Der letzte Sommer in Lugano hatte es in sich. Zahlreiche Spieler drängten auf einen Wechsel, doch nur wenige konnten den Klub tatsächlich verlassen – entsprechend gross war die Unzufriedenheit im Kader. Erst nach Transferschluss und dem frühen Aus in Europa und im Cup gelang es Trainer Mattia Croci-Torti (44) und Sportchef Sebastian Pelzer (45), die Mannschaft wieder zu einen. Ohne diesen Turnaround hätte Lugano die Kurve kaum noch so erfolgreich gekriegt.
Nun steht die nächste Transferperiode vor der Tür – und damit die Frage: Droht erneut ein turbulenter Sommer? Die Anzeichen sind zumindest da. Penaltyspezialist Anto Grgic (29) brachte es kürzlich auf den Punkt: «Ohne Europacup will die halbe Mannschaft den Klub verlassen.»
Verkauf nur zu Luganos Bedingungen
Wie Blick weiss: Selbst mit einer möglichen Qualifikation für den internationalen Wettbewerb und dem neuen Stadion denken einige Spieler an den nächsten Karriereschritt. Ganz so einfach wird ein Abgang jedoch nicht. Der Klub hat für jeden Spieler klare Preisvorstellungen – werden diese nicht erfüllt, gibt es kaum eine Chance auf einen Transfer.
Das zeigte sich bereits im vergangenen Sommer bei Mattia Zanotti (23) und Antonios Papadopoulos (26). Beide Verteidiger, die inzwischen den Berater gewechselt haben, zählen auch jetzt zu den heissesten Abgangskandidaten. Vor allem bei Zanotti gibt es erste Bewegung: Brügge zeigt Interesse am Rechtsverteidiger, ein konkretes Angebot soll jedoch noch nicht auf dem Tisch von Pelzer liegen.
Saipi und Dos Santos im Fokus
In der Defensive könnte es zu einem weiteren Abgang kommen: Goalie Amir Saipi (25). Die langjährige Nummer eins hat ein schwieriges Jahr hinter sich und seinen Stammplatz an David von Ballmoos (31) verloren. Eine ähnliche Saison will er nicht noch einmal erleben. Sein Vertrag läuft zwar noch bis 2027. Es gibt aber schon Kontakte mit anderen Klubs. Kürzlich gab es Gespräche mit Champions-League-Sensation Bodø/Glimt.
Im Mittelfeld sticht vor allem ein Name heraus: Daniel Dos Santos (23). Der Aufsteiger der Saison in der Tessiner Mannschaft hat wenig überraschend Begehrlichkeiten geweckt und könnte den nächsten Schritt machen. Entscheidend dabei wird die Ablöseforderung von Lugano sein. Ist diese zu hoch, ist auch ein Verbleib möglich – nicht zuletzt wegen seines bis 2028 laufenden Vertrags.
Intensive Wochen stehen an
Anders präsentiert sich die Lage bei Uran Bislimi (26) und Grgic. Beide stehen noch bis 2027 unter Vertrag. Falls die Tessiner ihre beiden Leistungsträger noch zu Geld machen wollen, müssten sie verlängern oder verkaufen. In beiden Fällen ist es allerdings realistisch, dass sie den Vertrag erfüllen. Sollten sie ablösefrei auf den Markt kommen, würden die Interessenten ab Winter Schlange stehen.
Und im Sturm? Dort läuft es wohl auf einen Abgang hinaus – entweder Kevin Behrens (35) oder Georgios Koutsias (22) wird den Klub verlassen. Vieles deutet auf den Griechen hin, der bereits im Winter nach dem Testspiel-Eklat mit Behrens vor einem Wechsel stand. Behrens ist damit nicht der einzige Ü30-Spieler, der wohl im Tessin bleibt: Gleiches gilt für Renato Steffen (34). Fragezeichen gibt es hingegen bei Ezgjan Alioski (34).
Auf Sportchef Pelzer wartet damit ein intensiver Transfersommer. Sollten die Verkäufe von Zanotti, Papadopoulos und Dos Santos zustande kommen, müssten gleich drei Stammspieler ersetzt werden. Zudem gilt es, die Kaderbreite zu stärken, um auch international konkurrenzfähig zu sein – zumal einige Verträge auslaufen, darunter jener von Captain und Identifikationsfigur Mattia Bottani (34), Hadj Mahmoud (26) oder Hicham Mahou (26).
Ein erfolgreicher Start in die neue Saison wird für Lugano entscheidend sein. Die Erwartungen an das erste Jahr in der neuen AIL Arena sind hoch.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 34 | 37 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 34 | 25 | 63 | |
3 | FC Lugano | 34 | 13 | 60 | |
4 | FC Sion | 34 | 18 | 55 | |
5 | FC Basel | 34 | 4 | 53 | |
6 | BSC Young Boys | 34 | 4 | 48 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 34 | 4 | 43 | |
2 | Servette FC | 34 | 2 | 43 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 34 | -7 | 42 | |
4 | FC Zürich | 34 | -21 | 34 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 34 | -26 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 34 | -53 | 19 |
