«Ich habe meinen Job gemacht»
Magnin über sein FCB-Aus, den FCZ und seine Zukunft

Er steht nicht nur für Vollgas. Ludovic Magnin (47) beherrscht auch die leisen Töne und spricht sehr reflektiert über seine unmittelbare Zukunft als Trainer. Die Entlassung in Basel hat den temperamentvollen Romand keineswegs verunsichert.
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Magnin ist nach seiner Entlassung in Basel im letzten Januar nicht in einer monatelangen Selbstreflexion versunken.
Foto: Toto Marti
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Sven SchochReporter Sport

«Es könnte wieder losgehen», sagt Ludovic Magnin zu Blick. Sein Lachen wirkt nicht aufgesetzt. Der Romand ist eine Frohnatur, eine ehrliche Haut. Schon als leidenschaftlicher Linksverteidiger hat er selten verheimlicht, was ihm durch den Kopf geschossen ist. «Ich bin authentisch. So war ich schon immer und bin damit gut gefahren.»

Rund neun Monate nach seinem abrupten Ende beim FC Basel ist bei ihm vor allem eines spürbar: die Lust auf ein baldiges Comeback im Fussball-Business.

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Foto: keystone-sda.ch

Magnin ist nicht in einer monatelangen Selbstreflexion versunken. «Warum auch? Ich habe meinen Job gemacht und kann problemlos in den Spiegel schauen.» Die Entlassung in Zürich sei viel schlimmer gewesen, weil sie nachvollziehbar gewesen sei: «Ich war nicht mehr gut, ich habe es kommen sehen, weil ich das Team nicht mehr wie gewünscht erreicht hatte.» Andere Vereine, andere Geschichten. «So spielt das Leben. Jammern ist keine Option!»

Was ihm aus der Zeit in Basel geblieben ist, sind die Reaktionen der Spieler. «Es gab viele positive Rückmeldungen aus dem Team. Der Captain sagte öffentlich, sie hätten meine Entlassung nicht verstanden. Das ist mir wichtig, das wurde registriert.» Die Jungs seien top gewesen, «mit der Kabine gab es zwischenmenschlich keinerlei Probleme». Entsprechend habe ihn die Trennung überrascht, so Magnin. «Meinerseits gibt es kein böses Blut, ich kann die Fakten einschätzen. Mit meiner Persönlichkeit hätte ich gut zu diesen überragenden Fans gepasst, das ist etwas traurig.»

Tiefgründige Gespräche in Stuttgart

In den letzten Monaten hat Magnin seinen persönlichen Horizont erweitert. Bei seinem ehemaligen Arbeitgeber Stuttgart ist er auch bald 20 Jahre nach seinem Meistermärchen mit den Schwaben vorzüglich vernetzt. Sein Ex-Mitspieler Christian Gentner, inzwischen erfolgreicher VfB-Sportchef, hat ihm die Türen geöffnet. «Dank meiner guten Kontakte in Deutschland komme ich generell näher an die Materie heran. Ich habe in diesem spannenden Verein tiefe Einblicke erhalten», schwärmt Magnin.

Stuttgart verfolgt der Schweizer seit Jahren aufmerksam. Die Entwicklung unter Sebastian Hoeness beeindruckt ihn: «Ein interessanter Coach mit sehr guten Spielern. Es herrscht ein gesundes und gutes Klima im Klub.» Er habe mit allen Beteiligten Gespräche führen und sich einen umfangreichen Überblick verschaffen können, so Magnin. «In vielerlei Hinsicht sehe ich bestätigt, wie ich selber arbeite. Es ist gut zu sehen, dass man mit der eigenen Methodik auf dem richtigen Level ist.»

Die Zeit ohne Job sei eine Möglichkeit, sich weiterzubilden, neue Ideen und Inputs zu sammeln. «Für mich ist es wichtig, die Arbeit von Coaches in anderen Ländern und Konstellationen zu studieren. Wie hätte ich es gelöst? Wo gibt es Spielraum für Verbesserungen? Wie verhalten sich die Vorgesetzten, wenn Hektik aufkommt, wenn die Ergebnisse ausbleiben?» Magnin hält die Augen und Ohren offen. Auf allen Kanälen.

Auch für einen Umweg bereit

«Es braucht tatsächlich einen Freiraum, um Entscheide fällen zu können.» Die Aussage von Mainz-Coach Urs Fischer in einem kürzlich erschienenen Blick-Interview ist ihm aufgefallen: «Ich kann nur unterschreiben, was Urs gesagt hat.» Vieles ist für ihn eine Frage des Supports der Klubleitung. «Als Trainer kommt irgendwann Gegenwind. Das war in Lausanne so, das war in Altach nicht anders, beim FCZ ebenso. Dann brauchst du die Unterstützung deiner Chefs. Wie oft war Lucien Favre am Anfang seiner Engagements in Schwierigkeiten? Dann drehte der Wind, weil es manchmal eben einfach Zeit braucht! Diese Geduld fehlt heute manchmal schon etwas.»

Für Fischers Weg hält Magnin nur Komplimente bereit: «Beeindruckend, welche Umwege Urs gemacht hat.» Für ihn selber kommt «jedes Land infrage. Ich mache einen nächsten Job auch nicht von der Liga abhängig. Für mich ist auch eine unterklassige Equipe in einer Top-5-Nation vorstellbar.» Er sei schon als Spieler manchmal auf verschlungenen Pfaden zum Ziel gelangt. «2. Bundesliga, Ligue 2, Serie B, am Ende musst du einfach wissen, wofür du stehst, was du willst. Offen ist man ja meistens für alles.»

Ein, zwei Schritte zurück, für Magnin überhaupt kein Problem: «Was ist daran schlimm? Ich liebe die Kabine, den Fussball. Ich will auf dem Platz sein, dann strahle ich. Man sollte nie vergessen, woher man kommt, und man sollte auch seine Reichweite einschätzen können.» Er sei total realistisch in dieser Beziehung. «Als Schweizer Trainer muss man bereit sein, sein Können über ein paar Extra-Meilen zu zeigen. Das habe ich immer so gehalten – und es hat sich gelohnt für mich.»

Das Lob für Meister-Coach Breitenreiter

Dass ein früherer Meister-Trainer wie André Breitenreiter bei Hansa Rostock in der 3. deutschen Liga unterschrieben hat, ist für Magnin «eine gute Wahl», auch wenn diese Personalie wohl nicht alle Experten so beurteilen würden. «Es geht auch darum, mit guten Leuten zu arbeiten, Spass zu haben. Ich habe gegen Rostock in der Bundesliga gespielt. Dort wird der Fussball gelebt, im Wahnsinn und in der Euphorie. Das verstehen vielleicht viele in der Schweiz so nicht.»

Magnin ist für vieles zu begeistern, aber zwei, drei Faktoren sind klar: «Ich suche Menschen, ich suche eine Vereinsführung, die mich unbedingt will.» Und unter Wert verkaufen wird sich Magnin nicht: «Wenn ich meine Familie verlasse und sie nur noch drei Tage pro Monat sehe, dann muss das Gesamtpaket passen.» Noch besitzt er die nötige Gelassenheit, erst bei der perfekten Offerte zuzugreifen.

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Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
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10
24
28
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
10
15
22
3
FC Sion
FC Sion
10
6
19
4
FC St. Gallen
FC St. Gallen
10
-2
16
5
FC Zürich
FC Zürich
10
-4
14
6
Servette FC
Servette FC
10
1
13
7
FC Basel
FC Basel
10
-3
13
8
FC Luzern
FC Luzern
10
-5
12
9
FC Thun
FC Thun
10
-10
10
10
FC Vaduz
FC Vaduz
10
0
9
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
10
-13
8
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
10
-9
6
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