«Nie gedacht, dass ich den Entscheid jemals treffen werde»
3:55
Sutter über Scheiblehner-Aus:«Nie gedacht, dass ich den Entscheid jemals treffen werde»

GC-Boss erklärt Trainerwechsel im Abstiegskampf
Alain Sutter, wurde Gerald Scheiblehner aus Panik entlassen?

Einen Tag nach der Entlassung von Trainer Gerald Scheiblehner steht GC-Sportchef Alain Sutter den Medien Red und Antwort. Von Panik im Abstiegskampf will er nichts wissen.
Kommentieren
1/7
Alain Sutter musste am Montag Trainer Gerald Scheiblehner entlassen.
Foto: Mike Wiss/freshfocus
11_TobiasWedermannKommentar1_11_Kommentar1_Tobias_Wedermann_2024-16361.jpg
Tobias WedermannFussballchef

Ein einziger Sieg im Kalenderjahr 2026 war nicht genug: GC hat sich am Montag von Trainer Gerald Scheiblehner (49) getrennt. Der österreichische U21-Trainer Gernot Messner (45) übernimmt – mit den früheren GC-Grössen Shkëlzen Gashi (37) und Daniel Pavlovic (37) als Assistenten. Am Tag nach dem Trainer-Knall erklärt Sportchef Alain Sutter (58) die Gründe auf dem Campus in Niederhasli ZH.

Blick: Alain Sutter, Sie und Gerald Scheiblehner haben stets von einem gemeinsamen Weg gesprochen. Wieso hat sich dieser Weg nun getrennt?
Alain Sutter: Zuerst einmal möchte ich sagen, dass mir der Entscheid extrem schwergefallen ist. Es ist kein Geheimnis, wie sehr ich die Arbeit, aber auch den Menschen Gerald Scheiblehner schätze. Ich habe in kurzer Zeit eine enge Beziehung aufgebaut und das Trainerteam hat einen hervorragenden Job gemacht. Ich war mega happy.

Und trotzdem ist Gerald Scheiblehner nicht mehr Trainer bei GC.
Nach der Winterpause hat es schon mit einer 0:5-Niederlage im Testspiel gegen Nürnberg begonnen, gefolgt von weiteren Niederlagen in der Liga. Nach dem 1:5 in Thun ging es mir darum, ob es so weitergehen kann und wir auf die Ergebnisse der Konkurrenz hoffen müssen oder ob es einen neuen Impuls braucht, damit ein anderes Resultat herauskommen kann. Gerald Scheiblehner hat nichts falsch gemacht, aber ich bin zum Entschluss gekommen, dass es diesen neuen Impuls braucht.

Bei welchen Faktoren oder in welchen Momenten haben Sie den Glauben an den Weg Scheiblehner verloren?
Ich werde nicht auf Details eingehen. Das bleibt intern. Ich habe das Gefühl bekommen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für den neuen Impuls ist. Es ist keine Entscheidung aufgrund von Fehlern von Gerald, sondern aufgrund der aktuellen Situation, in der wir drinstecken.

Was erhoffen Sie sich von diesem Impuls?
Ganz einfach: mehr Punkte.

«
«Wir werden sehen, ob mein Optimismus gerechtfertigt war»
Alain Sutter über den Abstiegskampf
»

Was war ausschlaggebend für das neue Trainerteam?
Ich bin hier angetreten mit der klaren Vorgabe nach einem nachhaltigen Projekt. GC ist da, wo es ist, weil es viele Wechsel in der Führungsetage gegeben hat. Darum war es mir sehr wichtig, dass wir unsere Fussballmentalität und -philosophie weiterziehen mit Gernot Messner. Ich bin extrem froh und dankbar, dass dieses Trio diese schwierige Aufgabe annimmt. Ihnen ist bewusst, dass sie viel verlieren können, aber sie sind überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen.

Der direkte Abstieg ist nähergerückt. War die Entscheidung eine Panikmassnahme nach dem Sieg von Winterthur in Luzern?
Wer mich kennt, weiss, dass ich nicht zur Panik tendiere. Was Winterthur macht, können wir nicht beeinflussen. Es geht darum, was ich für ein Gefühl habe, was das Beste für den Klub ist und wie wir zu unseren Punkten kommen. Es gab auch kein bestimmtes Ereignis oder Spiel. Die nackten Zahlen zeigen, dass wir einfach viel zu wenig Punkte geholt haben.

Sie sind die Person in der sportlichen Hauptverantwortung bei GC. Was, wenn das schiefgeht?
Selbstverständlich gibt es immer die Möglichkeit, dass Entscheidungen in die eine oder andere Richtung gehen. Aber ich bin überzeugt, dass wir die richtige getroffen haben. In meiner Führungsverantwortung muss man aber Entscheidungen treffen, bevor man weiss, wie sie herauskommen. Das ist anders, als ich noch SRF-Experte gewesen bin und den Luxus hatte, erst im Nachhinein zu beurteilen.

Was stimmt Sie so optimistisch im Abstiegskampf?
Wenn ich nicht daran glauben würde, müsste ich sagen, dass ich nicht mehr der Richtige bin für diesen Job. Es ist meine Aufgabe, positiv voranzugehen, und das ist nicht gespielt. Wir glauben an die Mannschaft, die gut genug ist für den Ligaerhalt. Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass wir die Liga halten werden. Wir werden am Ende der Saison sehen, ob mein Optimismus gerechtfertigt war oder nicht.

Hinweis: Das Interview wurde im Rahmen einer Medienkonferenz aufgezeichnet.

Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
30
38
71
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
29
23
54
3
FC Lugano
FC Lugano
29
10
49
4
FC Basel
FC Basel
30
6
49
5
FC Sion
FC Sion
30
9
45
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
30
5
45
7
FC Luzern
FC Luzern
30
2
36
8
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
30
-4
36
9
Servette FC
Servette FC
30
-8
33
10
FC Zürich
FC Zürich
30
-17
31
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
30
-18
24
12
FC Winterthur
FC Winterthur
30
-46
19
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
In diesem Artikel erwähnt
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen