Eigentlich dürfen Fans nicht ins Stadion
Warum der FCB-Sektor in Sion plötzlich wieder offen ist

Eigentlich hätte der FC Basel am Samstag in Sion ohne Basler Fans spielen müssen. Aber die Sanktion ist von der Stadt Sion aufgehoben worden.
Publiziert: 12:31 Uhr
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Aktualisiert: 12:37 Uhr
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Am Samstag darf er wieder voll sein: der Gästesektor im Tourbillon.
Foto: CYRIL ZINGARO

Darum gehts

  • FC Basel-Fans dürfen nach Sion reisen. Sektorsperre aufgehoben
  • Entscheidung basiert auf positiver Rückmeldung der Walliser Kantonspolizei
  • Ein Jahr seit dem Vorfall vergangen, 18-jähriger Sion-Fan verletzt
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Florian RazReporter Fussball

Und plötzlich ist die Massnahme aufgehoben. Laut einem Entscheid der Bewilligungsbehörden hätte der FC Basel an diesem Samstag ohne Fans ins Wallis reisen müssen. Die Sperrung des Gästesektors war ausgesprochen worden, nachdem es in Sion am 31. August 2024 zu einer Schlägerei vor der Bar Dugout gekommen war. Ein 18-jähriger Sion-Fan musste danach mit Gesichtsverletzungen ins Spital.

Doch jetzt ist alles anders. «Der FC Basel hat die Aufhebung der Sanktion beantragt», schreibt Stadtpräsident Philippe Varone auf Anfrage, «wir haben die Walliser Kantonspolizei konsultiert, die uns eine positive Rückmeldung gegeben hat.»

In Sion findet auch noch eine WM statt

Warum der Basler Anhang begnadigt worden ist? Die «sportlichen Voraussetzungen» seien «zu Beginn einer neuen Saison anders», erklärt Varone. Er geht offenbar davon aus, ein Angriff auf einen Fantreffpunkt lange vor dem Anpfiff habe etwas mit dem Treiben auf dem Rasen zu tun.

Klar ist, dass sich viele Basler Anhänger für das kommende Spiel schon längst mit Tickets ausserhalb des Gästesektors eingedeckt haben. Und dann findet in Sion am Samstag auch noch die Eröffnungsfeier der Mountain-Bike-WM statt. Ein Anlass, den die Stadt vermutlich lieber ohne das Risiko möglicher Basler Fanproteste durchführt.

Schon das ursprüngliche Urteil war unter ähnlichen Umständen zustande gekommen. Nach dem Angriff auf die Bar hätte gemäss Kaskadenmodell eine sofortige Massnahme gegen den Basler Anhang ausgesprochen werden sollen. Davon wäre aber das Heimspiel des FCB gegen den Erzrivalen FC Zürich betroffen worden. Eine Begegnung, bei der die Polizei den harten Kern des Anhangs aus Sicherheitsgründen lieber in der Fankurve hat – und nicht irgendwo vor dem Stadion.

Entsprechend drängten die Basler Behörden darauf, die Heimkurve gegen Zürich offenzuhalten. Nach elf Tagen erst entschied schliesslich die zuständige Arbeitsgruppe der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD), stattdessen das nächste Auswärtsspiel des FCB im Wallis zu sanktionieren.

Es gibt ein erstes Urteil zum Kaskadenmodell

Seither ist ein Jahr vergangen, in dem vieles geschehen ist. So ist Frédéric Favre nicht mehr Walliser Sicherheitsdirektor. Der FDP-Mann war ein glühender Verfechter des Kaskadenmodells innerhalb der KKJPD.

Ausserdem gibt es einen ersten Schiedsspruch zum Kaskadenmodell: Der Zürcher Statthalter hat geurteilt, Fansektoren dürften durch Behörden zwar gesperrt werden. Aber nur, wenn von der betroffenen Partie ein hohes Gewaltrisiko ausgeht.

Die Sicherheitsdirektion des Kantons Wallis schreibt auf Anfrage, die aufgehobene Sektorsperrung habe «nichts mit dem Wechsel an der Spitze des Sicherheitsdepartements zu tun». Und das Kaskadenmodell grundsätzlich sei durch den neuen Entscheid der Stadt Sion «nicht im Geringsten betroffen».

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