Darum gehts
- Der FCZ holte 13 von 14 Punkten gegen Teams, die am Spieltag in der Tabelle unter dem Strich lagen
- Gegen Top-6-Teams kommt der FCZ im Schnitt auf 0,2 Punkte, gegen die letzten sechs auf 2,6
- Koller will mit Zürich in die Top 6, vor Spielen gegen Luzern, YB, Servette und St. Gallen
«Ja gut», sagt Marcel Koller (65), «das ist dann eure Interpretation.» Klar, dass der Trainer des FC Zürich nichts mit folgender Feststellung anfangen kann. Aber das macht sie halt nicht weniger wahr: Der FCZ gewinnt seine Punkte bislang gegen die Teams im Tabellenkeller. Und er verliert gegen die Mannschaften, die vor ihm stehen.
Die Rechnung ist recht einfach: Von den 14 Punkten, die die Zürcher auf dem Konto haben, haben sie 10 gegen jene Teams gewonnen, die im Moment die Ränge 9, 10, 11 und 12 belegen.
13 von 14 Punkten gegen Teams unter dem Strich
Es geht noch krasser: Wenn man darauf schaut, auf welchem Tabellenplatz die FCZ-Gegner zum Zeitpunkt des Anpfiffs lagen. 13 von 14 Punkten haben die Zürcher gegen Teams geholt, die am Tag der Begegnung unter dem Strich lagen. Der eine Zähler, der als Ausnahme die Regel bestätigt? Das 1:1 in Sion.
Irgendwie verständlich, dass Koller nicht mit grosser Freude über diese Zahlen redet. Wer will schon als Trainer einer Mannschaft dastehen, die gegen Spitzenteams fast immer den Kürzeren zieht?
Aber man kann die Statistik auch anders lesen: als Zeichen der Stärke. Okay, der FCZ holt im Schnitt pro Spiel nur mickrige 0,2 Punkte gegen Kontrahenten aus den Top 6. Aber er macht umgekehrt auch bockstarke 2,6 Punkte in Spielen gegen Teams auf den letzten sechs Tabellenplätzen.
Für die Ziele der Zürcher sind das eigentlich gute Nachrichten. Schliesslich sagt Koller über das erste Saisonziel bis zur Teilung der Liga in Final- und Abstiegsrunde: «Wir haben nur noch einen Wettbewerb. Wir wollen unter die ersten Sechs kommen.»
Auf dem Weg dorthin hilft es enorm, wenn man jene Gegner schlägt und damit zurückbindet, die hinter einem liegen. Vor allem, wenn man wie der FCZ eine Mannschaft hat, dem vor der Saison von aussen nur sehr wenig zugetraut worden ist.
Aber Koller hat auch Recht, wenn er mit Blick auf die Tabelle sagt: «Das Mittelfeld ist extrem eng beieinander. Eine Niederlage und du rutschst unter den Strich. Ein Sieg – und du bist wieder oben dabei.»
Koller will sich mit seinem Team oben festbeissen
Darum steht der FCZ vor Wochen der Wahrheit: Kann er sich wirklich in den oberen Sechs «festbeissen», wie es sich Koller wünscht? «Wir sind ja nur noch in einem Wettbewerb dabei.» Oder hat die Cupniederlage beim unterklassigen FC Aarau doch tiefere Spuren hinterlassen?
Am Samstag kommt der FC Luzern als Tabellenachter in den Letzigrund. Danach folgen für den FCZ Spiele gegen die Young Boys (Rang 2), Servette (6) und St. Gallen (4).
Bleiben die Zürcher ihrem Muster treu, dann können sie aus den nächsten vier Spielen nur gegen Luzern auf einen Sieg hoffen. Das wäre dann wohl vorerst zu wenig, um den Platz über dem Strich zu verteidigen.
Das weiss auch Marcel Koller. Und darum sagt er zum Start dieses Viererblocks: «Ich hoffe schon, dass wir gegen die vorne auch mal gewinnen.»
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 10 | 24 | 28 | |
2 | BSC Young Boys | 10 | 15 | 22 | |
3 | FC Sion | 10 | 6 | 19 | |
4 | FC St. Gallen | 10 | -2 | 16 | |
5 | FC Zürich | 10 | -4 | 14 | |
6 | Servette FC | 10 | 1 | 13 | |
7 | FC Basel | 10 | -3 | 13 | |
8 | FC Luzern | 10 | -5 | 12 | |
9 | FC Thun | 10 | -10 | 10 | |
10 | FC Vaduz | 10 | 0 | 9 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 10 | -13 | 8 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 10 | -9 | 6 |