien auf Ibiza ein erstes Mal Schmerzen im rechten Oberschenkel. Im Juni folgt der Schock: Entzündung des Knochenmarks im Oberschenkel. Bitter für Lüthi: Kurz vor der Diagnose buhlen sowohl der FC Basel als auch Schalke 04 heftig um den Ur-Winterthurer. Lüthi, der in der letzten Saison der mit Abstand beste FCW-Verteidiger ist, wähnt sich am Ziel seiner Träume – und wird knallhart auf den Boden der Realität zurückgeholt.

«Will nicht in Selbstmitleid baden»

«Am Anfang habe ich mich gefragt, warum schon wieder ich? Denn ich war in meiner Jugend schon mal länger verletzt und viele hatten mich schon abgeschrieben. Und dann stehst du kurz davor, es allen zu beweisen», schildert Lüthi jenen Moment, als der Wechsel platzt. Geholfen hat ihm sein positives Mindset, die Dichotomie der Kontrolle. Lüthi: «Was nützt es, wenn man zu lange nachtrauert? Da verliert man viel zu viel Energie. Und die ist begrenzt. Statt in Selbstmitleid zu baden, geht es für mich darum, mich möglichst schnell wieder zu erholen.» 

Das ist ihm gelungen. Die Behandlung hat gut angeschlagen, die Schmerzen sind mittlerweile so sehr abgeklungen, dass sein Körper der Belastung von 90 Minuten wieder vollständig standhalten kann. Seit Anfang März gehört Lüthi zur Stammelf des FC Winterthur, die Nachwehen seiner Verletzung spürt er kaum. Im Gegenteil. Er spielt so stark, als sei er nie weg gewesen und hilft dank seiner Spielintelligenz und seiner Ruhe am Ball, die in dieser Saison ziemlich löchrige Abwehr zu stabilisieren. «Ich bin froh, wieder einen Beitrag leisten zu können», so Lüthi. «Das letzte Wort im Abstiegskampf ist noch nicht gesprochen.»

Und was ist mit der gelb-roten Karte gegen YF Juventus? «Ich habe zweimal einen Gegner berührt und zweimal eine Verwarnung gesehen. Beim ersten habe ich meinen Gegenspieler gehalten, nichts Spektakuläres. Und die zweite war unglücklich, weil ich mir den Ball erst zu weit vorgelegt habe.»

Loïc Lüthi kanns mit Humor nehmen. Er weiss: Es gibt Schlimmeres als einen Platzverweis.


Brack Super League 25/26 - Meisterrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
38
28
75
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
38
25
70
3
FC Lugano
FC Lugano
38
17
67
4
FC Sion
FC Sion
38
23
63
5
FC Basel
FC Basel
38
-3
56
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
38
11
55
Champions League-Qualifikation
Conference League Qualifikation
Brack Super League 25/26 - Relegationsrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Luzern
FC Luzern
38
10
53
2
Servette FC
Servette FC
38
8
53
3
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
38
-14
42
4
FC Zürich
FC Zürich
38
-23
38
5
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
38
-26
33
6
FC Winterthur
FC Winterthur
38
-56
23
Relegation Play-Offs
Abstieg
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