Fährt er mit Bosnien an die WM?
Die verrückte Karriere des Haris Tabakovics

Bei YB und GC fällt Haris Tabakovic durch, nun klopft er mit Bosnien an die Tür zur WM. Wo das Geheimnis des 31-Jährigen liegt – und warum es nie zu spät für eine grosse Karriere ist.
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Gladbach-Stürmer Haris Tabakovic läuft im Derby gegen Köln heiss.
Foto: IMAGO/fohlenfoto

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Der 29-jährige Haris Tabakovic debütiert für Bosnien und träumt von der WM-Teilnahme
  • Nach seiner Karrierekrise erzielte er bisher 61 Tore in 18 Monaten – 11 Saisontore für Gladbach
  • Mit Bosnien spielt er im Playoff-Halbfinal gegen Wales
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Stefan KreisReporter Fussball

Fussballprofis, die im hohen Alter noch für die Nationalmannschaft debütieren, gibt es sehr, sehr selten. Der wohl grösste Spätzünder der Geschichte ist Southampton-Legende Rickie Lee Lambert, der mit 31 Jahren zum ersten Mal das Trikot der «Three Lions» trug. Ex-Bayern-Stürmer Luca Toni war 27, als er zum ersten Mal die italienische Hymne auf dem Rasen sang. Leicester-Ikone Jamie Vardy war ein Jahr älter, als er für England debütierte. Auch Haris Tabakovic gehört in diesen erlauchten Kreis: 29 Jahre und 157 Tage alt war der Mann aus Grenchen SO, als er zum ersten Mal für die bosnische Nationalmannschaft auf dem Rasen stand.

Nun, knapp drei Jahre später, klopft er mit dem Heimatland seiner Eltern an die Tür zur WM. Am Donnerstag werden die Bosnier in Cardiff von über 70’000 frenetischen Walisern im Millennium Stadion zum Playoff-Halbfinal empfangen. Gänsehaut pur. Oder um es mit Tabakovic zu sagen: «Der Traum von der Weltmeisterschaft lebt.» Wohlwissend, dass der Weg steinig werden wird. Sollte Bosnien die erste Hürde packen, würden im Final entweder Italien oder Nordirland warten.

Für Tabakovic ist es der vorläufige Höhepunkt einer verrückten Karriere, die so manch einen Amateurkicker inspirieren dürfte. Motto: Es ist nie zu spät, um Grosses zu schaffen! Mit 18 debütiert der Solothurner für YB. Der Durchbruch aber gelingt ihm nicht. Auch bei den Grasshoppers reichts nicht, zwischenzeitlich landet er beim VTK Diosgyori in Ungarn und dann bei Lustenau in der zweiten österreichischen Liga.

Die Karriere scheint vorbei zu sein, ehe sie begonnen hat. Dann, Mitte zwanzig, platzt urplötzlich der Knoten. Nach 27 Toren in 23 Spielen für Lustenau gehts zur Austria nach Wien. Auch dort trifft Tabakovic wie am Fliessband, ebenso für die Hertha aus Berlin. 61 Tore sinds in 18 Monaten. Phasenweise hat der Stürmer eine bessere Quote als Superstar Erling Haaland. 

Resilienz ist das Zauberwort

Sein bemerkenswerter Weg habe viel mit Resilienz zu tun, sagt Tabakovic. Mit der psychischen Widerstandsfähigkeit, Krisen und Stress zu bewältigen und gestärkt daraus hervorzugehen. «Die Rückschritte haben mir damals wehgetan, klar. Aber es ist wichtig, dass man Enttäuschungen objektiv anschaut und nicht emotional.» 

Mit 26 heuert Tabakovic einen «Bewusstseinstrainer» an, der ihm die entscheidenden Ratschläge gibt, um richtig durchzustarten. «Ich musste Vertrauen in meinen Körper gewinnen, weil ich früher viel verletzt war. Und ich habe gelernt, im Hier und im Jetzt zu leben und mich auf das zu besinnen, was ich gut kann.» 

Und das ist Toreschiessen. Deren elf sind es in dieser Saison für Gladbach. Für Bosnien hat er in den letzten drei Länderspielen immer getroffen. Unter anderem gelang ihm die Führung im letzten Quali-Spiel gegen Österreich. Weil Fast-FCB-Stürmer Gregoritsch aber noch ausgleicht, fahren die Ösis direkt an die WM, während Bosnien in die Playoffs muss.

Sollte Tabakovic das Kunststück schaffen, wäre er nach Izet Hajrovic der zweite Schweizer, der mit Bosnien an eine WM fährt. Einer der grössten Spätzünder der Fussballgeschichte ist der ehemalige Schweizer U-Nati-Stürmer schon jetzt.

Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
31
37
71
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
31
23
56
3
FC Basel
FC Basel
31
8
52
4
FC Lugano
FC Lugano
31
10
51
5
FC Sion
FC Sion
31
9
46
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
31
5
46
7
FC Luzern
FC Luzern
31
6
39
8
Servette FC
Servette FC
31
-3
36
9
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
31
-8
36
10
FC Zürich
FC Zürich
31
-16
34
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
31
-23
24
12
FC Winterthur
FC Winterthur
31
-48
19
Meisterschaftsrunde
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